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Korps der Könige im Schützenverein Alverskirchen

Kaiserin muss zur „Nachprüfung“

Alverskirchen

Ein erfolgreicher Schuss beim Schützenfest reicht nicht, um in das Korps der Könige aufgenommen zu werden. Und selbst wer zweimal den Vogel abschießt, bekommt keine Sonderbehandlung, wie Kaiserin Martina Samberg nun erfahren musste.

Das Korps der Könige im Schützenverein Alverskirchen traf sich zur ersten Versammlung nach der Corona-Pause.  Foto: Schützenverein Alverskirchen

Vor genau drei Jahren feierte das Korps der Könige des Schützenvereins Alverskirchen von 1840 sein 25-jähriges Bestehen. Alfons Brockmann hatte seinerzeit die Idee zur Gründung des Korps und fand in dem 1994 frisch gekrönten Schützenkönig Franz-Josef Kröger einen begeisterten Mitstreiter, der direkt das Amt des Korpssprechers übernahm und seither ausführte.

„25 Jahre sind genug“, kündigte Kröger schon bei der Aufnahme von König Marco Leivermann vor drei Jahren an, dass er auf der Suche nach einem Nachfolger sei. Diesen konnte er den versammelten Majestäten laut einer Pressemitteilung nun im Vereinsheim der DJK Rot-Weiß Alverskirchen bei der ersten Korpsversammlung nach der Corona-Pause präsentieren. Markus Storm, seines Zeichens König im Jahr 2015, ließ sich nicht lange bitten und sagte Kröger direkt bei der ersten Ansprache zu, das Amt fortzuführen. „Das ist eine wunderbare Sache“, lobte Kröger. Für das langjährige Engagement bedankte sich der Vorsitzende des Schützenvereins, Mark Hansel, unter dem lautstarken Applaus der anwesenden Majestäten herzlich bei Kröger. „Du hast die ganze Zeit über einen wirklich super Job gemacht“, so Hansel, der Kröger zum Abschied einen bunten Präsentkorb überreichte.

Vorsitzender Mark Hansel (v.l.) und Kaiserin Martina Samberg dankten dem  ehemaliger Korpssprecher Franz-Josef Körger und seinem Nachfolger Markus Storm. Foto: Schützenverein Alverskirchen

Kaiserin erneut geprüft

Durch den Abend führten Kröger und Storm die versammelten Majestäten dann gemeinsam. Hauptprogrammpunkt war neben dem gemeinsamen Essen und dem gemütlichen Beisammensein die Aufnahme der aktuellen Majestät in das Korps. Die Regularien sind dabei klar: Auch eine bereits erfolgte Aufnahme nach dem Königsschuss schützt nicht vor einer erneuten Prüfung bei Erlangen der Kaiserwürde. So musste sich auch die erste Kaiserin des Vereins, Martina Samberg, der Mitgliedschaft im Korps der Könige erneut als würdig erweisen.

Bei den Fragen zum vergangenen Schützenfest konnte Kaiserin Martina niemandem etwas vormachen, die richtigen Antworten erfolgten prompt und ohne Zögern. Für einen Schmunzler sorgte dabei ein kleiner Fehler in der Vorbereitung von Kröger – hatten sich in seine vermeintlich korrekten Antworten doch ein paar falsche Daten und Zahlen aus dem Jahr 2013 eingeschlichen, in dem Samberg die Königswürde des Vereins errungen hatte.

Knifflige Fragen

Kniffliger wurde es bei den folgenden Fragen zur beruflichen Tätigkeit der Kaiserin. Doch obwohl die Fragen zum Arbeitsgefährt der Schulbusfahrerin sehr ins Detail gingen, konnte sie auch diesen Prüfungsteil erfolgreich absolvieren. Die obligatorischen Scherzfragen („Was kann man nicht mit Worten ausdrücken?“, „Was macht Robin Hood mit gestohlenen Deo-Rollern?“, „Wie kann man einen Liter Wasser in einem Sieb transportieren?“, „Wo geht man morgens durch ein großes Loch rein und durch zwei Kleine wieder raus?“) waren für Samberg keine Hürde, die korrekten Antworten („Einen Schwamm“, „Er verteilt sie unter den Armen“, „Gefroren“, „durch eine Hose“) hatte sie schnell parat.

Kaiserin Martina Samberg (v.l.) bestand die Prüfungen und wurde von Franz Josef Kröger, Markus Storm und Marco Leivermann, König im Jahr 2019, in das Korps der Könige aufgenommen. Foto: Schützenvereins Alverskirchen

Der neue Korpssprecher Storm hatte abschließend noch ein „Dalli-Klick“-Ratespiel als letzten Test vorbereitet, bei dem es galt, ehemalige Könige des Vereins möglichst schnell und mit Jahresangabe zu erkennen. Hier konnte Samberg auf die Unterstützung der Anwesenden bauen, die gespannt und eifrig mitrieten. Das ist Korpsgeist bei den ehemaligen Königen von Alverskirchen und gehört auch bei der Aufnahmeprüfung dazu.

Nach zehn erfolgreich gelösten Bildern war klar: Kaiserin Martina hat ihre „Nachprüfung“ mit Bravour bestanden. Und so wurde sie feierlich von ihrem Vorgänger Marco Leivermann per Säbelschlag auf beide Schultern erneut ins Korps der Könige aufgenommen.

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