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Info-Abend zur Attraktivierung des Ortskerns 

Großes Thema in kleiner Runde

Everswinkel

Im Rahmen eines Info-Abends für interessierte Bürger und Anlieger zeigte die Gemeindeverwaltung die Möglichkeiten und Ziele für eine Attraktivierung des Everswinkeler Ortskerns auf. Um an Städtebaufördermittel zu gelangen, muss zunächst ein „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ (ISEK) erarbeitet werden. Aufgezeigt wurden ermittelte Schwachpunkte im und mögliche Maßnahmen für den Ortskern.

In kleiner Runde wurde über das „Integrierte städtebauliches Entwicklungskonzept“ diskutiert. Foto: Klaus Meyer

Dafür, dass es um das Gesicht des Ortskerns ging, um die Zukunftssicherheit des Vitus-Dorfes und um Städtebaufördermittel, von denen auch private Hausbesitzer im Ortskern profitieren könnten, war die Beteiligung am Bürger-Info-Abend der Gemeinde mager. Gerade einmal 13 Bürger – davon vier Ratsmitglieder – fanden sich im Foyer der Verbundschule ein, um sich über die möglichen Attraktivierungsmaßnahmen für Everswinkels Mitte zu informieren.

„Jetzt geht es darum, dass wir uns auf den Weg machen“, verdeutlichte Bürgermeister Sebastian Seidel zum Einstieg. Er machte klar, so eine Attraktivierung des Areals zwischen Vitusstraße -Kirchplatz-Magnusplatz „kostet eben viel Geld“ und darum müsse man „die Förderkulisse öffnen“. Um an solche öffentlichen Fördergelder zu kommen, bedarf es eines „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes“ (ISEK). „Es ist gewünscht, dass auch private Flächen eingebunden werden“, sagte er und schob schmunzelnd nach: „Das bedeutet aber nicht, dass wir etwa enteignen wollen“.

Was hinter dem ISEK steckt, machte Frederic Hoogen vom Büro „energielenker“ aus Greven deutlich. Das hat bereits eine Bestandsaufnahme – auch durch eine Begehung im Juli – und eine Analyse der öffentlichen und privaten Gebäude in dem 21,54 Hektar großen Areal des Ortskerns vorgenommen. Dabei geht es um die Themen Wohnen, Einzelhandel, Mobilität und Verkehr, Bildung und Freizeit sowie städtebauliche Missstände. „Die Gemeinde ist ja schon aktiv und macht eine Menge“, etwa bei Laden-Leerständen, um einen lebendigen Einkaufsstandort zu erhalten. Es gehe insgesamt um die Zukunftssicherheit Everswinkels.

Mängel machte Hoogen etwa bei den Fußwegeverbindungen, der fehlenden direkten Anbindung ans Bahnnetz, dem „hohen Versiegelungsgrad durch viele Parkplätze“ aus. Dazu kommen punktuelle städtebauliche Missstände. In einem Leitbild sind die Handlungsfelder und Ziele für die Stärkung des Ortskerns fixiert. Es gelte, Bereiche zu bestimmen, „die fokussiert entwickelt werden können“, um den öffentlichen Raum aufzuwerten, Grünstrukturen zu erhalten und zu entwickeln, historische Bausubstanz zu erhalten sowie Einzelhandel und Gastronomie zu stärken. Insgesamt also eine Steigerung der Aufenthaltsqualität in Everswinkels Mitte mit besseren Verweilmöglichkeiten, höherer Passantenfrequenz, dem Abbau von Barrieren, möglichen temporären Durchfahrtsbeschränkungen (Vitusstraße) und mit Bereichen, in denen temporäre Aktionen stattfinden können. Dabei gehe es auch darum, „private Investitionen zu generieren“.

Hoogen unterstrich, dass einige Maßnahmen auch Gestaltungskonzepte benötigten. „Wir empfehlen immer einen städtebaulichen Wettbewerb.“ Der liefere durch die teilnehmenden Büros interessante Ideen und Impulse und werde von einer unabhängigen Jury bewertet. Idealerweise sollte ein einheitliches Gestaltungskonzept für den gesamten Ortskern angestrebt werden, „damit man einen Ortskern erhält, der wie aus einem Guss wirkt“. Als Fördermöglichkeit für Privatpersonen nannte Hoogen das Hof- und Fassadenprogramm (50 Prozent Förderanteil) mit diversen möglichen Maßnahmen sowie die Einrichtung eines Verfügungsfonds mit privaten und öffentlichen finanziellen Mitteln. „Quartiersentwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, so Hoogen abschließend.

Trotz der wenigen Teilnehmer entwickelte sich nachfolgend eine muntere Diskussion über das Ziel des Projekts, die Vorstellungen von Attraktivität und Zukunftssicherheit, über mögliche Strategien und darüber, wie man Bürger im Allgemeinen und Jugendliche im Besonderen für die Sache gewinnen kann.

Philipp Elsbernd vom Bau- und Planungsamt der Gemeinde, der den Wert eines städtebaulichen Wettbewerbs ebenfalls betonte und von einer „städtebaulichen Vertiefung des Gemeindeentwicklungskonzeptes“ sprach, erläuterte, dass die Gemeindeverwaltung im Herbst 2023 den Antrag auf Städtebauförderung stellen wolle. Begleitend könnte dann auch schon die erste Maßnahme laufen: eine Umgestaltung des Gartens am Heimathaus.

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