1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Everswinkel
  6. >
  7. Lieder regelrecht verkörpert

  8. >

Duo „Red Head Redemption“ gastiert auf Gut Brückhausen

Lieder regelrecht verkörpert

Alverskirchen

Sie begeisterten ihr Publikum: Sängerin Sandra Botor und der Everswinkeler Pianist Thomas Kraß am Samstag im Gut Brückhausen.

Von Andreas Hasenkamp

Künstlerisch stark und dazu gern im Austausch mit dem Publikum: das Duo „Red Head Redemption“ mit Sandra Botor und Thomas Kraß auf Gut Brückhausen. Foto: Andreas Hasenkamp

Die Kunst macht manches leichter erträglich, deckt aber auch manches auf, könnte man nach dem Programm „Ehe, Männer & andere Katastrophen“ denken: Das boten die Sängerin Sandra Botor und der Everswinkeler Pianist Thomas Kraß am Samstag im Gut Brückhausen.

Es drehe sich um Männer, sagt Botor, dass tue es ja sonst auch – und geht es um Liebe und anderes in Beziehungen, sich Anbahnenden oder Dahinschleppenden. Das Thema ist nicht neu, das Eröffnungslied „Männer“ – „Männer sind unersetzlich“ – bestens bekannt, dito das dezent modernisierte „Kann denn Liebe Sünde sein?“ - was das Duo „Red Head Redemption“ dann aufbietet, versetzt doch in Erstaunen, Erschrecken und vielfach in Entzücken. Das Liebeslied handelt oft vom Liebesleiden, von Tragik und Abgründen, etwa in „Die zersägte Dame“, in „Meine Ex (plodierte Freundin)“ von Den Ärzten, und gern was aus Punk oder von Georg Kreisler – da weiß man, was man zu befürchten hat, böse Lieder – „Bidla Buh“. Solchen exquisiten Stoff bringt das Duo auf die Dielen in Gut Brückhausen, und wie.

Vom Fuß bis in die Fingerspitzen

Die Quelle des Entzückens ist vor allem diese Sängerin, die ihre Lieder verkörpert. Vom Fuß bis in die Fingerspitzen, den Gesichtszügen, die die in viele Richtungen tanzen, vom strahlenden, gewinnenden Lächeln bis zum Entgleisen, dem charmanten Anschmachten, dem gewinnenden Lächeln bei starkem Tobak bis zum koketten Hüfteinsatz. Ihre Stimme greift scheinbar nach Belieben vom Keller-Bass bis in schrille Höhen alles ab, was ein Lied verlangt.

Ihr instrumentales Pendant findet Botor im Everswinkeler Pianisten Thomas Kraß. Bei ihnen harmonierte es musikalisch, aber Kraß baut sich auch sonst in den Gesangs-Stoff ein, ob er zum Akkordeon greift oder sein Haupthaar als Anschauungsmaterial für ein Lied enthüllen lässt.

49 Gäste passten in den Saal auf Gut Brückhausen, zwei Männer mit „Peter“ im Namen sahen sich besonders eingebunden, dazu einer mit der Botor’schen Erfindung einer Fühl-Hand am Stock. Doch auch die anderen gingen hörbar mit und spendeten reichlich Applaus. Auch nach zwei Zugaben an diesen vergnüglichen und künstlerisch beeindruckenden Abend.

Startseite
ANZEIGE