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Digitales Kulturwochenende mit vier Veranstaltungen

Premiere ermutigt zu Fortsetzung

Everswinkel

Wagnis belohnt: Das Echo auf das 1. Digitale Kulturwochenende in Everswinkel war durchweg positiv.

Susanne Müller

„Die Zwillinge Jazzuniversität“ eröffneten das 1. Digitale Kulturwochende der KKW. An den Keyboards Winne Voget, Bariton der 6-Zylinder. Foto: Susanne Müller

Ein kleines Wagnis war es schon, aber der KKE packte beherzt das Projekt mit der ungewohnten Präsentationsform an und wurde durch beeindruckenden Zuspruch belohnt. Ganz offensichtlich hatten die Arbeitskreise einen guten Riecher gehabt – mit der Idee des 1. Digitalen Kulturwochenendes und mit der Auswahl der Programmpunkte.

Samstagabend erlebten die Besucher auf Einladung des Arbeitskreises Musik ein mitreißendes Konzert der Gruppe mit dem etwas sperrigen Namen „Die Zwillinge Jazzuniversität“. Vielen dürfte ein Mitglied der exzellent aufspielenden Band bekannt vorgekommen sein. Das Keyboard bediente mit Winne Voget ein Mann, den die Everswinkeler als Bariton und Countertenor der 6-Zylinder schätzen. Erfreulicherweise hatte er bisweilen auch Gelegenheit, seine Stimme einzusetzen.

Zum Auftakt „Die Zwillinge Jazzuniversität“

Ihm zur Seite standen die Zwillinge und Gründer der Band: Richi Bracht (Saxofon, Gesang) und Gerd Bracht (Kontrabass, Gesang), Matthias Fleige (Posaune, Gesang) sowie am Schlagzeug mit Aaron Schrade der Jüngste des Quintetts. Gleich das erste Stück traf den Nagel auf den Kopf: „Was braucht der Mensch, um glücklich zu sein?“, hieß es da. Die Antwort wurde schnell deutlich: Kultur! Und zwar nicht nur die ganz große in Konzertsälen und Museen, sondern, in ganz besonderem Maße in kleineren Orten, Kleinkunst von guten Künstlern dargebracht. Besonders spritzig gespielt wurde der Walzer in einer vortrefflich verjazzten Version. Nach einer knappen Stunde endete das Konzert mit der – nicht überraschenden – Zugabe „Wenn’s am schönsten ist, muss man gehen.“

Der Sonntag war vollgepackt mit drei ganz unterschiedlichen Angeboten. Am späten Vormittag stand das Stück „Freunde“ nach dem Bestseller des Zeichners und Autors Helme Heine auf dem Programm. Die titelgebenden drei Freunde von Mullewapp, Franz von Hahn, Johnny Mauser und der dicke Waldemar, gehören seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Bilderbuchhelden. Das Figurentheater HILLE PUPILLE hat in den letzten Jahren mehrfach im Vitusdorf gastiert und kleine wie große Zuschauer begeistert. Es hatte dem Arbeitskreis Kinder und Jugendliche, da ein Live-Auftritt den Umständen geschuldet derzeit nicht möglich war, die Aufzeichnung mit einer gelungenen Mischung aus Schauspiel, Figuren- und Schattentheater zur Verfügung gestellt. „Meine anfängliche Skepsis ist schon längst einem echten Interesse gewichen,“ schrieb Klaus Menning direkt im Anschluss an die Ausstrahlung sehr erfreut an die Veranstalter.

Klaus Menning

Nachmittags gastierten die Münsteraner Markus und Marion von Hagen im Kaminzimmer einer Everswinkeler Familie. Dieses Vorhaben erforderte die strengste Beachtung aller Infektionsschutzregeln und enormen technischen Aufwand seitens des Kulturkreises, hier wurde der Arbeitskreis Literatur hervorragend Weise vom Team Technik unterstützt.

Markus und Marion von Hagen präsentierten anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März die englische Autorin Jane Austen. Sie hatte, wie damals viele andere Frauen ihrer Zeit, beispielsweise auch die „Kollegin“ Annette von Droste-Hülshoff, mit Vorurteilen und Beschränkungen zu kämpfen. Die beiden Vortragskünstler versetzten die Zuhörer in die Welt des Regency, immer im Wechsel fundiert über Stationen im Leben Jane Austens berichtend und aus ihren Gesellschaftsromanen ausdrucksstark lesend – und mit ihren wunderbaren, gut geschulten Stimmen verzaubernd. Spätestens danach wurde verständlich, warum die Schriftstellerin nicht nur in ihrer Heimat, sondern weltweit nach wie vor große Achtung erfährt. Sir Walter Scott lobte sie neun Jahre nach ihrem Tod in den höchsten Tönen, erwähnte, dass er gerade zum mindestens dritten Mal „Stolz und Vorurteil“ gelesen habe, und zutiefst bedauere, dass ein derartig begnadetes Wesen so früh habe sterben müssen. Übrigens stellen Markus und Marion von Hagen immer allen Interessierten Begleithefte zu ihren Programmen zur Verfügung. Das aktuelle kann beim Arbeitskreis Literatur bestellt werden, die Kosten für die Zustellung übernimmt der Kulturkreis (literatur@kulturkreis-everswinkel.de).

Fazit zur Premiere fiel einhellig positiv aus

Den Abschluss bildete am frühen Abend eine Neuauflage des Kulturkreisels. In diesem offenen Treffen konnten sich alle Freunde des KKE und die Zuschauer zu den Veranstaltungen äußern, Anregungen und Kritik äußern. Leider blieben hier die Mitglieder des Kulturkreises unter sich, hatten jedoch die Möglichkeit, ein erstes Fazit zu ziehen. Das fiel auch aufgrund der Besucherzahlen positiv aus, so dass bereits an weitere Veranstaltungen gedacht wurde. Die Menschen in der Gemeinde Everswinkel und darüber hinaus dürfen sich also schon jetzt auf eine Fortsetzung des kulturellen Jubiläumsfeuerwerks zum 25. Geburtstag freuen.

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