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Lisa Feller begeistert das Publikum auf den Kulturwiesen

Pfiffig-freche Alltagsgeschichten

Alverskirchen

Lisa Feller schoss in Everswinkel eine Lachsalve nach der nächsten ab. Da blieb kein Auge trocken.

Von Marion Bulla

Glänzte mit Witz und Elan: Lisa Feller verstand es perfekt ihr Publikum zwei Stunden lang von der ersten Minute an bestens zu unterhalten. Foto:

„Es gibt gleich ein Feuerwerk hier auf der Bühne“, schickt Henrik Schulte Wettendorf am Freitagabend schon mal voraus. Am Ende des Abends sollte sich herausstellen: Der Gastgeber der Kulturwiesen hat nicht zu viel versprochen. Die 500 Gäste, die zur „Fleischoase“ gekommen sind, amüsieren sich prächtig. Lisa Feller schießt eine Lachsalve nach der nächsten ab. Da bleibt kein Auge trocken. Mit ihrem Programm „Ich komm‘ jetzt öfter“ bietet die 45-Jährige zwei Stunden Kurzweil pur. Ein Titel, der durchaus zweideutig zu verstehen ist. Das soll aber auch so sein, denn die Komikerin ist bekannt für witzige Alltagsgeschichten, die nicht selten recht frivol daherkommen. Eine Grenze, die sie ganz bewusst nur allzu gerne überschreitet. Und genau das erwartet auch ihr Publikum – pfiffig und frech.

Ein großes Banner nimmt den Hintergrund der Bühne ein. „Lisa Feller“ steht dort in Großbuchstaben. „Ich bin bodenständig, charmant und ehrlich“, stellt Lisa Feller klar, fügt dann aber an: „Und das mit Anfang zwanzig“. Schließlich plaudert die Wahl-Münsteranerin aus ihrem spannenden Alltag als alleinerziehende Mutter. Da wäre die Geschichte von Lover Rony, mit dem sie sich gerade im Hotel räkelt. Die Luft vibriert. Nein, es ist ihr Handy. Der Nachwuchs ruft an und fragt, wann sie denn komme. „Wenn wir jetzt auflegen, habe ich noch eine Chance“, kann die zweifache Mutter sich nicht verkneifen. Weitere Gags dieser Sorte folgen. Etwa, als sie vom Fernsehabend mit ihren Kindern erzählt. Es gibt Kabarett mit Kollege Torsten Sträter. Der hat Senf im Gesicht und kommentiert: „ Ich komm mir vor, als hätte Bibo mir ins Gesicht ejakuliert“. „Mama, wer ist Bibo“, fragt das Kind daraufhin neben ihr. Das Publikum lacht sich schlapp und schenkt immer wieder Zwischenapplaus.

Sie erzählt zudem von Muttis, die mit ihrem hochbegabten Nachwuchs namens Sören angeben, der schon von Geburt an stehen kann. Das kann sich Lisa Feller nur so erklären: „Wahrscheinlich mit Viagra gezeugt“. Überall ist bei ihr was los. Sogar an der Supermarktkasse. Da steht Nachbarin Helma, mit der sie gar keine Konversation möchte, es aber nicht vermeiden kann. Deren Sohn geht ihr mit seinem Blockflötenunterricht auf die Nerven. „Das ist so schlimm, dass die Katzen sich freiwillig kastrieren würden“, ist Feller sicher. Und wer hat noch nicht vor dem Leergut-Automat gestanden, wenn ausgerechnet vor einem einer dran ist, „der das gesamte Pfandflaschenaufkommen eines Staates wie Burkina Faso“ einzulösen versucht?

Sie ist lustig und lacht auch gerne über sich selbst. Etwa beim Thema Handy. „Meine Freundin Britta hasst Sprachnachrichten und lässt die beim Abhören immer schneller laufen. Ich passe mich an und rede dementsprechend langsam. „Haaalooo“. Gemeine Smartphone-Unfälle „Ich hab mal dem Geschichtslehrer meines Sohnes einmal aus Versehen ein Kussmund-Emoji geschickt“, sind ebenso dabei wie erfolglose Yoga-Versuche. „Die neben mir kriegen perfekte Kerzen hin, während es bei mir nur zum Teelicht reicht“, bemerkt Feller und muss bei der Vorstellung selbst lachen. Auch für Kindergeburtstage kann sie sich nicht so recht erwärmen. „Das sind Herausforderungen. Allein die Tüten. Wenn da nichts Gutes drin ist, musst du die Stadt wechseln“, weiß die Mutter zu berichten. Das Spaßbad („Wer hat eigentlich diese beiden Wörter zusammengefügt? Die haben nichts miteinander zu tun“) kommt ebenso nicht gut weg bei Lisa Feller. Da treffe man auf Ballonseiden-Mamas, deren Kinder Jamie und Oliver heißen und die anderen womöglich Steffen und Hensler. Familie Grizzli sei ebenso regelmäßig vor Ort. Sie die Figur, er das Fell.

Es war wettertechnisch die ganze Zeit über eine Zitterpartie. Aber erst kurz nach der letzten Zugabe folgt starker Regen. Petrus hat offenbar Humor.

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