Bürgerschützenverein sagt Schützenfest ab

Hoffen auf den Spätsommer

Everswinkel

Der „ewige König“ . . . Dirk Folker geht tatsächlich ins dritte Jahr seiner Regentschaft als Schützenkönig des Bürgerschützen- und Heimatvereins (BSHV). Dass er sich so lange auf dem Thron hält wie die britische Königin Elisabeth, glaubt aber sicherlich niemand. Und es hofft niemand.

Klaus Meyer

In einer Video-Konferenz verständigte sich der Vorstand des Bürgerschützen- und Heimatvereins darauf, das Schützenfest im Juli abzusagen und einen Reservetermin Ende August zu blocken. Foto: Screenshot

Denn dies würde bedeuten, dass die Zeit der Schützenfeste vorbei wäre. Wer will das schon? Auch nicht König Dirk Folker. Im Moment allerdings ist seine Ablösung noch kein Thema.

„Ich bin ein Experte, was Schützenfeste angeht. Ich weiß genau, wie die ablaufen… Da kann ich nur sagen: Die Sache ist so, dass ich mir das nicht vorstellen kann, dass das vorantwortbar ist und stattfinden kann.“ Worte von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann im vergangenen Monat vor laufender Kamera als selbst ernannter Schützenfest-Fachmann mit reichlich Feier-Erfahrung. Laumann sieht in einer deutlich höheren Durchimpfungsrate den Schlüssel für künftige Feier-Freiheiten.

Dass Corona nach 2020 auch in 2021 einen Strich durch die Kalkulationen der Schützenvereine machen wird, ist schon länger bekannt. Etliche Vereine haben bereits ihre Absage verkündet, darunter auch die Schützen-Kollegen aus Alverskirchen. Für den BSHV ist natürlich ebenfalls klar, dass der Juli-Termin nicht mehr zu halten ist. Fest-Verzicht ist vorläufig angesagt. Für die Schützenbrüder und -schwestern zweifellos eine lange und harte Durststrecke, bei der die gepflegte Geselligkeit erst einmal auf der Strecke bleibt. Ganz aufgegeben hat der Vorstand des Vereins die Hoffnung indes noch nicht. Im Rahmen einer digitalen Vorstandssitzung wurde jüngst beschlossen, einen Termin im Spätsommer zu blocken. Ein Mix aus Optimismus und Hoffnung, der in einer höheren Durchimpfungsquote fußt.

Ins Auge gefasst wurde das letzte August-Wochenende (28./29. August). Klar ist jedoch schon jetzt, dass es keine der klassischen Festveranstaltungen mit 1000 Besuchern werden kann. So groß ist Optimismus dann doch nicht. Die Devise lautet also „Schützenfest light“ oder die Feier eines kleinen, internen Schützenfestes. Ob etwas möglich ist und wenn ja, was – das steht derzeit noch in den Sternen. Die Schützen möchten sich gerne etwas „warm laufen“. Fürs nächste Jahr. Dann muss die Pandemie besiegt sein. Für Corona ist kein Platz im Jahr 2022. Denn dann feiert der Verein sein 100-jähriges Bestehen. Sechs Arbeitsgruppen mit über 50 Personen erarbeiten derzeit das Jubiläums-Programm, dass sich durchs ganze Jahr ziehen soll.

Am 1. Oktober 1922 ist die „Schützengilde St. Hubertus“ in einer Gründungsversammlung ins Leben gerufen worden. Theodor Deipenbrock übernahm damals die Vereinsführung, und den ersten Königstitel sicherte sich Paul Suttorp auf dem Schützenplatz des Hofes Diepenbrock (Am Haus Langen). Er regierte wie üblich ein Jahr. Nicht so lange wie Dirk Folker  . . .

Regenten seit 2019: Schützenkönig Dirk Folker und Königin Anne Folker. Foto: Klaus Meyer

Drei Fragen an Dirk Folker

Er regiert nun im dritten Jahr das Everswinkeler Schützenvolk. Zwangsläufig. WN-Redakteur Klaus Meyer wollte von Schützenkönig Dirk Folker wissen, wie er die Situation erlebt.

Das dritte Jahr als Regent des Schützenvereins - das gab‘s noch nie (klammert man die Kriegsjahre mal aus). Was ist das für eine Gefühl als Rekord-König?

Folker: Ganz ehrlich: Kein schönes, da die vielen schönen Events im Laufe eines Jahres ja alle ausgefallen sind.

Was macht man eigentlich drei Jahre lang als Regent?

Folker: Das Beste daraus. In den Zeiten, als man sich mit mehreren Personen treffen durfte, haben wir auch mal mit dem Thron – oder einem Teil – gefeiert. 2020 haben wir zum Schützenfest einen kleinen Gruß an alle Mitglieder verteilt. Zurzeit fühlt es sich leider gar nicht nach Schützenfest oder König sein an.

Auch 2021 wird‘s kein großes Schützenfest geben. Haben Sie ein paar tröstende Worte fürs Schützenvolk?

Folker: Liebe Schützen, die jetzige Situation ist für keinen schön! Aber eins ist sicher: Wenn wir wieder zusammen feiern dürfen, dann werden wir das tun – und wie! Wir können die ausgefallen Schützenfeste nicht ersetzen, aber meine Throngesellschaft wird zusammen mit meiner Königin und mir alles dafür tun, es zumindest zu versuchen!

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