Seminar der Technischen Uni Dortmund legt Fokus auf Everswinkel

Perspektiven für die Entwicklung

Everswinkel

Die Gemeinde Everswinkel wird einmal mehr zum Forschungsfeld und Studienobjekt. Aktuell sind Studierende der Technischen Universität Dortmund mit ihr beschäftigt. Im Rahmen eines Seminars der Fakultät Raumplanung beschäftigen sie sich mit städtebaulichen Konzeptüberlegungen für die Vitus-Gemeinde.

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Studierende der Fakultät Raumplanung – hier bei der Video-Konferenz – beschäftigen sich mit städtebaulichen Konzeptideen für die Gemeinde im Allgemeinen und den Bereich Kirchplatz-Vitusstraße im Besonderen. Foto: Klaus Meyer/Gemeinde

Die Vitus-Gemeinde rückte in der Vergangenheit immer wieder mal in den Fokus von Universität und Fachhochschule. Beispiele: Im vergangenen Herbst nahmen 18 Studierenden der Landschaftsökologie und Geografie der Uni Münster im Rahmen einer Tagesexkursion vier landwirtschaftliche Betriebe und die Angel in Alverskirchen unter die Lupe. Die Grundschule Everswinkel hatte 2021 Sportstudenten für ein Inliner-Projekt zur Gast und beteiligte sich 2016 an „CODY“ – Transferpreis der Uni Münster für wissenschaftliche Mitarbeiter – und war Anlaufstelle für den Dokumentarfilm. Der Alverskirchener Hof Gerd-Holling war 2015 Schauplatz der „Familien-Uni“ rund ums Thema Milch und Teil der „Expedition Münsterland“, einer Initiative der Arbeitsstelle Forschungstransfer der Uni Münster. 2012 erarbeiteten Bewohner des St.-Magnus-Hauses mit FH-Studenten ihr Lebensbuch, vier Jahre später gab‘s ein Graffiti-Projekt und 2017 ein Bauernhof-Projekt zusammen mit der Waldorfschule. Jetzt, im April 2021, beschäftigen sich Studierende der Technischen Uni Dortmund aus dem Bereich Raumplanung mit der Vitus-Gemeinde.

Bürgermeister Sebastian Seidel

„Methoden des städtebaulichen Entwerfens“ – das ist der Titel des Seminars. Päivi Kaarina Kataikko-Grigoleit und Sarah Müller bereiten 13 Master-Studierende auf ihren Beruf als Raumplanerin und Raumplaner vor. „Ziel des Seminars ist es, dass unsere Studierenden ein städtebauliches Konzept für das gesamte Gemeindegebiet entwickeln“, erklärt Sarah Müller, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Städtebau und Bauleitplanung in einer Pressemeldung der Gemeindeverwaltung. „Der Schwerpunkt soll dabei auf der Gestaltung des Areals rund um den Kirchplatz und die Vitusstraße im Ortsteil Everswinkel liegen.“

Schon bei der Erarbeitung des Gemeindeentwicklungs-Konzeptes in 2019 und 2020 kristallisierte sich das Areal Kirchplatz-Vitusstraße als gedankliche Baustelle heraus. Die gestalterische Diskussion um diesen Bereich ist gleichwohl schon viel älter. Erinnert sei beispielsweise an die Überlegungen zur Südrandbebauung in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Die Anregungen im Zuge des Gemeindeentwicklungs-Konzeptes waren Auslöser, sich nun intensiv mit dem Bereich zu befassen. In den Haushalt für 2021 wurden 40 000 Euro Planungskosten eingestellt sowie für 2024 eine Investition von 400 000 Euro kalkuliert. „Ich weiß noch gar nicht genau, was wir machen wollen“, beschrieb Bernd Schumacher vom Bauamt im Zuge der Haushaltsberatungen den noch offenen Prozess.

Die Studierende des Fachbereichs Raumplanung der TU Dortmund bei der jüngsten Video-Konferenz zum Projekt Everswinkel. Foto: Gemeinde

„Ich freue mich, dass wir durch die Zusammenarbeit mit der TU Dortmund jetzt spannende Gestaltungsvorschläge erhalten werden. Durch den unvoreingenommenen Blick der Studierenden ergeben sich mit Sicherheit spannende Ideen, welche wir im Nachgang des Seminars weiter vertiefen können“, merkt Bürgermeister Sebastian Seidel dazu an. Das Seminar werde „in enger Abstimmung mit der Gemeindeverwaltung“ durchgeführt. Die Studierenden wollen auch die Bürgerschaft mit einbeziehen. „In Kleingruppen sollen verschiedene Formate der Bürgerbeteiligung erprobt und durchgeführt werden“, kündigt Kataikko-Grigoleit, ebenfalls als Diplom-Ingenieurin wissenschaftliche Mitarbeiterin in Dortmund, an. „Die Vorstellung der vier Entwürfe erfolgt dann im September“. Der Rahmen, in dem die Vorstellung stattfinden kann, ist abhängig von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie.

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