1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Everswinkel
  6. >
  7. Strohbücker-Markt setzt auf automatisierte Desinfektion der Einkaufswagen

  8. >

Vor dem Einkauf in die Waschstraße

Strohbücker-Markt setzt auf automatisierte Desinfektion der Einkaufswagen

Everswinkel

Man kennt das als Kunde immer noch von dem einen oder anderen Supermarkt. Da warten die Einkaufswagen auf die nächste Shopping-Runde und direkt daneben stehen Sprühflaschen oder Desinfektionsspender, ein Haufen Papierhandtücher und ein Mülleimer, der vor lauter getränkten Papierlappen überquillt. Ein nicht gerade einladender Auftakt zum Einkauf. So eine Szenerie wollte Frank Strohbücker nicht vor seinem Edeka-Markt haben.

Klaus Meyer

Hygiene in Sekundenschnelle: Frank Strohbücker setzte in seinem Edeka-Markt frühzeitig auf den „Deso Cube“, der Einkaufswagen automatisch desinfiziert. Foto: Klaus Meyer

Während an anderen Märkten noch in Hilfspersonal investiert wurde, das den Kunden die Griffe der Einkaufswagen abwischte, investierte er in eine seinerzeit ganz neue Lösung. „Ich habe irgendwo über das Start-Up gelesen“, erinnert sich Strohbücker. Das neue Unternehmen Saiko Maschinentechnik aus Herford hatte eine automatische Desinfektionseinrichtung entwickelt. Quasi eine Waschstraße für Einkaufswagen. Strohbücker stand im vergangenen Jahr vor der Frage, „in welchem Markt geht der Kunde noch gerne einkaufen?“ Einkaufswagen gehen am Tag durch hunderte Hände. Die Griffe sind ein wahrer Nährboden für Bakterien, Pilze, Viren und Keime und geben diese fleißig weiter. Strohbückers Erkenntnis: „Die Papiertücher, die überall herumfliegen, waren umwelttechnisch eine Katastrophe. Das bringt alles nichts.“ Da kam die Erfindung aus Herford gerade recht.

Frank Strohbücker

„Wir waren mit die ersten, die das Gerät eingeführt haben.“ Der „Deso Cube“ erledigt seine Aufgabe in wenigen Sekunden. Für Kundin Lore Tröbst an diesem Morgen ist das schon eine gewohnte Übung. Mit Schwung schiebt sie den Einkaufswagen bis zur Kontaktschweller in die Maschine, das von Grün auf Blau wechselnde Licht signalisiert den von Sprühventilen übernommenen Desinfektionsvorgang, und Lore Tröbst desinfiziert währenddessen am außen montierten Spender ihre Hände. Das war‘s schon.

Die Entwicklung des „Disinfectors“ begann die Firma Saiko übrigens schon 2017. Da gab‘s zwar noch keine Corona-Pandemie aber dennoch schon viele anderen Viren und Bakterien. Die ersten Pilotanlagen gingen an etwa 15 Märkte im Raum Herford, Paderborn und nach Zwickau. „Tests haben ergeben, dass sich auf den Griffen von Einkaufswagen immer viele Keime und Bakterien sammeln. Wir haben nach einer einfachen, hygienischen und vor allem nutzerfreundlichen Lösung gesucht, diese zu entfernen“, so Baris Karadas, einer der beiden Geschäftsführer der Saiko Maschinentechnik GmbH im Pressegespräch. Dann kam die Pandemie, beschleunigte die Geräteentwicklung und dann die Nachfrage.

„Es war für uns auch ein Alleinstellungsmerkmal“ im weiteren Umkreis, blickt Strohbücker zurück. Die anfänglichen „Kinderkrankheiten“ des Automaten habe die Firma sehr kundenfreundlich behoben. Im Netz wird der „Deco Cube“ mit rund 4200 Euro Anschaffungskosten ausgewiesen, zuzüglich Desinfektionsmittel. Das wird im Edeka-Markt Strohbücker täglich aufgefüllt. „Es ist für mich wichtig, dass man am Automaten Einkaufswagen und Hände desinfizieren kann. Das ist dann zu 100 Prozent clean.“ Die Anschaffung sei sinnvoll gewesen.

„Man merkt an den Reaktionen der Kunden, die Investition war richtig“, ist Strohbücker zufrieden. Klar, die Nutzung der „Einkaufswagen-Waschanlage“ ist freiwillig. Mancher Kunde läuft an diesem Morgen daran vorbei und denkt nicht über Viren und Schmierinfektionen nach. Andererseits soll es auch schon Kunden gegeben haben, die den Wagen nach dem Einkauf inklusive Ware desinfiziert haben . . .

Startseite