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Weihbischof Stefan Zekorn begleitet Fahrt mit jungen Erwachsenen nach Oberammergau

„Ich war eine Weile sprachlos“

Oberammergau/Münster/Everswinkel

Es war ein nachhaltiges Erlebnis für die jungen Leute, darunter auch Jannik Steinhoff aus Everswinkel – er erlebte in einer Reisegruppe mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn die Passionsspiele in Oberammergau ganz hautnah.

Ein Selfie aus dem Passionstheater durfte nicht fehlen. Foto: Privat

Die Passionsspiele in Oberammergau waren das Ziel einer Fahrt von elf jungen Erwachsenen aus dem Bistum Münster. Organisiert und begleitet von Weihbischof Dr. Stefan Zekorn machten sich die jungen Frauen und Männer mit dem Zug auf den Weg nach Bayern, um sich dort mit einem vielfältigen Programm auf die Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu vorzubereiten und diese schließlich in der weltweit größten Freilichtbühne zu erleben.

„Ein einmaliges Erlebnis“, sind sich Janina Heubrock aus Ascheberg und Jannik Steinhoff aus Everswinkel einig. Fünf Stunden lang dauert die Vorstellung, mehr als 2000 Dorfbewohnerinnen und -bewohner wirken an den Passionsspielen mit. „Die Volksszenen mit weit mehr als 100 Darstellern auf der Bühne waren besonders beeindruckend“, wird Jannik Steinhoff im Pressebericht des Bistums zitiert. Der 25-jährige Wirtschaftsinformatiker lobt vor allem die Authentizität des Stückes: „Alles wirkte echt, man konnte das Geschehen auf der Bühne unmittelbar nachempfinden“, blickt er zurück.

Mimik und Gestik der Darstellenden, die besonders gut aufgrund der Plätze in den vorderen Reihen erlebt werden konnten, zogen die jungen Erwachsenen in den Bann. Auch Janina Heubrock: „Ich war danach erstmal eine Weile sprachlos, so intensiv war das.“ Die 24-jährige Erzieherin lobt besonders die schauspielerische Leistung: „Es war sehr professionell, sowohl das Schauspiel als auch die einzelnen Effekte.“

Elf junge Erwachsene aus dem Bistum Münster sind zusammen mit Weihbischof Stefan Zekorn zu den Oberammergauer Passionsspielen gefahren, hier mit dem Regisseur Christian Stückl (8. von links) und dem Jesus-Darsteller Frederik Mayet (9. von links). Foto: Bistum Münster

Ein echter Höhepunkt sei die Zufallsbegegnung mit Regisseur Christian Stückl gewesen, der die Gruppe nach der Vorstellung noch zum Gespräch einlud, unter anderem mit dem Jesus-Darsteller Frederik Mayet. „Es war schön, in ungezwungener Atmosphäre mit ihnen sprechen und alle Fragen stellen zu können“, berichtet Jannik Steinhoff.

Der Everswinkeler hatte sich schon vorher für die Passionsspiele interessiert, da kam das Angebot der Fahrt mit Weihbischof Zekorn genau richtig. „Ich kannte niemanden aus der Gruppe“, sagt er, doch das änderte sich für den 25-Jährigen schon während der Bahnfahrt. „Wir waren eine super Gemeinschaft und haben uns sehr gut verstanden“, freut er sich.

Neue Leute kennenlernen

Das kann auch Janina Heubrock bestätigen, die die bayerischen Alpen bislang nur vom Skifahren kannte. „Neue Leute kennenlernen und etwas Neues erleben“, das stand für die Aschebergerin im Mittelpunkt. Ihre Erwartungen wurden erfüllt, sagt sie, wenn sie an die Tage zurückdenkt, die neben den Passionsspielen auch noch viele andere Höhepunkte bereithielten. So wanderten die elf jungen Erwachsenen zusammen mit dem Weihbischof am ersten Tag zu einer Hütte, um mit der Sommerrodelbahn den Berg wieder hinunterzufahren, und besuchten abends den Holzschnitzer Ernst Franz in Unterammergau in seiner Werkstatt. Er zeigte ihnen zunächst den 2,50 Meter großen „Corona-Christus“, den er während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 geschnitzt hatte und der seitdem in vielen Kirchen Deutschlands ausgestellt wurde. „Es ist toll, was er aus einem Holzstück alles zaubern kann und wie filigran er arbeitet“, war Janina Heubrock beeindruckt.

: Während ihres Besuchs in den bayerischen Alpen besuchte die Gruppe auch den Holzschnitzer Ernst Franz (links) in Unterammergau, der ihnen seinen geschnitzten Corona-Christus präsentierte. Fotos: privat Foto:

Am folgenden Tag betete die Gruppe aus dem Bistum den Kreuzweg von Oberau bis Ettal und feierte anschließend einen Gottesdienst im dortigen Kloster. Mit Bibelarbeit bereiteten sich die Teilnehmenden abends auf die Passionsspiele vor. Eine Erfahrung, die Weihbischof Zekorn besonders beeindruckt hat: „Die jungen Erwachsenen haben sich intensiv auf die Evangelien-Texte eingelassen, wir haben die Passion mit ver-teilten Rollen und halbszenisch gelesen und zwischendurch immer wieder innegehalten, um uns über die Anregungen der Texte und die Fragen, die bei uns aufkamen, auszutauschen“, berichtet er und zieht ein Fazit: „Viele von uns haben in diesen Tagen tiefer verstanden, was es heißt, wenn Jesus sagt: ‚Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach‘“.

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