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Abendliche Lichterfeier zu Maria Lichtmess

Kerzen als Zeichen der Trauer

Everswinkel

Eine Lichterfeier am 2. Februar ist in katholischen Kirchen nichts Ungewöhnliches. Aber in diesem Jahr ist es anders: Die Kerzen brennen auch als Zeichen des Entsetzens über den Zustand der Kirche.

Von und

Lichterfeier in der St. Magnus-Kirche am Mittwoch: Foto: Klaus Meyer

In der Pfarrkirche St. Magnus findet am Mittwoch (2. Februar) um 19 Uhr eine Lichterfeier als besonderes Abendgebet (Komplet) statt. Die Lichterfeier wird vom Kompletkreis gestaltet. An der Orgel spielt Kirchenmusiker Thomas Krass, teilt die katholische Kirchengemeinde St. Magnus-St. Agatha mit.

In der Tageslesung des Festes „Darstellung des Herrn“, im Volksmund auch „Maria Lichtmess“ genannt, erkennt der greise Simeon in Jesus „Licht und Trost der ganzen Welt“. Die Skandale durch Menschen in Leitungsfunktionen der Kirche, die Böses getan und Gutes unterlassen haben“, wie es im Schuldbekenntnis der Kirche heißt, haben diese Botschaft verdeckt.

„Zahlreiche Menschen verlassen aus nachvollziehbaren Gründen die ausgebrannte Kirche“, heißt es weiter in der Ankündigung der Lichterfeier weiter. Von solchen Krisen erzähle schon das Evangelium. „Viele Menschen verlassen Jesus, nicht weil er Böses getan hat, sondern weil er ziemlich drastisch zu Umkehr und Neuanfang auffordert.“ Jesus frage seine Jünger, „wollt auch ihr gehen?‘ und Petrus antworte ratlos bis verzweifelt: „Herr wohin sollen wir gehen? Nur Du hast Worte ewigen Lebens.“

In der Lichterfeier wird deshalb die Osterkerze als Symbol für Christus in die Mitte gestellt werden. „Es werden Trauer und Entsetzen über den Zustand seiner Kirche vor ihn getragen und mit Psalmen und Gesängen, um Vergebung und Neuanfang gebetet. Denn immer noch glauben genügend Christen: Wenn wir uns bewusst auf ihn ausrichten, wird er mit seiner glühenden Botschaft der Liebe wieder unter der Asche erscheinen und wieder Heil und Tost der Welt sein können.“ Jesus habe das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter erzählt. Sie sei der Glutkern christlichen Glaubens, obwohl oder gerade weil nicht die religiösen Amtsträger, sondern ein „Heide“, ein Ausländer, dem Ausgeplünderten und Verlassen helfe. „Wie brutal könnte unser Zusammenleben werden, wenn diese Geschichte nicht durch Christen und die Kirche kommenden Generationen weitererzählt würde?“, fragen die Organisatoren der Lichterfeier.

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