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Bauausschuss berät Investitionen 2022

OGS-Anbau wird deutlich teurer

Everswinkel

Der Flughafen Berlin, die Elbphilharmonie, Stuttgart 21 und die Gorch Fock sind weit weg. Abgesehen von diesen Mega-Projekten, die von Kostenexplosionen begleitet wurden, gibt‘s Kostensteigerungen bei öffentlichen Bauprojekten quer durch die Republik. Auch die Vitus-Gemeinde muss nun – schon vor dem eigentlichen Baustart – deutlich tiefer in die Tasche greifen, um den Anbau (oder besser gesagt die Aufstockung) der OGS an der Grundschule zu realisieren.

Von Klaus Meyer

Die Aufstockung des OGS-Traktes um ein Geschoss auf Höhe des Altbaus wird deutlich kostenintensiver, als zunächst gedacht. Foto: Klaus Meyer

Sprach der Bürgermeister bei der Einbringung des Haushaltsplan-Entwurfs 2021 vor einem Jahr noch davon, dass man dafür eine Million Euro veranschlagt habe, waren es bei der Projekt-Präsentation in einer gemeinsamen Sitzung von Schul- und des Bauausschuss im April diesen Jahres 1,13 Millionen. Jetzt, fast acht Monate weiter, liegt man schon ganz woanders.

Im Zuge der Haushaltsplan-Beratung streifte der Bauausschuss am Dienstagabend natürlich auch dieses Projekt. Der Haushalt 2022 weist neben der Million vom Vorjahr nun noch weitere 250.000 Euro in diesem sowie 100.000 Euro in 2023 aus. Damit ist aber noch nicht Schluss. Darüber hinaus gilt es zusätzliche 250.000 Euro einzupreisen. Zwischensumme: 1,6 Millionen Euro. „Das ist jetzt der aktuelle Stand. Die erste Kostenschätzung war eine Kostenschätzung. Jetzt haben wir eine Kostenberechnung“, kommentierte Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher die Dynamik der Zahlen. Eine Ursache dafür sei die Tatsache, dass sich nach der Vermessung ein größeres Volumen bei der Aufstockung ergeben habe: Ein Plus von 280 Kubikmeter.

Ausschussvorsitzender Bernhard Rotthege

Ausschussvorsitzender Bernhard Rotthege (CDU) zog die Stirn in Falten. „280 Kubikmeter – so viel kann man sich aber nicht vermessen.“ Bauamts-Mitarbeiterin Sandra Rickmann erläuterte daraufhin, „um das Niveau des alten Schulgebäudes zu erreichen, müssen wir ein ganzes Stück höher kommen. Auch aus der Konstruktion hat sich was ergeben“. So müssten etwa die Dachträger (Leimbinder) stärker ausfallen. Seitens des Bauamtes wurde zudem auf massiv verteuertes Holz (für die Fassade) und konjunkturbedingte Preissteigerungen verwiesen.

Viel Geld wird in den nächsten Jahren in den Bereich Straßen gepumpt. Für die Erschließung des neuen Baugebiets Bergkamp III fallen zu den 3,2 Millionen Euro, die fürs laufende Jahr eingestellt wurden, weitere 1,6 Millionen Euro in 2024 an. Für den Endausbau im Königskamp sind zunächst 70.000 Euro für Ingenieurleistungen im nächsten Jahr und 700.000 Euro Baukosten in 2023 angesetzt. Ebenfalls in 2023 werden der Endausbau im Gewerbegebiet Grothues – eine Investition von rund 1,2 Millionen Euro – sowie der Neubau der Günther-Claas-Straße am Betrieb Präzi Flachstahl AG (400.000 Euro) angepeilt.

70.000 Euro Planungskosten für den künftigen Kreisverkehr Bahnhofstraße sind 2022 eingestellt, die Baukosten werden für das Jahr 2024 mit 700.000 Euro beziffert. In jenem Jahr sollen ferner die Arbeiten an der Münsterstraße (700.000 Euro; Ingenieurkosten in 2022 von 75.000 Euro), ein Ausbau des alten Bereichs der Münsterstraße (500.000 Euro; vorbereitende Kosten in 2023 von 50.000 Euro) sowie die Gestaltung des Areals Kirchplatz (400.000 Euro; Planungskosten 40.000 Euro in 2022) angegangen werden.

Robert Schoppmann.

Hinzu kommen die Sanierung von Straßenabläufen im Zuge der TEO-Kanalsanierungsmaßnahmen (100.000 Euro), das turnusgemäße Sanierungsprogramm für Gemeindestraßen (50.000 Euro) und Wirtschaftswege (100.000 Euro), der Neubau der Brücke „4“ (450.000 Euro, 2022) und des Durchlasses „7“ (300 000 Euro, 2023) sowie die Sanierung des Betonweges an der K20 (100.000 Euro). „Der ist fast nicht mehr befahrbar. Da müssen wir ran. Es hängt auch ein Betrieb daran“, so Bernd Schumacher. Verschoben wird indes die für nächstes Jahr geplante Pflastersanierung in der Worthstraße (125.000 Euro) auf 2024, weil dies vor dem Ausbau der OGS und dem Schwerlastverkehr keinen Sinn mache. Die CDU hatte noch eine Ergänzung für dieses große Paket: Robert Schoppmann beantragte einen jährlichen Posten „Fuß- und Radwege-Sanierung“ mit einem Volumen von 20.00 Euro. „Viele Fuß- und Radwege sind sanierungsbedürftig“, und der Ansatz sei noch vorsichtig gewählt. Eine Anregung, die einhellige Zustimmung fand.“Inhaltlich bin ich total dafür“, merkte Umweltberater Schumacher an. „Wir müssen aber auch Firmen finden, die diese Arbeiten machen können. Das wird immer schwieriger.“

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