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Konter auf dem Kunstrasenplatz

Neuaufbau des Alverskirchener Platzes soll vorgezogen werden

Alverskirchen

Eigentlich war es „nur“ die Beratung des Haushaltsplan-Entwurfs und der darin enthaltenen Alverskirchener Positionen. Dank eines Änderungsantrages der CDU kam dann eine spontane Betriebsamkeit dazu: Der Ausschuss wechselte vom Beratungstisch auf den Sportplatz, um sich ein Bild vom Zustand des Kunstrasens zu machen. Mit Folgen für die Haushaltsplanung.

Bei einem spontanen Ortstermin machten sich die Mitglieder des Bezirksausschusses ein Bild von den Schäden des Kunstrasenplatzes. Foto: Klaus Meyer

Der Konter erfolgte über die rechte Seite. In einem gemeinsamen Flankenlauf arbeiteten sich die Kommunalpolitiker auf dem Grün fast bis zur Mittellinie vor. Niemand konnte sie in diesem Moment stoppen – auch nicht die Jugendkicker, die auf der linken Seite gebunden waren. An dem WM-Tag, an dem die Argentinier eine sensationelle Niederlage gegen Saudi-Arabien einstecken mussten, feierten die Mitglieder des Bezirksausschusses einen ebenso überraschenden Erfolg: Der eigentlich für 2024 vorgesehene grundhafte Neubau des Alverskirchener Kunstrasenplatzes wird aufs kommende Jahr vorgezogen.

Der kurzfristig während der Sitzung am Dienstagabend im Sportlerheim im Rahmen der Haushaltsberatung eingeschobene Ortstermin auf der benachbarten Kunstrasenfläche brachte die Wende. Auf dem in die Jahre gekommenen Grün überzeugten sich die Kommunalpolitiker von der nicht mehr aufschiebbaren Sanierungsnotwendigkeit. Unterschiedliche Grüntöne zeigten, dass bereits einige Flicken in den 2010 verlegten Kunstrasen eingearbeitet worden sind. Wölbungen und Löcher in dem Belag sorgen für Gefahr. „Man läuft und sieht es nicht“, machte CDU-Ratsherr Werner Lemberg deutlich.

Etwa 15 Jahre Lebensdauer waren damals für den Kunstrasen prognostiziert worden, zwölf sind es nun. 350 000 Euro stehen für die Sanierung im Haushaltsplan-Entwurf. Es war der Antrag der CDU, die Maßnahme um ein Jahr vorzuziehen und die für 2023 vorgesehene Frischzellenkur mit neuer Technik für die zwölf Jahre alte Fluchtlichtanlage mit einer kalkulierten Investitionssumme von 110.000 Euro zu schieben. Und zwar möglichst so, dass die Gemeinde in den Genuss eines Förderprogramms des Landes kommen kann, wie Lemberg formulierte. Gute Reststücke des Kunstrasens könnten, so eine Idee im Sportverein, für das 2009 eingerichtete DFB-Minispielfeld genutzt werden. Als teilweise Gegenfinanzierung für die vorgezogene Ausgabe schlug Lemberg vor, die geplante neue Möblierung im Rathaus mit einem Volumen von 115.000 Euro zu verschieben.

Gut erhaltene Teile des Kunstrasens könnten für eine Sanierung des ebenfalls schadhaften DFB-Mini-Spielfeldes Verwendung finden. Foto: privat

„Die Problematik ist klar, der Kunstrasenplatz muss gemacht werden“, bilanzierte Grünen-Ortssprecherin Marion Schniggendiller den kurzen Außentermin. „Was ich nicht so glücklich finde, ist, dass das Rathaus darunter leiden soll“, das sei ja auch ein Repräsentationsobjekt. David Peikert von der FDP sah ebenfalls die Notwendigkeit der vorgezogenen Sanierung. „Es ist natürlich eine Menge Geld. Aber was gemacht werden muss, muss gemacht werden“, das sei auch eine Frage der Sicherheit. Allerdings müsse man auch dem Rathaus gerecht werden. Uwe Wolf von der SPD signalisierte auch grünes Licht: „Ich bin auch dafür. Wir sparen ja auch erst einmal die 110.000 Euro, die recht zackig für das Flutlicht angesetzt worden sind.“

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