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Eine Zwischenbilanz am Beispiel des SC DJK

Kostspielige Zeit ohne Sport

Everswinkel

Die Sportler hängen weiter in der Luft. Während diverse Geschäfte gemäß der Vorgaben am Montag wieder öffnen durften, bleibt die sportliche Betätigung weiterhin aufs Joggen oder Fahrradfahren beschränkt. Alle Sportstätten geschlossen, Zwangspause für den Vereinssport in all seinen Facetten auf unbestimmte Zeit. Das Beispiel des SC DJK zeigt, welche Auswirkungen das auf einen Sportverein hat.

Klaus Meyer

Ob Sporthalle oder Sportpark – Vereinssport ist seit fünf Wochen nicht möglich. Foto: SC DJK

Breitensport, Gesundheitssport, Fitnesssport, Mannschafts- und Leistungssport – alles durch Corona unmöglich gemacht. Beim SC DJK Everswinkel sind 19 Abteilungen betroffen, und geschätzt 2 000 bis 2 200 Personen können seit fünf Wochen ihrem Sport nicht nachgehen. Florian Glose, Leiter der Geschäftsstelle des Vereins schätzt die Zahl der bislang ausgefallenen Sportstunden auf bis zu 1 200. Ein teurer Ausfall.

Zwar seien die Verluste schwer zu beziffern, aber der Löwenanteil entfalle auf die Kurse und den Rehasport. „Es fehlen jeweils Einnahmen im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich. Je nachdem wie lange kein Sport getrieben werden kann, wird dies natürlich mehr werden, da dann vielleicht auch die Mitgliedschaften gekündigt werden“, zeichnet Glose ein ernüchterndes Bild für den Verein. „Sollte das Vitus-Fest im Juni abgesagt werden, würde auch der Gewinn für den Vitus-Lauf in vierstelliger Höhe wegfallen.“

Florian Glose

Kostenpunkte bleiben

Parallel dazu bleiben etliche Kostenpositionen erhalten. Ausgaben für Versicherungen, Strom, Gas, Wasser, Personalkosten zumindest für März und April, Telefon, Internet und mehr. Die Tennisplätze seien beispielsweise bereits vorbereitet worden, aber auch dort ist noch nicht klar, wann die wieder bespielt werden dürfen. Eine wesentliche Säule im Finanzgerüst sind natürlich die Mitgliedsbeiträge. Würden die teilweise wegbrechen durch Rückforderungen oder Kündigungen von Mitgliedschaften, träfe das den Verein schwer.

Ein Sportverein sei laut Auskunft des Landessportbundes nicht verpflichtet, Mitgliedsbeiträge zu erstatten, da man beim Verein nicht für das Erbringen einer Leistung zahle, sondern für die Mitgliedschaft. „Natürlich würden uns Erstattungen oder viele Abmeldungen  extrem hart treffen“, weiß Glose, aber der Verein „baut aber auf die Solidarität seiner Mitglieder“, da die laufenden Kosten ja dennoch zu bezahlen seien. „Derzeit ist aber keine Tendenz erkennbar, dass es zu Abmeldungen kommt. Rückforderungen gab es auch noch keine, wofür wir sehr dankbar sind.“

Florian Glose

Geld auf Stundenbasis

Bei den Kursen werde rein nach erbrachter Leistung abgerechnet. Gebühren, so erläutert der Geschäftsstellenleiter, würden stets erst zum Ende des Kurses eingezogen – für die im Januar gestarteten Kurse somit noch nicht. „Hier werden nur die tatsächlich stattgefundenen Kurseinheiten berechnet. Gleiches gilt auch im Rehasport.“

Für rund 100 Trainer und Übungsleiter gibt‘s derzeit nichts zu tun beim SC DJK. Und damit auch nichts zu verdienen. „Die meisten Trainer werden auf Stundenbasis bezahlt und erhalten Geld nur für geleistete Übungseinheiten. Die meisten unserer Trainer mit fester Übungsleiterpauschale – im Fußball, Handball oder Rehasport – haben freiwillig auf ihr Entgelt verzichtet“, zeigt Glose auf. Übungsleiter hätten bei bestimmten Voraussetzungen aber die Möglichkeit, Gelder bei Bund und Land zu beantragen, was die Geschäftsstelle des SC DJK etwa mit Bescheinigungen über Verdienstausfälle unterstütze.

Wieder mit dem Sport beginnen

Was die so jäh gestoppte Meisterschaftssaison anbelangt, so treffe es die eine Mannschaft mehr, die andere weniger vor dem Hintergrund ungeklärter Auf- und Abstiegsfragen. „In einigen Sportarten ist die Saison für beendet erklärt worden wie etwa beim Badminton zwei Spieltage vor Schluss, in anderen Sportarten wie zum Beispiel Fußball hofft man, dass die Saison noch beendet werden kann“, sagt Glose, der selbst nicht zur Untätigkeit verdammt war. Viel Arbeitszeit floss in die zum 15. April freigeschaltete neue Homepage des Vereins, die Finanzen sind weiter zu führen, die Mitglieder zu verwalten und die Post zu bearbeiten. Zudem können Aufgaben erledigt werden, die aufgeschoben wurden oder eigentlich erst später im Jahr anfallen würden.

Glose – und der gesamte Verein – hoffen, dass im Mai die eine oder andere Sportgruppe unter Auflagen wieder starten darf. Schon jetzt wären entsprechend Sportarten möglich, bei denen es kaum Kontakt zum Mitspieler gebe wie etwa beim Tennis, Tischtennis oder Badminton. „Bis Sport aber wieder normal abläuft, gehen sicher noch einige Monate ins Land“, hat Glose keine Illusionen.

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