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Von der Idee zum Vorzeige-Projekt

Leuchtturm in der Schullandschaft

Everswinkel

Sie war immer etwas Besonderes. Und sie ist etwas Besonderes – mehr denn je. Wenn man auf die Schullandschaft Nordrhein-Westfalens schaut, ragt die Verbundschule wie ein Leuchtturm heraus. Mit ihrer Kombination von Haupt- und Realschulzweig unter einem Dach ist sie fast einzigartig. Zehn Jahre besteht sie in diesem Jahr. Ein Erfolgsprojekt von Anfang an.

Klaus Meyer

Immer an einem Strang: Über die gemeisterte Anmeldephase freuen sich am 27. Januar 2009 (v.l.) Peter Friedrich, Bernd Schulze Zurmussen, Ludger Banken, Jutta Zimmermann, Ludger Feller, Thomas Stohldreier, Wolfram Kötting und Thomas Günther (v.l.). Foto: Klaus Meyer

Es existieren nur noch zwei weitere Verbundschulen in NRW – in Raesfeld und in Isselburg. Die Everswinkeler Verbundschule genießt mit ihrer modernen Ausstattung, ihrem kontiniuierlich erweitertem kompetenten Kollegium sowie der engen Kooperation mit der heimischen Wirtschaft im Hinblick auf künftige Berufs-Chancen einen exzellenten Ruf. Das zeigte sich nicht zuletzt bei der Eltern-Befragung im vergangenen Jahr mit einem Zustimmungswert von satten 97 Prozent.

Eine zweizügige Hauptschule allein ist auf Dauer nicht zu halten – das weiß man in Everswinkel schon Jahre vor der zündenden Idee. Doch die ersten Projekte scheitern. Die Bündelschule versinkt im Geschichtsbuch, ebenso die „Filiale“ des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums Warendorf, die am mangelnden Eltern(anmelde)willen scheitert. Dann wird die Idee von Haupt- und Realschule geboren. Everswinkel und Ostbevern steigen zusammen ins Boot und schicken 2006 den Antrag auf ein Modell-Schulprojekt für den ländlichen Raum nach Düsseldorf. Die CDU-Landtagsabgeordneten Reinhold Sendker und Berni Recker leisten Schützenhilfe. Am 27. April 2007 gibt‘s die positive Rückmeldung: Das Ministerium genehmigt einen fünfjährigen Schulversuch in beiden Orten. Der Beginn vielfältiger Hausaufgaben in Everswinkel. Da laut Vorgabe mindestens 84 Schüler angemeldet werden müssen, wird der Start aufs schülerstärkere Schuljahr 2009/2010 gelegt.

Der frühere Bürgermeister Ludger Banken

Ein Kompetenzteam und eine Projektgruppe werden ins Leben gerufen, der Schulentwicklungsplan fortgeschrieben und das pädagogische Konzept mit Prof. Dr. Bernd Zymek von der Uni Münster erarbeitet. Großer Trumpf der künftigen Schule: die Durchlässigkeit.

2008 ist das Info- und Werbejahr fürs Projekt. „Wir wollen eine neue Schule im Ort haben und die Hauptschule gleichzeitig stärken“, bringt Bürgermeister Ludger Banken die Marschroute auf den Punkt. In den Elternabenden im Mai betont er, „den Weg zur Verbundschule wollen wir mit Ihnen gemeinsam gehen, denn nur so werden wir Erfolg haben“. In der Haushaltsplanung spielt die Schule schon die Hauptrolle: Knapp fünf Millionen Euro sind für den ergänzenden Neubau, die Neueinrichtung der naturwissenschaftlichen Fachräume, die Schaffung einer Caféteria und einiges mehr von 2009 bis 2011 vorgesehen.

Die Tage der Wahrheit laufen ab 22. Januar 2009. Anmeldephase. Gemeinde und Kommunalpolitik haben ihre vielfältigen Hausaufgaben gemacht. Am 27. Januar ist es amtlich: Die Verbundschule kommt. 95 Anmeldungen, Zweizügigkeit für beide Schulformen. Meilenstein und Meisterleistung in Sachen Schulzukunft. Architekt Theo Altefrohne präsentiert am 29. Juni eine Gebäudeplanung aus einem Guss. In den Sommerferien werden die naturwissenschaftlichen Räume für 560 000 Euro umgebaut und zum Modernsten, was Schule bieten kann. Am 18. August 2009 ist die alte Hauptschule Geschichte. Die „Verbundschule Everswinkel – Gemeinschafts-Hauptschule und Realschule der Gemeinde Everswinkel“ nimmt mit einem begeisternden Eröffnungsprogramm ihre Arbeit auf. „Das wird eine ganz tolle Schule, weil alle das wollen“, ist sich Banken sicher.

Der frühere Schulleiter Ludger Feller

Der erste Spatenstich für den Neubau erfolgt am 22. Juli 2010. In dem Jahr sind es gar 97 Schüler-Neuanmeldungen. Fertiggestellt ist der Neubaus im Herbst 2011. Beim zweistündigen bunten Einweihungs-Festakt am 14. Oktober erntet das Gebäude Bewunderung und Staunen seitens der vielen Ehrengäste. So sieht ein Nonplusultra aus. „Hier wurde Großes, Beispielgebendes, Vorbildliches geleistet. Die Wirklichkeit hat unsere Erwartungen deutlich übertroffen“, zeigt sich Schulleiter Ludger Feller euphorisch. Beim Einweihungsfest „Schule erleben“ zwei Tage später können sich Vitus-Bürger und Eltern aus Nachbarorten davon überzeugen.

Fürs Schuljahr 2019/20 liegen sogar 108 Anmeldungen vor. Die Verbundschule Everswinkel zieht – sie ist im wahrsten Sinne eine schulische „Zugnummer“. Die Wertschätzung dieser landesweit bekannten Schule spiegelt sich nicht zuletzt in der Tatsache wider, dass zum Jubiläums-Festakt am 6. September Schulministerin Yvonne Gebauer persönlich kommt.

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