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Verbundschule verfügt nun über einen besonderen Raum

Münsterländisches Stonehenge

Everswinkel

Jüngste Ausgrabungen haben mysteriöse Steine zutage gefördert, deren Bedeutung noch nicht ganz geklärt ist. Sie deuten aber darauf hin, dass an dieser Stelle auf dem Gelände der Verbundschule schon vor einigen tausend Jahren gelehrt wurde . . .

Was auf den ersten Blick wie ein mystischer Steinkreis aus vergangener Zeit wirken mag, ist wesentlich jüngeren Datums. Hier können Schüler und Schülerinnen der Verbundschule mal Unterricht in ganz anderer Atmosphäre erleben. Foto: Klaus Meyer

So oder so ähnlich hätte wohl eine Nachricht begonnen, wenn die in einer kompakten Runde angeordneten Sandsteinblöcke tatsächlich einen spektakulären historischen Hintergrund hätten. Haben sie aber nicht. Das, was da so wirkt wie ein kleines münsterländisches Stonehenge, ist ganz jungen Datums.

Seit dem Sommer verfügt die Everswinkeler Verbundschule neben ihren zahlreichen modernen Klassen- und Fachräumen nun auch über einen „Raum“ in ganz traditioneller Bauweise mit sehr zurückhaltender – man kann auch sagen spartanischer – Ausstattung. Die kolossal schweren Sitze bestehen aus Baumberger Sandstein und sind nicht mal so eben zu verrücken. Statt auf ein digitales Smartboard fällt der Blick auf Bäume, Himmel und den Gebäudekomplex der Schule. Es ist das erste „grüne Klassenzimmer“ der Schule.

„Das war schon lange ein Wunsch der Schule“, erzählt Verbundschulleiterin Christina Westemeyer gegenüber den WN. 30 Steinblöcke für die Schüler, einer ganz vorn für die Lehrkraft. Die Einrichtung übernahm das Alverskirchener Gartenbau-Unternehmen Theilmeier, wie auch jetzt im Herbst die Anpflanzung der Hecke. „Der Platz ist ideal, weil große Bäume drumherum stehen, die im Sommer Schatten spenden. Und weil er auch die anderen Schüler nicht stört.“

Schulleiterin Christina Westemeyer

Die erste Unterrichtsstunde unter freiem Himmel sicherte sich Westemeyer seinerzeit gleich selbst mit der Klasse 5c. Die Vergabe des grünen Klassenzimmers ist klar geregelt. „Der Raum kann gezielt gebucht werden wie jeder andere Fachraum auch“, berichtet Westemeyer. Ein begehrter Platz, der auch in den Pausen „von den Schülerinnen und Schülern sehr gerne genutzt wird, um lustige Spiele zu machen“, wie sie beobachtete.

Ermöglicht wurde der neue Raum – der mit dem Heranwachsen der Hecke auf eine stattliche Höhe dann auch richtig zu einem solchen wird – durch Mittel aus dem Förderprogramm „Aufholen nach Corona“, Mittel des Fördervereins der Schule sowie eine Spendenaktion. Die Heckenanpflanzung übernahm der Förderverein jetzt komplett.

Alle Jahrgänge der Schule können das grüne Klassenzimmer nutzen, und die Resonanz ist gänzlich positiv. „Die Kollegen finden es gut. Es ist eine nette Möglichkeit, um Abwechslung in den Unterricht zu bringen“, so Westemeyer, die auch noch weitere wesentliche Vorteile in der Freiluft-Anlage sieht. „Man hat dort eine sehr konzentrierte Ansprechmöglichkeit an die Schüler“, und zudem sei es Unterricht an der frischen Luft, was gerade seit Beginn der Corona-Problematik nicht unwesentlich ist. „Die Schüler finden es ganz toll.“ Man überlege jetzt noch, auf Dauer Sitzkissen für die Steinblöcke anzuschaffen.

Im Herbst und Winter werden Unterrichtseinheiten an der Stelle wohl eher die Ausnahme sein, aber der Blick richtet sich schon aufs nächste Frühjahr, wenn sich die grünen Wände des Klassenzimmers langsam schließen. Jetzt rückt zunächst eine ganz andere Einrichtung in den Mittelpunkt, die seit Beginn der Corona-Zeit außer Betrieb war. Am kommenden Montag öffnet der Schul-Kiosk wieder – und zwar mit einem neuen Team und einem neuen Sortiment, freut sich Westemeyer. Dann gibt‘s da zum Beispiel künftig auch Schulhefte oder Geo-Dreiecke und mehr. „Um 10.18 Uhr wird das erste Brötchen verkauft“, lacht Westemeyer.

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