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Rund 25 Prozent mehr Laub zu entsorgen

Nach dem Blätterrauschen

Everswinkel

Trotz zunehmender Dunkelheit durch „kürzere“ Tage ist es heller geworden in den Straßen der Gemeinde. Wie das möglich ist? Ganz einfach: Das Herbstlaub ist mittlerweile von den Bäumen gefallen. Und das war deutlich mehr als in den Vorjahren.

Von Klaus Meyer

Auf positive Resonanz bei den Bürgern stießen die aufgestellten Laubboxen der Gemeinde für gefallenes „öffentliches“ Blattwerk. Foto: Klaus Meyer

Garten- und Grundstücksbesitzer können nun aufatmen hinsichtlich der Kehr- und Fege-Arbeiten. Insgesamt, so schätzt Umweltberater Bernd Schumacher, war für die Gemeinde 25 Prozent mehr Laub wegzubringen als im Vorjahr. Und auch hinter dieser Feststellung steckt kein Zaubertrick, sondern ganz einfach das Baumwachstum und die Versorgung der Bäume mit Wasser. „Wir hatten ein besseres Jahr was die Belaubung angeht.“

2020 und auch die beiden Jahre davor waren trockenere Vegetationsperioden mit weniger Niederschlagsmengen. Im laufenden Jahr waren die Witterungsbedingungen besser für Bäume. Rund vier Container zu je 33 Kubikmetern Laub von öffentlichen Flächen werden es laut Schumacher wohl sein. „Das sind umgerechnet etwa zwei bis drei Güterwaggons, die wir wegbringen.“ Ziel ist das Kompostwerk des Entsorgungszentrums Ecowest in Ennigerloh. „Die machen daraus zertifizierten Kompost“, der zumeist an Gartencenter gehe. 99 Prozent des Laubs würden zu Kompost verarbeitet werden können. Bürger können dort vor Ort abgepackten Kompost oder auch losen Kompost per Anhänger kaufen.

Bernd Schumacher

Auf positive Resonanz stießen die Laubboxen der Gemeinde, die auf sieben Standorte verteilt waren. „Sie werden sehr gut angenommen“, und es habe auch explizit Lob von Bürgern gegeben, berichtet Schumacher. Diese Sammelboxen, die regelmäßig geleert wurden, machten es sowohl für Anlieger als auch die Mitarbeiter des Bauhofs leichter. Mit einem kleinen Schlepper wurde das Laub aus den Boxen gesaugt und abgefahren.

Außer an den Kreis- und Hauptstraßen der Gemeinde – sprich in allen Wohnstraßen – obliegt die Reinigungspflicht den Anwohnern. Das gilt an allen Grundstücksseiten zu öffentlichen Wegen hin. „Das ist eine uneingeschränkte Verpflichtung“, betont der Umweltberater mit Hinweis auf die Ortssatzung. „Das ist wie beim Schneeräumen.“ Es ist auch eine Frage der Sicherheit. Auf nassem Laub besteht Rutschgefahr, und im Falle eines Unfalls durch einen Sturz kann es teuer werden. Nicht jedem Grundstücksbesitzer scheint dies bewusst zu sein. „Wir haben viele Fälle, wo es liegenbleibt.“ Oder das Laub wird in einem Anflug von Bequemlichkeit einfach auf die Straße geschoben.

Statt auf Sanktionierungen setzt der Umweltberater zunächst aber lieber auf den Bürgerkontakt. „Man muss Menschen ja erst informieren“, auf die Bürgerpflicht hinweisen. Entsteht durch die Vernachlässigung der Reinigungspflicht eine Gefährdung von Dritten, kann das aber auch ein Ordnungswidrigkeits-Verfahren nach sich ziehen. In der Laubfallzeit müsse nicht immer alles gleich laubfrei sein, aber man sollte „in regelmäßigen Abständen die Glätte beseitigen“, lautet die Empfehlung.

Immer wieder mal kommt es zudem vor, dass Laub oder Gartenabfälle einfach illegal in einem Waldstück abgekippt werden. Der vermeintliche Gedanke dabei, ,das schadet doch nicht‘, sei falsch. „Ich habe dann Bedingungen im Wald, die ich nicht haben will. Ich tue dem Wald damit nichts Gutes“, unterstreicht der Umweltberater. Der zusätzliche Nährstoffeintrag störe das gut abgestimmte Gleichgewicht im Ökosystem Wald und die Zusammensetzung des Bodens.

Den Zustand von Wald und Bäumen sieht Schumacher noch kritisch. Nach den trockenen Jahren zuvor habe auch 2021 mit normalen Niederschlägen noch nicht für eine wirkliche Wende gesorgt. „In mehr als 20 bis 30 Zentimeter Tiefe ist das Wasser gar nicht eingedrungen.“ Es brauche mehrere niederschlagsreiche Jahre, um den Normalzustand wiederherzustellen. „Ich sehe da noch keine Entspannung.“

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