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Jahreshauptversammlung des SC DJK Everswinkel

„Tauschgeschäft“ wirft Fragen auf

Everswinkel

Viel Diskussionsbedarf gab es während der Jahreshauptversammlung des SC DJK zum Thema Flächentausch. Es geht um den ehemals geplanten Anbau einer multifunktionalen Sportstätte mit Schießstand am Vitus-Sportcenter, das auf der Hotelfläche liegt. Die Genehmigung dazu hatte die Gemeinde immer wieder abgelehnt. Denn sie selbst benötige das Grundstück. Vorschlag der Verwaltung: die Tennisplätze mit der Hotelfläche zu tauschen. Im Gegenzug sollte die 81 Mitglieder starke Tennisabteilung drei neue Plätze bekommen.

Marion Bulla

Lenken die Geschicke des SC DJK: v.l. Martin Steinbach, Florian Glose, Marion Kemker, Markus Schöfbeck, Verena Kortmann, Heinz Steinhoff, Stefan Dieckmann und Dieter Rengers. Rundes Bild: Josef Riesenbeck (l.) wurde ob seiner Verdienste und dem großen Engagement innerhalb des Vereins zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Außerdem bekam er gemeinsam mit Friedhelm Hempelmann eine Urkunde für 60 Jahre Treue zum SC DJK. Foto: Marion Bulla

Die Hybrid-Hauptversammlung des SC DJK am Freitagabend in der Festhalle war mit 60 persönlich erschienenen Mitgliedern und knapp 30, die die Veranstaltung online verfolgten, ausgesprochen gut besucht. Ein Grund dafür war sicher, dass ein Teil des Vorstands neu gewählt wurde. Weiter galt es über drei Anträge zu entscheiden.

Martin Steinbach, der seit einem Jahr den Posten des Vorsitzenden inne hat, bedankte sich zunächst für die Treue der aktuell 2095 Mitglieder. „Man könnte denken, dass sich viele vom Verein abmelden, da kein Sport in der Corona-Pandemie möglich war. Unsere Mitgliederzahl hat sich aber nur um 44 verringert. Wir hatten 224 Abmeldungen und 180 Neuanmeldungen.“

Schatzmeister Dieter Rengers gab einen Überblick über die finanzielle Lage des Vereins. Trotz der gesunkenen Einnahmen durch ausgefallene Kurse, Turniere und Veranstaltungen kann der Sportverein sich über ein Finanzergebnis mit einem Überschuss von mehr als 45 000 Euro freuen. Das liegt zum einen daran, dass die angestellten Mitarbeiter in Kurzarbeit waren und Trainer auf Übungsleitergelder verzichtet hatten. Aber auch die Beiträge der Mitglieder und die eingesparten Kosten für Sportveranstaltungen trugen dazu bei.

Bürgermeister Sebastian Seidel fand lobende Worte für die Arbeit des Sportvereins: „Ihr haltet zusammen und schaut nach vorne. Da habe ich großen Respekt. Gemeinsam stark bleiben, das wünsche ich allen.“

Die große Vielfalt an Angeboten zeigt deutlich, dass der Verein gut aufgestellt ist. Das Kursangebot hat sich weiter positiv entwickelt. Dadurch, dass es in den Leistungssportabteilungen kaum Meisterschaftskämpfe gab, konnten natürlich auch keine Erfolge verkündet werden. Dafür standen Wahlen auf der Tagesordnung. Sowohl online als auch im Festsaal wurde Markus Schöfbeck für zwei Jahre zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Zum Sportwart bestimmten die Mitglieder Stefan Dieckmann. Das Amt der Marketingleiterin übernahm Verena Kortmann. André Henning und Rene Kruse werden den Verein als Beisitzer unterstützen. Christian Maas ließ sich aus beruflichen Gründen nicht mehr für dieses Amt aufstellen. Ihm wurde für seine langjährige Arbeit im Vorstand die Bronzene Ehrennadel verliehen.

Das Amt des Geschäftsführers bleibt nach wie vor vakant. Mit Ehrungen ging es weiter: Geehrt wurden Mitglieder, die dem Verein seit 25, 40 und 60 Jahren die Treue halten.

Anschließend ging es zu den Anträgen. Der erste war schnell abgehakt. Der

Vorstand würdigte die Leistung Josef Riesenbecks und ernannte ihn zum Ehrenvorsitzenden. Einstimmiger Beschluss. Schließlich hat der Everswinkeler die Geschicke des Vereins über 50 Jahre mit großer Leidenschaft und ganz viel Engagement gelenkt.

Im nächsten Antrag ging es um die Frage, ob der Mitgliederbeitrag für ein Quartal ausgesetzt werden sollte. Die Mehrheit der Mitglieder sah darin keinen Grund.

Viel Diskussionsbedarf gab es zum Thema Flächentausch. Es geht um den ehemals geplanten Anbau einer multifunktionalen Sportstätte mit Schießstand am Vitus-Sportcenter, das auf der Hotelfläche liegt. Die Genehmigung dazu hatte die Gemeinde immer wieder abgelehnt. Denn sie selbst benötigt das Grundstück. Verwaltungsvorschlag: die Tennisplätze mit der Hotelfläche zu tauschen. Im Gegenzug sollte die 81 Mitglieder starke Tennisabteilung drei neue Plätze bekommen.

Das geplante Budget für den multifunktional nutzbaren Schießstand: mindestens 300 000 Euro. Das Land fördert den Bau mit bis zu 90 Prozent durch das Programm „Investitionspaket zur Förderung von Sportstätten“. 110000 Euro gibt es zudem vom Kreissportbund für die Umrüstung des Flutlichts und den Umbau der Tennisumkleidekabinen.

Ehrenmitglied Hermann Walter wollte wissen, warum dieser äußerst wichtige Punkt nicht vor der Entscheidung der Gremien bis zur Erörterung in der Mitgliederversammlung zurückgestellt worden sei. Die Antwort: Eine Abstimmung in der Mitgliederversammlung sei laut Satzung nicht erforderlich. Walter verstehe nicht, warum die Tennisabteilung zwei funktionsfähige Plätze abgeben soll. Denn: „Wir brauchen keine neuen Plätze.“

„Wenn es Brei regnet, sollte man einen Löffel dabei haben“, bemerkte Sebastian Seidel mit Aussicht einer großzügigen Förderung. Auf die Frage, was die Gemeinde mit dem wertvollen Grundstück machen möchte, hielt sich der Bürgermeister bedeckt.

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