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Experiment mit Sperrung und Möblierung im Herbst

Vitusstraße einmal ganz anders

Everswinkel

„Vitus-Terrassen 2022“. Das klingt schon fast nach einem Festival, zumindest aber nach Sommer, Sonne und Spaß. Nun, mit der Sommerzeit klappt es bei dem Projekt nicht ganz, aber alles andere könnte klappen. Im September werden die Bürger eine ganz andere Vitusstraße erleben können. Eine mit mehr Aufenthaltsqualität und mit weniger Verkehr. Die „Vitus-Terrassen“ sind ein Experiment.

Von Klaus Meyer

Die Vitusstraße wird zum Experimentierfeld. Im September sollen temporäre Möblierung und zeitweilige Sperrung für eine ganz neue Aufenthaltsqualität sorgen. Foto: Klaus Meyer

Im Zuge der Erarbeitung des Gemeinde-Entwicklungskonzeptes waren seitens der Bürger etliche Wünsche, Anregungen und Beschwerden auf dem Tisch gelandet, wie Umweltberater Bernd Schumacher zusammen mit Philipp Elsbernd und Pia Eggert von der Gemeindeverwaltung am Montagnachmittag beim Ortstermin mit Anliegern und Gewerbetreibenden erinnerte. Ein wesentlicher Wunsch sei gewesen, dem Zentrum „ein bisschen mehr Leben einzuhauchen. So, wie es jetzt ist, ist es nicht wirklich ein Wohlfühlort“, so Schumacher, der dann geheimnisvoll verkündete: „Wir wollen ein Experiment mit Ihnen machen.“

Philipp Elsbernd

Das Geheimnis lüfteten aber sogleich Elsbernd und Eggert, die auf „ganz gute Erfahrungen“ mit Experimenten verwiesen – etwa mit der Sommersuhle. Den großen Sandkasten auf dem Magnusplatz soll es auch in diesem Jahr wieder geben. Vom 9. September bis 4. Oktober wird die Vitusstraße in eine Verweilzone verwandelt. „Wir wollen den Seitenraum vom Verkehrsverein bis zur Einfahrt Magnusplatz attraktivieren. Wir sehen das auch als Wirtschaftsförderung“, betonte Elsbernd mit Blick etwa auf die Gaststätten, die Bäckerei, die Eisdiele sowie die Geschäfte. Elsbernd und Eggert stellten die angedachten temporären Möblierungen mit Sitzbänken, Podesten, Pflanzkübeln, Fahrradständer und mehr vor, die mit dem Partner „Zukunftsnetz Mobilität NRW“ ausgeliehen und dann von den Bürgern und den Gewerbetreibenden genutzt werden können.

Philipp Elsbernd, Pia Eggert und Bernd Schumacher von der Gemeinde stellten das Konzept vor Ort vor. Foto: Klaus Meyer

„Wir wollen auch Parkplätze einbeziehen, so dass man aus einem Parkplatz einen Sitzplatz macht“, skizzierte Eggert. „Wir kümmern uns um alles, vom Aufbau bis zum Abbau“, kündigte Elsbernd ein Rundum-Sorglos-Paket an. Das NRW-Verkehrsministerium unterstützt mit dem Zukunftsnetz Mobilität NRW Kommunen dabei, neue Wege für lebenswerte Städte und für eine gesicherte, nachhaltige Mobilität im ländlichen Raum einzuschlagen. Eine der drei Koordinierungsstellen hat ihren Sitz in Münster, wo jüngst auch schon ein größerer Feldversuch im zentralen öffentlichen Straßenraum stattfand.

Warum die Aktion nicht im Sommer? Weil sie auch durch das Ausleihen des Mobiliars an die Europäische Mobilitätswoche vom 16. bis 25. September gebunden ist. In jener Woche soll dann auch die Vitusstraße für den Durchgangsverkehr gesperrt werden (Liefer- und Radverkehr bleiben möglich). Statt Autos sollen Aktionen auf der Straße Platz finden. „Wir wollen sehen, wie reagieren die Menschen“, kündigte Schumacher eine genaue Beobachtung und Auswertung der Aktion – auch mittels Befragungen – an. In Städten, wo so etwas ausprobiert worden sei, habe es deutlich mehr Frequenz und Aufenthaltsdauer in den Bereichen gegeben. Gastwirt Klemens Diepenbrock zog schon jetzt ein erstes Fazit: „Die Idee finde ich sehr gut. Eine ganz tolle Aktion der Gemeinde. Wir können nur die Gewinner sein.“

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