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Kultur-Dinner mit dem Dorfschreiber

Noch keine Eingeborenen entdeckt

Everswinkel

„Live mit Hermann Mensing. Ich könnte manchmal vor Freude Purzelbäume schlagen“, mit diesem Zitat begrüßt Susanne Müller vom Kulturkreis Everswinkel die überschaubare Runde, die am Montagabend zum Kultur-Dinner in den Garten des Gasthauses Strietholt gekommen ist. Auf Einladung des Kulturkreises präsentiert der Dorfschreiber an diesem Abend einige humorige Texte, die aus Begegnungen und Impressionen entstanden sind, die ihm bisher während seines Aufenthaltes untergekommen sind.

Von Marion Bulla

Herbert Mensing hatte jede Menge Texte im Gepäck, die er dem Publikum gerne präsentierte. Die Geschichten und Gedichte haben eines gemein: Der Dorfschreiber hat Foto: Marion Bulla

„Live mit Hermann Mensing. Ich könnte manchmal vor Freude Purzelbäume schlagen“, mit diesem Zitat begrüßt Susanne Müller vom Kulturkreis Everswinkel die überschaubare Runde, die am Montagabend zum Kultur-Dinner in den Garten des Gasthauses Strietholt gekommen ist. Auf Einladung des Kulturkreises präsentiert der Dorfschreiber an diesem Abend einige humorige Texte, die aus Begegnungen und Impressionen entstanden sind, die ihm bisher während seines Aufenthaltes untergekommen sind.

Neben den literarischen Einlagen gibt es zudem leckere Speisen aus der Küche von Steffen Strietholt. Die Gäste sind völlig begeistert. Sowohl vom kulturellen als auch vom lukullischen Teil des Abends. Bevor die Speisen – zur Auswahl stehen unter anderem Weidehähnchen, ein Sommersalat mit Ziegenkäse und Bärlauch-Pasta – auf den Tisch kommen, gibt es zunächst literarische Genüsse. Dabei stellt sich heraus: Mensing hat einen besonders feinen Humor – sehr sympathisch.

Seit Anfang Mai weilt der Dorfschreiber im Ort, hat sich so seine Gedanken gemacht zu diesem Dorf, das er längst zu schätzen weiß. „Ich habe die Eisdiele entdeckt. In Roxel gibt es auch nicht so ein Zentrum wie hier. Das wünsche ich mir für Roxel ganz so, als ob Roxel Everswinkel wäre“, bemerkt er. Dann liest er sein erstes Gedicht. Es geht etwa um eine aufmüpfige Tüte, die sich am Ende zerknüllt in der Tonne wiederfindet. Die Zuhörerschaft lacht. Auch über die Ode an die FFP2-Maske.

Der Kreis der Teilnehmer beim Kultur-Dinner mit einer Lesung vom Dorfschreiber Hermann Mensing war überschaubar. Die Mischung aus Literarischem und Leckereien aus der Küche des Gasthofs Strietholt kam bestens an. Foto: Marion Bulla

„Ich habe eine ganze Menge Menschen kennengelernt aber noch keinen echten Eingeborenen. Nach vier Wochen war mein Notizblock aber so voll, dass ich Platz für drei Romane hätte. Herr Beuck etwa hat mir sehr lebendig viel Historisches erzählt. Ich habe eine Menge interessante Details zur Flachsgewinnung gelernt“, erzählt Mensing und fügt an, es sei so viel gewesen, dass er zu Beuck gesagt habe, er könne nicht mehr. Dann erzählt er von seinem Besuch bei der Familie Cremann. „Sie wohnt in einem alten Haus mit historischem Terrazzoboden. In der Deele findet sich ein Foto eines stolzen Eingeboren-Paares“, berichtet er. Also: Endlich Everswinkeler Eingeborene.

Seine Erzählung „Ballade für Alvinskerken“ erzeugt ein weiteres Schmunzeln auf den Gesichtern. Mensing möchte mit dem Fahrrad Alverskirchen erkunden, kommt aber ob der vielen Eindrücke auf dem Weg dahin nur bis zum Kreisverkehr kurz vor St. Agatha. „Was wird aus dem Dorfschreiber, wenn er das Dorf beschrieben hat? Und was aus dem Dorf, wenn er das Dorf verlässt“, fragt sich der Dorfschreiber. Da ist er wieder, dieser feinsinnige Humor des Hermann Mensing.

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