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45 Sternsinger machen sich in Everswinkel auf den Weg

Goldene Kronen unter grauem Himmel

Everswinkel

Der Himmel ist zwar grau am Freitagmorgen, doch glanzlos ist der Tag deshalb keineswegs. Goldene Kronen und bunte Gewänder setzen einen leuchtenden Kontrast zu der wolkenverhangenen Kulisse. 45 Mädchen und Jungen machen sich als Sternsinger auf den Weg, um einen wichtigen Auftrag zu erfüllen.

Von Klaus Meyer

Nach zwei Corona-Wintern können die Sternsinger den Segen wieder persönlich von Haus zu Haus bringen. Am Freitagmorgen ging's für 45 in Everswinkel auf den Weg. Foto: Klaus Meyer

Mit Kreide – oder wahlweise auch einem Aufkleber – und dem Zeichen „20*C+M+B+23“ bringen sie einerseits den Segen zu den Häusern und den darin lebenden Menschen der Gemeinde, und andererseits rücken sie das diesjährige Motto „Kinder stärken, Kinder schützen“ mit dem Beispielland Indonesien als weltweites Thema in den Mittelpunkt. Zahllose Kinder leiden auf diesem Planeten unter physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt. Experten sprechen von rund einer Milliarde betroffener Kinder, vor allem in armen Regionen, wo Kinder systematisch ausgebeutet und Opfer von organisierter Kriminalität werden. Kinder haben das Recht auf Schutz – überall. Diese Botschaft wird den Sternsingern selbst und den besuchten Haushalten vermittelt.

Vorbereitung um 9 Uhr am Freitagmorgen im Pfarrheim. Frauke Hübner vermittelte letzte Tipps für die Hausbesuche, Pfarrer Thomas bat um den Segen.  Foto: Klaus Meyer

Es sind nicht nur Kinder, sondern auch Jugendliche, die sich am Freitag um 9 Uhr im Pfarrheim einfinden, um im Königsgewand Spenden für benachteiligte Kinder in aller Welt zu sammeln. „Das Altersspektrum reicht von fünf bis 20 Jahren. Es sind auch Sternsinger dabei, die mit der Aktion gewachsen sind“, erklärt Frauke Hübner, die zu dem zwölf Köpfe zählenden Orga-Team für die diesjährige Aktion gehört. Die Zeiten, als noch selbst Gewänder genäht und Kronen gebastelt wurden, sind längst vorbei. „Kleider und Kronen sind ein fester Bestand“, so Hübner. Nachhaltigkeit auch bei den Sternsingern.

Drei der älteren Sternsinger spielten einen Hausbesuch bei Pfarrer Thomas und Caroline Roberg einmal durch.  Foto: Klaus Meyer

Rund zwei Dutzend neue Kinder sind dabei. Immer wieder frischer Nachwuchs ist von elementarer Bedeutung bei so einer Aktion. „Wenn man Krippenspiele macht, hat man direkt einen Bezug zu den Kindern“, verrät Nadine Philips ein „Rezept“, um Kinder für die gute Sache zu gewinnen. Dazu kommen andere Anknüpfungspunkte, etwa im Kindersport oder in der Schule. Das Startsignal gibt Pfarrer Thomas, der zur Aussendung Gottes Segen erbittet und den Kindern für ihren Einsatz dankt.

Erstes Ziel für die Sternsinger-Gruppen sind am Freitagvormittag die Außenbereiche, die mit Hilfe ehrenamtlicher Fahrer angesteuert werden, sowie das Haus St. Vitus, das St. Magnus-Haus und das Rathaus. Am Nachmittag und am heutigen Samstag stehen die Wohngebiete des Vitus-Dorfes auf dem Laufplan. Dazwischen ist Mittagspause für die einlaufenden Gruppen vorbereitet. „Wir haben ganz viele Suppen- und Kuchenspenden aus beiden Kirchengemeinden bekommen“, freut sich Hübner und verweist darauf, „die Aktion ist ja seit vier, fünf Jahren ökumenisch“.

Wenn die Sternsinger am heutigen Samstag ihre große Laufstrecke abgeschlossen haben, wird Kassensturz gemacht. Das Dankeschön für ihr Engagement steht indes schon fest: Zusammen wird es ins Fun-Center Nimmerland in Handorf gehen.

Natürlich können die 45 Sternsinger nicht alle Haushalte in dem großen Dorf erreichen, wie Frauke Hübner und Nadine Philips verdeutlichen. Wer keinen Besuch erhalten hat, aber dennoch spenden möchte, kann den Betrag im Pfarrbüro abgeben oder dies online unter www.sternsinger.de/spendendose erledigen. Segensaufkleber liegen in der St. Magnus- und der Johannes-Kirche sowie im Pfarrbüro aus.

Die Sternsinger kamen nach zwei Jahren Corona-bedingter Pause wieder ins Rathaus. Melchior (Felix Elberich), Balthasar (Jona Hübner) und Caspar (Till Witte) überbrachten Bürgermeister Sebastian Seidel und dem Rathaus-Team die Segenswünsche.  Bürgermeister Seidel dankte ihnen für ihren Einsatz und übergab ihnen die gesammelten Spenden der Rathaus-Mitarbeiter. Für den anstrengenden Weg gab'’s auch noch eine Wegzehrung für die „Heiligen Drei Könige“. Foto: Gemeinde
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