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Ehemaliges Schmuckstück soll wieder glänzen

Neues Leben an der Nordstraße

Everswinkel

Das etwas zurückgesetzte Haus an der Nordstraße kann wieder durchatmen. Der dichte Bewuchs, hinter dem das Gebäude wie im Dornröschenschlaf verborgen lag, ist abgeschlagen. An seine Stelle ist zwischenzeitlich ein Baugerüst gerückt – symbolisch für den Neubeginn, den Dirk Schiller für das Haus eingeleitet hat.

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Schritt für Schritt wurde das unter Denkmalschutz stehende Fachwerkhaus an der Nordstraße freigelegt und soll nun nach und nach grundlegend renoviert werden. Foto: Klaus Meyer

„Ich will das Alte wieder neu aufbauen und bewahren“, nennt der Everswinkeler als Motiv dafür, dass er das Gebäude erworben hat. Schon vor Jahren habe er sich für das ehemalige Schmuckstück interessiert, die Eigentümerin habe damals aber noch nicht verkaufen wollen, erzählt er. Als er die Immobilie dann Anfang des Jahres im Schaukasten der Volksbank zum Verkauf angeboten sah, schlug er zu und hat damit ein Gebäude von einiger historischer Bedeutung für Everswinkel erworben.

„Es ist das älteste Gebäude nach der Kirche, das noch steht“, berichtet der Neueigentümer stolz. Als der Denkmalschutz für eine Datierung die Balken anbohrte, sei festgestellt worden, dass der Kern des Hauses auf das 16. Jahrhundert zurückgeht. Die ehemalige Eigentümerin hat im Fotos gezeigt, wie das Gebäude in besseren Zeiten aussah. „Es war schon traumhaft schön mit den weiß getünchten Wänden“, schwärmt der Speditionskaufmann. „Es war sogar ein Postkartenmotiv!“

Heute ist es von solchen Weihen sehr weit entfernt. „Es ist schade, dass Haus und Grundstück inzwischen so verkommen ist“, bedauert Schiller. Aber ärgern kann er sich darüber nicht. „Das ist für mich alles Hobby“, sagt er. Fast 30 Hänger voll mit Pflanzenresten und Schrott hat er gemeinsam mit Sohn und Eltern inzwischen abgefahren. Als nächstes steht das große Aufräumen im Inneren an. Um damit anfangen zu können, musste er sich auch das Okay der Denkmalschutzbehörden einholen, denn das Haus steht seit 1983 unter Denkmalschutz. Schillers erstes Ziel ist eine Basis zu schaffen für die weitere Renovierung. Dazu gehört zum Beispiel auch schon mal eine neue Regenrinne. Danach wird er sich auf die Suche nach einem Architekten begeben, der die weiteren Arbeiten mit ihm und der Denkmalbehörde gemeinsam angeht. Die Renovierung des Fachwerks gehört ebenso dazu, wie eine Umgestaltung bei der ungünstigen Raumaufteilung. „Aber soweit sind wir noch nicht“, sagt Schiller ganz in Ruhe.

42 Jahre lang war das Haus unbewohnt, weil sich die ehemalige Eigentümerin nach dem Tod der Mutter nicht davon trennen konnte. Der Neueigentümer sieht nun auch keinen Grund zur Eile. Schritt für Schritt möchte er das Objekt auf längere Sicht hin wiederherstellen, vielleicht, für seinen derzeit noch minderjährigen Sohn. Allerdings habe er auch schon eine Anfrage von einer Pizzeria erhalten, schmunzelt er. Die müsste dann allerdings auf den Einzug noch ziemlich lange warten.

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