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Biotop-Säuberungsaktion von Hegering, LOV und Landjugend

Unterwegs im Auftrag der Natur

Everswinkel

Gedankenlos weggeworfene Abfälle verrotten in der Landschaft sehr langsam oder auch gar nicht und setzen zum Teil Schadstoffe frei, die für die Tier- und Pflanzenwelt sowie für die Gewässer gefährlich werden können. In Everswinkel übernehmen Hegering, LOV und Landjugend regelmäßig Verantwortung und sammeln im Rahmen einer Biotop-Säuberungsaktion den Müll von anderen Menschen ein.

Von Klaus Meyer

Hegering, Landwirtschaftlicher Ortsverein und Landjugend hatten einmal mehr zum Einsatz gegen den Müll in der Landschaft aufgerufen. Foto: Hegering

„Für unsere Umwelt sind wir alle verantwortlich“, betont das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW.

Wenn man ehrlich ist, muss man den Menschen und sein Tun als größte Umweltverschmutzung bezeichnen. Er vernichtet Landschaften, rodet Naturwälder für Bau- und Brennholz, rottet Tierarten aus, verunreinigt Flüsse und Meere durch Abwässer und Müll, verschmutzt die Luft – treibt Raubbau an der Natur und damit an den Lebensgrundlagen. Allein das Problem „Plastikmüll“ ist erdumspannend, zu Lande und im Wasser. 1950 wurden zwei Millionen Tonnen Plastik weltweit produziert. 2015 waren es schon 322 Millionen Tonnen. Rund sieben Milliarden Tonnen bis heute insgesamt. Experten schätzen, dass nahezu 80 Prozent davon auf Mülldeponien landeten oder in die Umwelt gelangten. Die Vitus-Gemeinde macht da keine Ausnahme. Müll findet sich auch hier in der Landschaft. Acht- und gedankenlos auf die bequeme Art entsorgt.

Hegeringleiter Josef Thiemann

Der Hegering, der Landwirtschaftliche Ortsverein und die Landjugend gehen schon seit vielen Jahren regelmäßig dagegen an und veranstalten zusammen im Frühjahr eine Biotop-Säuberungsaktion. Unterstützung erhielt die Umwelt-Reinigungstruppe durch die Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises Warendorf, die Müllsäcke, Handschuhe und Greifzangen zur Verfügung gestellt hatte.

Das Ergebnis am Ende des Sammeltages ist immer wieder erschreckend und ernüchternd zugleich. Am vergangen Samstag ging‘s früh morgens wieder raus in die freie Landschaft. Hegeringsleiter Josef Thiemann hatte dazu rund 40 freiwillige Helfer am Treffpunkt Raiffeisenmarkt begrüßen können. Auffällig dabei die verhältnismäßig große Zahl an Kindern, die mithelfen wollten, Straßengräben, Randstreifen, Grünflächen und Parkplätze vom sogenannten Wohlstandsmüll zu befreien. „Es ist sehr lobenswert, dass Ihr Kinder heute Morgen mit dabei seid und uns unterstützt“, freute sich Thiemann bei der Begrüßung der Teilnehmer.

Die schwärmten nach dem Briefing aus, steuerten sämtliche Wirtschaftswege sowie diverse Spazierwege und Gräben rund ums Vitus-Dorf an. Auch der – eigentlich vor etlichen Jahren vom Landschaftsverband zum abfallfreien Parkplatz deklarierte – Park-and-Ride-Platz an der Landstraße 793 wurde aufgesucht. Der zählt nicht zu den Biotopen, gilt aber immer wieder als Problemzone in Sachen Müll. Die aufgestellten Schilder, die ermahnen, den eigenen Müll mitzunehmen, scheinen kaum noch Wirkung zu erzielen. So auch jetzt wieder. Der dort illegal entsorgte Müll war zum großen Teil durch den Wind auf die angrenzenden Ackerflächen geweht worden. „Wir als Hegering Everswinkel appellieren daher noch einmal an die Politik, sich hier mit dem Land NRW über eine mögliche Lösung auszutauschen“, erklärten Thiemann und sein Stellvertreter Marcel Kortmann.

Nach drei Stunden entluden die Helfer ihren gesammelten Müll, der wieder einmal vor allem durch Kaffee-to-go- und Fast-Food-Verpackungen geprägt war, in einem eigens organisierten Container. Für die abschließende nötige Stärkung hatte die Gemeinde gesorgt in Form einer Gulaschsuppe im Gebäude des Bauhofes.

An dem Säuberungseinsatz nahmen auch einige Kinder teil. Was sich so in Gräben, auf Grünstreifen und Äckern und am Wegesrand fand, war schon ernüchternd. Foto: Hegering
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