1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Everswinkel
  6. >
  7. Vom Heuaufzug bis zum Göpel

  8. >

Thema „Lasten bewegen“ beim Aktionstag des Mitmach-Museums

Vom Heuaufzug bis zum Göpel

Everswinkel

Wie transportierten Landwirte früher schwere Güter oder voluminöse Waren? Dieser Frage ging der Aktionstag am Mitmach-Museum nach.

Von Christopher Irmler

Aktionstag am Mitmach-Museum zum Thema „Lasten heben und bewegen“. Hier heben die Männer mit einem „Rick Rack“ einen Baumstamm an, um ihn anschließend verladen zu können. Foto: Christopher Irmler

Es war eine praktische Unterrichtseinheit in Mathematik und Physik, die Josef Beuck vorbereitet hatte. Gemeinsam mit neun weiteren Aktiven des Mitmach-Museums präsentierte er beim Aktionstag an sechs Stationen alles rund ums Motto „Lasten heben und bewegen“.

Los ging es mit den Hebelgesetzen – demonstriert mit einem Nagel und einem sogenannten Kuhfuß. Die Anwendung des Hebels über Rolle, Winde und Zahnrad führte die interessierten Zuhörer zu immer komplexer werdenden technischen Errungenschaften, mit denen Landwirte noch bis in die 1970er-Jahre arbeiteten. Auch Tragehilfen wie Schubkarren, Bollerwagen, Sturzkarre oder Ringsenwagen rückten in den Blickpunkt. In der Landwirtschaft gehe es stets um den Transport voluminöser Ware wie Stroh und Heu, schwerer Gütern wie Kartoffeln oder der Gewährleistung des sicheren Transports über unbefestigte Äcker und Wege, fuhr Beuck fort.

Ein Blick zurück

Für ihn wurden dabei auch Erinnerungen aus Kindheit und Jugend wach. „Mit solchen Milchkarren am Fahrrad bin ich auch noch gefahren“, verwies er auf das ausgeklügelte an einem Rad angebrachte Haltesystem. Damals, so erzählte er seinen jungen Zuhörern, sei das Wegenetz nicht wirklich ausgebaut gewesen. Stattdessen galt es, Sandwege oder Schotterpisten zu bewältigen. Ganz bewusst haben die Verantwortlichen auf nicht-moderne Geräte ihres Bestandes gesetzt.

Das „Prunkstück" am Aktionstag war der Göpel. Mithilfe eines Pferdes setzt sich das System aus Zahnrädern in Bewegung. Foto: Christopher Irmler

Rund 700 Exponate hegen und pflegen sie hier am Standort. „Wir müssen diese Technik für unsere Kinder und Enkel erhalten“, erinnerte Beuck an die Ziele des Mitmach-Museums. „Wir erleben es auch, wenn Schulklassen hier sind: Das Gezeigte ist für sie sehr weit weg.“ Sie verbinden mit der Arbeit auf dem Bauernhof eher PS-starke Traktoren, große Mähdrescher oder zig Tonnen fassende Güllefässer. Was Beuck ein Stück weit schade findet. Schließlich habe einst jeder Bauernhof der Region einen Heuaufzug gehabt, der die Verbringung auf den Speicher erheblich erleichterte.

"Prunkstück" bewegt durch Hebel

Und auch die Verbringung von geschlagenen Baumstämmen gestalte sich in der Gegenwart durch den Einsatz von schwerem Gerät recht einfach. Früher, so sah die Gruppe auf der gegenüberliegenden Wiese des Museums, kam ein sogenanntes „Rick Rack“ zum Einsatz. Auch hierbei machten sich die Arbeiter die Hebelgesetze zu eigen. Nicht fehlen durfte an diesem Samstag das „Prunkstück“, wie Beuck den Göpel nennt. Mithilfe eines Pferdes setzt sich das System aus Zahnrädern in Bewegung – und erreicht das, wofür heute schwere Technik genutzt wird.

An die Milchkannen an seinem Fahrrad kann sich der Heimatvereinsvorsitzende Josef Beuck noch gut erinnern. Foto: Christopher Irmler
Startseite
ANZEIGE