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Schatz des Monats in St. Agatha

Symbolträchtiger Hochaltar

Alverskirchen

Die Reihe „Der Schatz des Monats“ wurde mit der Vorstellung des Hochaltars von St. Agatha abgeschlossen. Dr. Hans-Joachim Hubrich gab zunächst einen geschichtlichen Überblick. Franziska von Twickel erklärte die einzelnen Reliefs und die Skulpturen des Altars.

Die drei Referenten Franziska von Twickel, Dr. Hans-Joachim Hubrich und Marita Schlüter vor dem imposanten Hochaltar von St. Agatha Foto: privat

Als Schluss- und Höhepunkt der Reihe „Der Schatz des Monats“ stellte der Schatzkammerverein den Hochaltar von St. Agatha in den Mittelpunkt eines Vortrages.

Dr. Hans-Joachim Hubrich gab zunächst einen geschichtlichen Überblick. „Ein Altar bedeutete in vorchristlicher Zeit zunächst einmal ,Opferstätte’ - oft auch im Freien - bevor das Christentum ihn in Anlehnung an das Letzte Abendmahl zum ,Tisch des Herrn‘ abwandelte.“ Von einem erhöhten Opferstein führte die Entwicklung zu immer prächtiger gestalteten Altären, wie sie etwa im barocken Hochaltar von St. Peter in Rom gipfelt, der von einem imposanten Baldachin bekrönt wird.

Dr. Hans-Joachim Hubrich

Schließlich stellte man den Aufbau vor eine Wand, wodurch die rückwärtige Fläche noch mehr Gestaltungsspielraum brachte. Mit ihrer Rückwand, dem sogenannten „Retabel“ stehen die meisten Altäre an der Ostwand einer Kirche. So blickten die Gläubigen während der Messe der aufgehenden Sonne – symbolisch Christus – entgegen. Der Hochaltar in Alverskirchen, der 1894 geweiht wurde, zeigt dort Szenen aus dem Leben der Pfarrpatronin St. Agatha.

Franziska von Twickel erklärte die einzelnen Reliefs und die Skulpturen des Altars. Besonderes Augenmerk lenkte sie auf die Figur des Pelikans über dem Tabernakel und die Wiederkehr der Zahlen eins, drei und vier in der Ornamentik. „Der Pelikan steht für den Opfertod Christi – diese Allegorie beruht bereits auf einer frühchristlichen Schrift aus dem 2. Jahrhundert. Eins und drei sind in der christlichen Ikonografie ,perfekte Zahlen‘, weil sie für die Dreieinigkeit Gottes stehen“, so die Referentin. Die Zahl vier dagegen symbolisiere das Menschliche, wie zum Beispiel die vier Evangelisten.

Schließlich gab es einen kurzen Exkurs in den Altarbau des 19. Jahrhunderts. Restauratorin Marita Schlüter stellte die Schöpfer des Hochaltars, die Familie Rincklage aus Münster, vor. Anhand alter Aufnahmen sah man die stolzen Handwerker in ihrer Werkstatt und erfuhr, dass Vergoldungstechniken sich im Prinzip seitdem nicht verändert haben. Dem Betrachter heute verbleibe nur die Bewunderung für das handwerkliche Können und die Feinheit in der Ausführung. Der hierzu erforderliche Arbeitsaufwand ließe sich aktuell kaum mehr finanzieren. Abschließend dankte der Schatzkammerverein allen Besuchern seiner Vortragsreihe für das große Interesse.

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