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Tag der offenen Tür an der Waldorfschule

Viele Gründe für die Alternative

Everswinkel

Das Wetter am Samstag war geradezu perfekt für einen Besuch der Freien Waldorfschule. Die hatte zu einem Tag der offenen Tür eingeladen, um ihre Schulform vorzustellen. Geschäftsführer Jürgen Günther war ziemlich zufrieden mit der Resonanz. „Wir haben schon jetzt, nach einer Stunde, mehr als 40 Familien gezählt, die sich unsere Schule heute anschauen möchten.“ Führungen, Unterrichtseinblicke, Ausstellungen, Informationen – das Angebot für interessierte Besucher war umfassend.

Von Marion Bulla

Die Eltern Nadine Jüttner und Alexander Ranft besichtigten mit Foto: Marion Bulla

Derzeit besuchen 275 Kinder und Jugendliche die Waldorfschule. Bis zum Schulschluss am Mittag konnten die Gäste in den Klassenräumen den Unterricht in den verschiedenen Fächern verfolgen. Danach gab es Führungen mit den einzelnen Klassenlehrern, die ihnen Lernmodelle und Konzepte der Waldorfschen Pädagogik nahe brachten.

In manchen Räumlichkeiten waren Arbeiten zu besichtigen, die die Schüler und Schülerinnen ausgestellt hatten. Unter anderem auch bei Bärbel Orth. Die Klassenlehrerin der 6. Klasse zeigte nicht ohne Stolz, was ihre Schützlinge – zumeist noch als Fünftklässler – zustande gebracht hatten. „Und dass, obwohl aufgrund vom Lockdown wegen Corona nicht wirklich viel ging“, bemerkte die Pädagogin. An der Decke etwa baumelte wie ein Mobile ein selbst gebasteltes Sonnensystem, auf vielen Tischen lagen Bilder, Hefte und gebastelte Werke zu den jeweiligen Fächern wie niedliche gehäkelte Mäuse, die im Kunstunterricht entstanden sind. In Geschichte waren die Erfindung des Rades und Formen von Geheimschriften thematisiert worden, und an den Wänden hingen kleine bunte Kunstwerke mit in sich verlaufenden Primärfarben. Der Hort stellte sich an diesem Tag ebenfalls vor. 40 Kinder werden hier zu den Schulzeiten täglich von 11 bis 15 beziehungsweise 16 Uhr betreut.

Norbert Lawnik (l,) führte drei Familien durch die Klassen und erklärte ihnen das Konzept und die spezielle Unterrichtsform der Waldorfschule. Foto: Marion Bulla

Simone und Alexander Krämer interessierten sich sehr für die Unterrichtsform der Waldorfschule und schauten sich an diesem Tag auf dem Gelände und in den Räumlichkeiten um. Das Telgter Ehepaar wollte zunächst einmal mehr wissen, um das Konzept mit dem der klassischen Schule vergleichen zu können. Im kommenden Jahr werden ihre fünfjährigen Zwillinge eingeschult und, wenn alle überzeugt sind, dann werden die beiden schon bald hier angemeldet. Für die Eltern gibt es schon jetzt eine Vielzahl an Gründen, die dafür sprechen. Vor allem die Nähe zur Natur und der kreative Schwerpunkt gefällt den Krämers. „Und ist es nicht wunderschön hier“, bemerkte das Paar unisono.

Norbert Lawnik führte derweil drei Familien durch die Räumlichkeiten. Er erzählte ihnen, was in den jeweiligen Klassen gerade durchgenommen wird. Er erklärte auch, dass die Waldorfschule inklusiv ist und es seit fünf Jahren ab der fünften Klasse in Everswinkel den Ganztag gibt. Jürgen Fritzsch ist Werklehrer, in seiner Wirkungsstätte ist viel los. Hier wird mit den Händen gearbeitet. Der Pädagoge zeigte unter anderem Holzreliefs, Bronzeguss und Kleinmöbel, allesamt von Schülern und Schülerinnen gefertigt. Eltern wie Kinder zeigten sich begeistert von den ansprechenden Arbeiten.

Werklehrer Jürgen Fritzsch zeigte den Eltern und Kindern ein Holzrelief, das seine Schüler gefertigt hatten. Foto: Marion Bulla

Gero ist fünf Jahre alt und kommt nächstes Jahr zur Schule. Seine Eltern haben sich bewusst für die Unterrichtsform der Waldorfschule entschieden. „Die Unterrichtsform am Block kommt Gero entgegen. In einer klassischen Schule würde er ganz sicher untergehen. Auch dass es hier viel um Bewegung geht, finden wir gut“, so das Alverskirchener Ehepaar.

Auch Ida möchte gern zur Waldorfschule. Sie ist zehn Jahre alt und geht in Telgte in die vierte Klasse. „Wir wollen für unsere Tochter keine große Gruppen und möchten auch nicht, dass so viel Druck ausgeübt wird. Deshalb ist die Sekundarschule schwierig für uns. Hier steht das Kind im Vordergrund und nicht die Leistung, und die Umgebung ist einfach toll“, zeigte sich Mutter Nadine Jüttner von der Waldorfpädagogik überzeugt.

Die Besucher wurden mit vielfältigen Informationen und Einblicken versorgt. Foto: Marion Bulla

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