1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Everswinkel
  6. >
  7. Virtuos und innig

  8. >

Liederabend „Zwischen-Töne“ in der Johanneskirche

Virtuos und innig

Everswinkel

Von Michael Jackson bis Jeanette Biedermann reichte das Programm von Kerstin Arnemann und Christoph Spengler in der Johanneskirche. Das Duo hatte für eine den Umständen entsprechend „volle“ Kirche gesorgt.

Von Andreas Hasenkamp

An viele Seiten der Seele rührten Kerstin Arnemann (Gesang) und Christoph Spengler (Klavier) in der Johanneskirche. Foto: Andreas Hasenkamp

Ans Herz ging das Konzert in der Johanneskirche, innig und auch mal drängend und mit Sorgen, vielseitig, nicht seicht. Kerstin Arnemann (Gesang) und Christoph Spengler (Klavier) hatten für eine den Umständen entsprechend „volle“ Kirche gesorgt; Pfarrer Stefan Döhner begrüßte Gäste und die „Zwischentöne“.

Mit einem himmelstrebenden „Halleluja“ hebt Arnemann an. Bald zeigt sie auch in tieferen Tönen eine Stärke und Dynamik, unter der Feinheiten nicht leiden. Nimmt man Spenglers souveränes Klavierspiel hinzu, der auch mal ein dezentes Echo treffend platziert, so ist das Duo virtuos. Dies dient dem Ausdruck, und den verlangen die von den beiden gewählten Werke in vielen Spielarten.

“Gnadenlos Persönliches“

Lob und Dank, Angst und Hoffnung, Zuversicht angesichts gemeisterter Probleme, Liebesbekenntnisse – all das durchzieht das Programm, auch „gnadenlos Persönliches, sehr Verletzliches“ wie das Lied von Jeanette Biedermann. Das den Menschen zugewandte Programm gewinnt durch Arnemanns Auftreten in der kleinen Kirche an Innigkeit. In persönlichen Worten nimmt sie die Gäste in die Stücke mit.

Für eine bessere Welt besser bei sich selbst anfangen, diesen Appell liefert „Man in the Mirror“ nach Michael Jackson. Reinhard Mey und Tina Turner („Simply the Best“) mit ihrem teils so schweren Lebensweg haben Platz im Programm. „The Show Must Go On“ singt sie in stimmlich respektabler Annäherung an Queen-Sänger Freddy Mercury, und das will etwas heißen.

Exklusives Konzert

„Ach, das war ja toll“, so resümiert nach einem intensiven Stündchen eine Dame nach dem Konzert ihr Empfinden und wohl auch das der anderen Gäste. Der Applaus war von Stück zu Stück angeschwollen. Arnemann dankte für diesen Lohn für die Musizierenden. „Wie schön, dass Sie heute hier sind“, hatte sie zu Beginn bekannt, „das Bühnenleben steht ja doch etwas stille“. Auftritte sind derzeit eine Seltenheit, und was im Kalender steht, ist von Absagen bedroht, berichtete sie auf Nachfrage. So war das Konzert in der Johanneskirche in der Tat „exklusiv“.

Startseite
ANZEIGE