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Wald- und Wiesenkonzert des Kulturkreises mit „Branouche“ und „Friends“

Musik mit Gänsehaut-Momenten

Everswinkel

Mit „The girl from Ipanema“, dem wohl bekanntesten Bossa-Nova-Stück der Welt, verabschiedeten sich „Branouche“ und Friends. Das Publikum ist hin und weg und bedankt sich mit viel Applaus für diesen kurzweiligen Abend am Mitmach-Museum.

Von Marion Bulla

Haben den brasilianischen Groove im Blut: Flavio Nunes (v.l.), „Pluto“ Kemper begeisterten mit südamerikanischen Klängen. Foto: Marion Bulla

„Eigentlich waren drei Musiker für heute geplant. Es sind aber fünf gekommen“, erzählt Henrik Leitreiter vom Kulturkreis Everswinkel am Sonntagabend. So waren auf Einladung des Kulturkreises Sebastian Netta, Flavio Nunes und Johanna Mohr als „Branouche“ zum Mitmach-Museum gekommen und hatten zur großen Freude aller gleich zwei geniale befreundete Musiker mit im Gepäck. Zum einen Rudolf „Pluto“ Kemper, ein Genie an der Gitarre und dann ist noch Alexander Cuesta Morena mit dabei. Der Bassist ist Kolumbianer, hat sich aber dem brasilianischen Swingverschrieben. Ein Quintett, das, wie sich herausstellen wird, es perfekt versteht seinem Publikum das südamerikanische Lebensgefühl zwischen Jazz, Swing und Bossa Nova nahe zu bringen.

„Ich bin sozusagen ein Krisengewinner und hatte mit meiner Idee der mobilen Bühne schon einige kleinere Nachbarschaftskonzerte in den Bauerschaften in Münster und Umgebung geben können“, erzählt Sebastian Netta und zeigt hinter sich auf eine hölzerne Konstruktion auf der die Musiker mit ihren Instrumenten bereits Platz genommen haben. Der überdimensionale „Strandkorb“ sieht mit dem roten Teppich und dem Stoff an den Seiten fast so aus, als würden sie direkt aus dem Wohnzimmer heraus ein Konzert geben. Ist aber nicht der Fall. Sie sind wirklich live vor Ort. Rund 30 Musikfreunde und -freundinnen sind wollen es sich an diesem Abend nicht nehmenlassen, diese Combo mit der ganz besonderen Musik zu erleben.

Johanna Mohr hat brasilianische Literaturwissenschaft studiert und beherrscht nicht nur die südamerikanische Sprache, sondern auch die Gabe, dieser Musik Leben einzuhauchen. Gänsehautmomente inbegriffen. Wenn sie singt, spürt jeder die Leidenschaft in ihrer Stimme. Voller Hingabe, die Augen geschlossen, singt die gebürtige Düsseldorferin schmachtende Songs von Liebe, Schmerz und Glück – einfachunglaublich authentisch. Der erste Teil des Konzertes ist ehermelancholisch, softig-groovig und leise. Die Musiker spielen unter anderem Balladen, eine sogar auf deutsch. „Jazz-Standards werden sonst aufenglisch geschrieben. „Bei dir war es immer so schön“ ist aufdeutsch und das ist selten“, erklärt Johanna Mohr und singt von einer verlassenen Frau, die ihrem Geliebten nachtrauert. An dieser Stelle liefert Gitarrist Flavio Nunes ein hinreißendes Solo ab, was von der Zuhörerschaft mit frenetischem Beifall belohnt wird. Auch die anderen Instrumentalisten haben an diesem Abend ihre Momente und bekommen reichlich Applaus dafür.

Die Band hat noch eine deutsche musikalische Einlage im Repertoire. Zu dem beliebten Swing-Stück „On the sunny side of the Street“ von Jimmy Mc Hough hat Johanna Mohr eigens eine deutsche Version geschrieben. Sie interpretiert den Song in englischer und in deutscher Sprache. Beide Versionen kommen sehr gut an beim Publikum.

Nach der Pause wird es sehr viel rhythmischer und schneller. Brasilianische Melodienbeherrschen jetzt den Abend. „Der Rhythmus ist so ein bisschen wie ein Eiertanz“, sagt Sebastian Netta lachend und muss dann gestehen, er liebe diese Musik, verstehe aber kein einziges Wort. Dann zaubern die Instrumentalisten südamerikanisches Flair in den Hof des Mitmach-Museums. Alle gehen völlig in der Musik auf. Sie leben sie quasi.

Welche Zugabe die Combo nach zwei Stunden gibt, ist eigentlich völlig klar. Natürlich „The girl from Ipanema“, das wohl bekannteste Bossa-Nova-Stück der Welt. Das Publikum ist hin und weg und bedankt sich mit viel Applaus für diesen kurzweiligen Abend am Mitmach-Museum.

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