Bebauungsplan-Bereich „Bergstraße“ auf dem Prüfstand

Nächster Sektor für Nachverdichtung

Everswinkel

Was die Wohnraumplanung anbelangt, so setzen Gemeindeverwaltung und Kommunalpolitik auf den Dreiklang aus neuen Baugebieten, Nachverdichtung und Nachnutzung von Bestandsimmobilien. Die CDU hat sich mit der Frage beschäftigt, in welchem nächsten bestehenden Siedlungsbereich denn eine Nachverdichtung ermöglicht werden könnte. Und sie ist fündig geworden. Der Wirkungsbereich des Bebauungsplans „Bergstraße“ soll dahingehend in Angriff genommen werden.

Von Klaus Meyerund

Blick in die Kolpingstraße – einer jener Wohnstraßen, die zum Geltungsbereich des Bebauungsplan „Bergstraße“ gehören, und wo nun die Möglichkeit der Nachverdichtung geschaffen werden soll. Foto: Klaus Meyer

Das Vitus-Dorf ist als Wohnort im Schatten des Oberzentrums Münster begehrt, und freie Bauplätze sind ein begehrtes wie rares Gut. Für die 70 bis 80 Grundstücke im künftigen Baugebiet „Bergkamp III“ drängeln sich über 400 Bewerber auf der Liste der Gemeindeverwaltung. Wo gibt es in Zukunft noch Potenzial für Wohnraum? Diese Frage treibt Verwaltung und Kommunalpolitik seit Jahren immer wieder um. Dabei ist das Instrument der Nachverdichtung im Lauf der Zeit immer stärker in den Fokus gerückt. Eigentümern von üppigen Grundstücken soll die Möglichkeit eröffnet werden, auf ihrem Grund und Boden vielleicht ein weiteres Wohngebäude oder zumindest einen Anbau zu errichten. Die CDU-Fraktion, hat nun ein Auge auf einen weiteren Siedlungsbereich geworfen.

Dirk Folker, CDU

„Wir haben nachgeschaut, wo es Sinn machen würde und wo die meisten Anregungen aus der Bevölkerung vorliegen“, begründete Fraktionschef Dirk Folker im Planungsausschuss den Vorstoß. „Wenn wir Wohnraum schaffen wollen, müssen wir in unseren alten Baugebieten nachschauen“, sagte er mit Hinweis auf den gemeindlich als Ziel formulierten Dreiklang aus Neubaugebieten, Nachverdichtung und Bestandsimmobilien bei der Schaffung von weiterem Wohnraum. Die CDU sieht noch Potenzial im Geltungsbereich des Bebauungplans 10 „Bergstraße“. Zu dem gehört das Areal mit Droste-Hülshoff-Straße, Kolpingstraße, Elsa-Brandström-Straße, Nelly-Sachs-Straße und Bodelschwinghstraße. Verschiedene Bürgeranfragen aus diesem Bereich hätten die CDU-Fraktion erreicht. „Das soll dann mit den Bürgern zusammen erarbeitet werden“, unterstrich er das Vorgehen.

Während Andreas Franitza (Grüne) diesen Vorstoß ausdrücklich begrüßte, erschloss er sich bei FDP und SPD zunächst noch nicht so ganz. „Riesige Grundstücke haben wir da jetzt nicht gesehen“, stellte FDP-Fraktionssprecherin Kirsten Heumann fest, und Irene Meier (SPD) erklärte ebenfalls, „große Grundstücke haben wir nicht entdeckt“. Warum jetzt alles überplant werden solle mit entsprechenden Planungskosten, wenn Grundstückseigentümer doch auch einen Antrag stellen könnten, wenn sie verdichten wollten, fragte sie in die Runde.

Man habe in der Vergangenheit Gebiete ausgewählt, und dies solle auch jetzt wieder ein Ansatz sein, machte Folker deutlich. „Es geht um den Auftakt.“ Weitere Gebiete sollten folgen. Ausschussvorsitzender Lars Thiemann (CDU) verwies darauf, dass es ja nicht nur um zusätzliche Häuser gehe, sondern dass man ja auch über Aufstockungen und Anbauten nachdenken könne.

„Konkret in dem Gebiet springen einem nicht so viele Grundstücke ins Auge, wo sich das anbieten würde.“ Da habe man schon andere Bereiche angepackt „mit großen, großen Grundstücken, die einem ins Auge sprangen, räumte Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher ein. In zwei Bereichen sei die Gemeindeverwaltung derzeit am Ball. Der Bebauungsplanbereich 18 „Alverskirchen Mitte-Süd“ (südlich der Hauptstraße) sei aus der Erarbeitung des Gemeindeentwicklungs-Konzeptes erwachsen. „Da sind wir gerade dran, alles noch mal auf links zu drehen.“ Parallel dazu beschäftige man sich in Everswinkel mit dem Bereich „Alter Ortskern“, wo es unter anderem ja um die Frage geht, ob man im Erdgeschossbereich an der gewerblichen Nutzung festhalten will, um den Zentrumscharakter zu erhalten, oder auch Wohnnutzungen erlaube. „Da sind wir schon dran.“ Reher wischte die Illusion von einvernehmlichen Lösungen beiseite: „Egal, was wir anfangen, gibt es immer sofort auch Leute, die das nicht so toll finden und ein Problem sehen.“ Ausschuss und Gemeinderat sahen kein Problem darin, das Thema Nachverdichtung im Bebauungsplanbereich „Bergstraße“ weiterzuverfolgen.

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