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Kegelclub „Die Sektbuben“ ist eine eingeschworene Truppe

Seit 50 Jahren in Sektlaune

Everswinkel

Wenn diese „Elf“ das Spielfeld betritt, fallen keine Tore – dafür aber Kegel. Das Spielfeld der elf „Buben“ ist nämlich die Kegelbahn. Zehn „Moderatoren“ schauen zu, wenn der Elfte das Feld betritt und die Kugel ins Rollen bringt. Ob Pumpe, Kranz, Abräumen oder allen Neune – Kommentaren ist der Kegelnde stets ausgesetzt. Seit 50 Jahren geht das jetzt so.

Von Bernd Pohlkamp

50 Jahre Kegelclub „Die Sektbuben“ – endlich konnten sie sich wieder gemeinsam treffen: Ludger Kindermann, Josef Vienenkötter, Theo Schulze Brüning, Theo Stelthove und Karl Schniederkötter (vordere Reihe v.l.) sowie Heinz Hollmann, Heiner Roggenland, Bernhard Rotthege, Karl-Heinz Schwermann, Robert Märtens und Reinhard Schulze Tertilt (hintere Reihe v.l.). Foto: Bernd Pohlkamp

Wenn diese „Elf“ das Spielfeld betritt, fallen keine Tore – dafür aber Kegel. Das Spielfeld der elf „Buben“ ist nämlich die Kegelbahn. Zehn „Moderatoren“ schauen zu, wenn der Elfte das Feld betritt und die Kugel ins Rollen bringt. Ob Pumpe, Kranz, Abräumen oder allen Neune – Kommentaren ist der Kegelnde stets ausgesetzt. „Mit der Zeit wird man hart im Nehmen“, blickt Theo Schulze Brüning mit einem Lächeln seinen Kegelbruder Ludger Kindermann an. Eine eingeschworene Gemeinschaft sitzt da am Tisch vor der Kegelbahn bei Strietholt und wartet auf den großen Wurf. In 50 Jahren ist daraus Freundschaft geworden. Der Kapitän (Kegelvater) im Jubiläumsjahr ist Theo Stelthove.

Elf Kegelbrüder gründeten im besten Junggesellenalter vor 50 Jahren einen Kegelclub. Sie hatten schon gemeinsam die Volksschule besucht, wuchsen auf Bauernhöfen auf und waren bei der Landjugend aktiv. „Am 17. März 1971 trafen wir uns in der Gaststätte Arning. Seitdem rollt die Kugel,“ lacht der Kegelvater. Wer beim Kegeln verliert, erhält bis zum nächsten Wiedersehen eine symbolische Ziege. 50 Jahre geht dieses Spielchen schon so. 1284 Mal trafen sie sich alle zwei Wochen auf der Bahn und hatten eine Menge Spaß. 16 Abende fielen coronabedingt aus.

Weil sie im jungen Alter gerne Sekt tranken, gaben sie sich den Clubnamen „Die Sektbuben“. Und damit noch nicht genug: Sekt wurde vor allem in den letzten zehn Jahren häufiger getrunken. Denn wenn einer „Opa“ wurde, floss dieses perlende Getränk. 35 Mal ist dieses Ereignis schon eingetreten, musste der frisch gebackene Opa zwei Flaschen Sekt zum Kegeln mitbringen. „In dem halben Jahrhundert haben wir viele spannende Kegelwettbewerbe durchgeführt und an Dorfmeisterschaften teilgenommen. Dabei sein und Spaß haben, das war uns wichtig,“ berichtet Reinhard Schulze Tertilt.

Gemeinsam die Kugel ins Rollen bringen: Kegelvater Theo Stelthove (l.) und Kassierer Theo Schulze Brüning vom Club „Die Sektbuben“, der seit nunmehr 50 Jahren besteht. Foto: Bernd Pohlkamp

Wer ein Leben lang viel Freizeit miteinander verbringt, der will auch außerhalb der Kegelbahn etwas erleben. Jedes Jahr gab es einen Kegel-Ausflug. Für die Organisation trug immer mal ein anderer „Sektbube“ Verantwortung. Fast immer lagen die Ziele in Deutschland. „Nur zweimal überschritten wir die Grenzen,“ erinnert sich Schulze Brüning, der von Beginn an die Kasse führt. Die erlaubte auch zwei Auslandsreisen. Mallorca und Prag waren die Ziele, aber nicht alle fühlten sich dort wohl. „So entschlossen wir uns, gemeinsam unser Heimatland zu entdecken,“ erzählt der Alverskirchener. Per Zug, Auto oder Fahrrad fuhren sie ihre Orte an. Im Corona-Jahr 2020 feierten die „Sektbuben“ sogar im sauerländischen Olsberg beim dortigen Oktoberfest.

Im Jubiläumsjahr geht‘s auf Fahrradtour. Im September ist eine längere Fahrt geplant. Damit sind die gemeinsamen Treffen noch lange nicht beendet. Runde Geburtstage, Hochzeitsjubiläen und auch schon mal gemeinsame Abende mit den Ehefrauen tragen dazu bei, dass die Gemeinschaft im Vitus-Dorf eine bekannte Größe ist.

Die „Sektbuben“ halfen auch oft mit, wenn sie gerufen wurden. Beim früheren Pferde-Event „Mehringer Kaltblutrennen“ waren sie für die Finanzen verantwortlich. Das „Zubrot“, das sie sich dabei verdienten, floss in ihre Kegelausflüge. Als ein Freund seinen neuen Hühnerstall mit einem „Tag der offenen Tür“ feierte, standen sie am Grill und sorgten fürs leibliche Wohl. Mit Kegeln und Ausflügen wollen sie nach Corona wieder mehr gemeinsam unternehmen. „Wichtig ist, dass wir gesund bleiben, unsere Lebensfreude und unseren Humor beibehalten“, so Schulze Brüning.

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