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Bebauungsplanänderung „Alter Ortskern“

Strategie für das Zentrum

Everswinkel

Gewerbe, Einzelhandel, Wohnen – die Mischung soll‘s machen für einen weiterhin lebendigen Ortskern. Konzepte und Ideen gegen eine Verödung sind gefordert. 44 Jahre alt ist der Bebauungsplan „Alter Ortskern“ inzwischen schon, 21 Änderungen hat er im Laufe der Zeit bereits erfahren. Jetzt steht die wesentliche Änderung an, um einen ganzheitlicheren Blick auf aktuelle städtebauliche Erfordernisse zu werfen und die bauliche Innenentwicklung für den zentralen Bereich zu lenken. Im Planungsausschuss wurde der modifizierte Vorentwurf diskutiert.

Von Klaus Meyer

Grüße aus dem „Planungsdorf Everswinkel“. Der Entwurf des künftigen Bebauungsplans „Alter Ortskern“ ist einen Schritt weiter. Die jüngsten Modifizierungen und Ergebnisse aus der Offenlegung wurden jetzt im Planungsausschuss vorgestellt. Die urbanen Bereiche sind mittelbraun, die Kerngebietszonen dunkelbraun, die Allgemeinen Wohngebietsbereiche rosa und die Gemeinbedarfsflächen pink eingefärbt. Foto: Klaus Meyer

Die Operation am Herzen Everswinkels läuft. Mit der Änderung des 44 Jahre alten Bebauungsplan „Alter Ortskern“ soll der zentrale Bereich – sprich das Historische Viereck und dessen Randbereiche – aktuellen Bedürfnissen und Bauvorhaben angepasst und für die Zukunft fit gemacht werden. Die Planungsideen für die rund 17 Hektar umfassende Fläche waren bereits in einer Bürgerveranstaltung im September vorgestellt und schließlich öffentlich ausgelegt worden. Am Mittwoch nun zog der Planungsausschuss eine Zwischenbilanz des Projektes.

„Wir haben einiges an inhaltlichen Stellungnahmen erhalten“, machte Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher deutlich, viele davon aber ohne Anregungen oder Bedenken. Eingaben, die inzwischen in einer Abwägungstabelle abgearbeitet worden sind. Im Übrigen gab es zwei Planungswerkstätten mit Vertretern der Ratsparteien. Planer Joachim Sterl (Planungsbüro „Post Welters + Partner“) zeigte auf, dass eine Reihe von Mischgebietsbereichen zu Bereichen des Allgemeinen Wohngebiets umgewandelt worden seien und es ein Mehr an urbanen Gebietsbereichen gebe gegenüber dem derzeit gültigen Bebauungsplan. Des Weiteren seien Baufelder im Sinne der Innenentwicklung zusammengefasst und vergrößert worden – um mehr Flexibilität für bauliche Erweiterungen sowie „Innenentwicklungspotenziale zu schaffen – ferner seien das Maß der baulichen Nutzung vereinheitlicht, die Verkehrsfläche an die reale Situation angepasst und Festsetzungen in puncto Gestaltung sowie Klimaschutz und -anpassung getroffen worden.

Gegenüber dem ausgelegten Vorentwurf sei die Hovestraße nun als „urbanes Gebiet“ ausgewiesen worden, ebenso der östliche Teil der Vitusstraße (ohne Edeka). Der westliche Vitusstraßen-Teil zählt zum Kerngebiet. Mit der Festsetzung als „urbanes Gebiet“ an Warendorfer Straße, Hovestraße und Vitusstraße könne das Verhältnis unterschiedlicher Nutzungen flexibler gehandhabt werden als in einem Mischgebiet. Hinzugenommen zum Planbereich wurden Teilflächen westlich der Overbergstraße. Auch Schallschutzfestsetzungen, die sich aus dem Schallgutachten ergeben haben, fanden Aufnahme.

Formuliertes planerisches Ziel ist es, Einzelhandels- und innenstadttypische Nutzungen im zentralen Bereich rund um den Magnusplatz und die Vitusstraße in den Erdgeschossbereichen zu konzentrieren. Da parallel auch dem Wohnen im Ortskern mehr Raum verschafft werden soll, sei die Kombination von Kern- und urbanen Gebieten „eine geeignete Strategie“.

Auf Kritik in den Reihen der Anwohner scheint die Planung für den Neubau an der Ecke Freckenhorster Straße / Bahnhofstraße zu stoßen. Diese Neubebauung, durch die auch der Kreisverkehr ermöglicht wird, erscheint Kritikern zu massiv. Zwei bis teilweise vier Vollgeschosse sollen dort möglich sein. Ein Anwohner der Bahnhofstraße erhielt im Ausschuss die Gelegenheit, seine Meinung zu äußern. So sei der Kreisverkehr in seinen Ausmaßen viel zu klein, um eine Entlastung zu bringen und eher ein „negatives Leuchtturmprojekt“. Durch den Kreisel werde die Bebauung auf dem Eckgrundstück nach hinten gedrängt. Der Anwohner stieß sich vor allem an der im aktuellen Bebauungsplan-Entwurf festgesetzten Firsthöhe des westlichen Gebäudeteils. „Ein monströser Bau mit 16 Metern Höhe“, von dem dann Blicke in alle Gärten an der Bahnhofstraße möglich seien.

Dem Beschluss zu den Abwägungen der eingegangenen Stellungnahmen der Öffentlichkeit sowie der Träger öffentlicher Belange stimmten CDU, SPD und Grüne zu, die FDP stimmte dagegen. Die erneute Auslegung des des Bebauungsplan-Entwurfs erfolgt voraussichtlich im Mai oder Juni für die Dauer eines Monats.

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