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Abschied von Dorfschreiber 

Hermann Mensing: „Ich habe mein Herz an Everswinkel verloren“

Everswinkel

Lachend schreitet Hermann Mensing über den roten Teppich, den man ihm zur Verabschiedung auf dem Gelände des Garten- und Landschaftsbauers Schulze Tertilt ausgerollt hat. Seine „Amtszeit“ als Everswinkeler Dorfschreiber ist nun, nach gut acht Wochen, beendet. Die Verabschiedung erfolgte mit mehr als einem Paukenschlag.

Von Marion Bulla

Schlagzeug spielen ist neben dem Schreiben seine zweite Leidenschaft. Bei seiner Verabschiedung durfte der Dorfschreiber beim Blasorchester Everswinkel mitspielen – und dirigieren.. Foto: Marion Bulla

Lachend schreitet Hermann Mensing über den roten Teppich, den man ihm zur Verabschiedung am Sonntag auf dem Gelände des Garten- und Landschaftsbauers Schulze Tertilt ausgerollt hat. Seine „Amtszeit“ als Everswinkeler Dorfschreiber ist nun, nach gut acht Wochen, beendet. Auf Einladung des Kulturkreises war der 72-Jährige zwei Monate lang in Everswinkel unterwegs, um seine Eindrücke und Gespräche mit den Dorfbewohnern und -bewohnerinnen aufzuschreiben.

Er selbst sagt, die Zeit in der Vitus-Gemeinde habe ihm viele schöne Momente beschert. „Ich habe die Menschen hier kennen- und schätzen gelernt“, erzählt Mensing, nachdem ihn Susanne Müller, ihres Zeichens Sprecherin im Arbeitskreis Literatur, begrüßt hat. „Was ist zu diesem Projekt, das mit viel Enthusiasmus ins Leben gerufen wurde, zu sagen: Vieles ist anders gekommen als geplant und konnte aufgrund von Corona nicht stattfinden“, bemerkt Müller. Dass es weder ein Frühlings- und ein Schützen-, noch ein Vitus-Fest gegeben habe, bedauert sie ebenfalls. „Das hätten wir gerne alles mit Dir gefeiert“, richtet die Sprecherin des Arbeitskreises Literatur im Kulturkreis das Wort an Mensing.

Wie ein Filmstar wurde Hermann Mensing der rote Teppich ausgerollt. Sehr zur Freude des Dorfschreibers.Wie ein Filmstar wurde Hermann Mensing der rote Teppich Foto: Marion Bulla

Auch wenn so einiges ausgefallen war, untätig war der Dorfschreiber dennoch keineswegs in den vergangenen Wochen. Mit seinem Zweirad erkundete der Autor den Ort und seine idyllische Umgebung. Denn das gibt der Roxeler gerne zu: „Hier ist es sehr schön.“ Das, was er auf seinen Touren erlebte, verpackte er anschließend in seinem Blog. „Es sind immer echte Mensing-Texte. Sie haben uns erfreut, überrascht und uns zum Schmunzeln gebracht“, lobt Müller im Rahmen der Verabschiedung die Arbeiten.

Natürlich kann der Kulturkreis den Dorfschreiber nicht gehen lassen, ohne ihm einen langgehegten Wunsch zu erfüllen, den er in einem seiner Blogs öffentlich gemacht hatte. Darum ist es auch kein Geheimnis, dass Mensing neben dem Texteschreiben eine weitere Leidenschaft hat. Er spielt sehr gerne Schlagzeug. Am liebsten in einem großen Orchester. Wie gut, dass Everswinkel über eben solch eines verfügt – das Blasorchester Everswinkel (BOE). Und selbstverständlich gibt es dort auch ein Schlagzeug.

Das BOE sorgte für eine klingende Verabschiedung des Dorfschreibers. : Foto: Marion Bulla

So sind die Musiker ebenso vor Ort. Sie empfangen Hermann Mensing zunächst mit einem Marsch. Dann darf er am Schlagzeug Platz nehmen. Nachdem der Linkshänder das Instrument seinen Bedürfnissen angepasst hat, ertönt gekonnt und in Harmonie mit den Musikern des BOE unter der Leitung von Dirigent Thomas Beumers das Stück „Highway to Hell“ von AC DC. Die Freude am Spiel steht dem Dorfschreiber wahrlich ins Gesicht geschrieben. Das nächste Stück „Movie-Star“ von Harpo begleit er deshalb gerne ebenfalls am Schlagzeug. „Wir haben das echt nicht geprobt, das hast Du wirklich gut gemacht“, lobt Beumers den Hobby-Musiker am Ende.

Auch Bürgermeister Sebastian Seidel ist zu Schulze Tertilt gekommen, und will es sich nicht nehmen zu lassen, dem Dorfschreiber ebenso auf Wiedersehen zu sagen. „Danke für Ihre Tätigkeit hier bei uns“, sagt er.

„Das war super heute alles. Ich hatte eine tolle Zeit in Everswinkel“, resümiert der Autor, bevor Thomas Beumers den Takt für den Westfalengruß vorgibt. Flugs stellt sich Mensing neben ihn, nimmt Beumers den Dirigentenstab aus der Hand, und dirigiert mit strahlendem Lächeln. Auch das scheint ihm zu liegen. „Ich habe mein Herz an Everswinkel verloren. Im September mache ich vier Tage Urlaub Urlaub hier, um die beiden Katzen meiner Vermieterin zu hüten“, verrät Mensing und fügt an, dass er sich darauf schon sehr freue.

Am Ende übernahm Hermann Mensing sogar den Dirigentenstab von BOE-Leiter Thomas Beumers und dirigierte das Orchester. Foto: Marion Bulla
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