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Flüchtlinge aus der Ukraine

Vorbereitungen sind angelaufen

Everswinkel

Immer mehr Menschen verlassen ihre Heimat, flüchten vor dem Krieg in der Ukraine. Tausende Flüchtlinge sind inzwischen über Polen nach Deutschland gekommen. Wo sie bleiben werden, damit beschäftigen sich jetzt Bund, Länder und Kommunen. Auch in der Gemeinde Everswinkel sind die Vorbereitungen angelaufen, um gewappnet zu sein.

Von Klaus Meyer

Die Vitus-Gemeinde bereitet sich derzeit auf die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine vor. Gesucht werden langfristiger verfügbare Wohnräume. Foto: Fotomontage: Klaus Meyer

Die Schätzungen sind gewaltig. Mehr als zwei Millionen Menschen sollen nach gestrigen Angaben der Vereinten Nationen bereits aus der Ukraine geflohen sein, mit bis zu fünf Millionen Flüchtlingen wird gerechnet. Vor allem über Berlin sind bereits tausende in Deutschland eingetroffen. Für die Kommunen gilt es vorbereitet zu sein. In der Vitus-Gemeinde ist die erste Ukrainerin bereits eingetroffen. Ein früheres Au-Pair-Mädchen, das Aufnahme bei seiner Gastgeber-Familie gefunden hat. Weitere 15 Personen aus einem anderen familiären Umfeld seien unterwegs, um privat verteilt zu werden, berichtet Sozialamtsleiter Jens Linnemann auf WN-Anfrage.

Jens Linnemann, Leiter des Amtes für Ordnung, Soziales, Wahlen, Sport und Kultur

Natürlich sind bereits sowohl in der Gemeindeverwaltung auf Amtsleiterebene als auch auf Kreisebene im Rahmen einer Bürgermeisterrunde Gespräche zur Vorbereitung auf die Situation gelaufen. Die Gemeinde wird auf ihrer Homepage eine Verknüpfung zur Sonderseite des Kreises Warendorf einrichten, auf der verschiedenste Infos zur Ukraine-Hilfe zu finden sind, etwa zur Meldung von Unterbringungsmöglichkeiten, zur Suche nach Dolmetschern, Hilfs- und Spendenadressen und mehr. Die Gemeinde selbst organisiert sich. „Wir werden einen Krisenstab einrichten, damit wir uns strategisch besser aufstellen“, zeigt Linnemann auf.

„Die Bereitschaft der Bevölkerung ist schon sehr groß“, es habe bereits diverse Wohnungsangebote von Bürgern gegeben. „Das Problem ist die Zeitschiene“, erklärt Linnemann mit Hinweis auf die zeitlichen Angebote. Zwei bis vier Wochen würden nicht wirklich helfen, man müsse eher mit einem halben bis einem Jahr Aufenthaltszeit rechnen. „Man muss auch für Kinder Betreuungsangebote haben.“ Was die bestehenden Übergangs-Wohnheime betrifft, „werden wir auch die Kapazitäten zur Verfügung stellen. Sie wurden auch schon abgefragt.“ Hinzu kommt parallel die Aufgabe, möglicherweise noch afghanische Ortskräfte unterbringen zu müssen. Vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration NRW sind für die Vitus-Gemeinde maximal 19 Personen beziffert worden.

Der Amtsleiter ist guten Mutes. „Das läuft jetzt alles an.“ Thomas Wetterkamp vom Haus der Generationen ist eingebunden, die Flüchtlings-Initiative Everswinkel mit im Boot, um einen möglichen ersten Schwung an Flüchtlingen zu bewältigen. Offizielle Zuweisungen des Landes gebe es bislang noch nicht. Wie hoch die Zahl der unterzubringenden Flüchtlinge aus der Ukraine sein könnte, ist somit völlig offen. Notfalls werde man auch Container anmieten. „Wenn ein großer Schwung kommen sollte, wird es erst einmal eine Sammelunterkunft wie etwa die Festhalle geben.“ Diese Planung gab‘s bereits 2015 beim damaligen Flüchtlingsstrom.

Linnemann betont, dass von privaten Flüchtlings-Abholaktionen ab der polnischen Grenze „dringend abgeraten“ werde. „Menschlich kann ich das voll nachvollziehen. Aber die Verteilung wird dadurch erschwert. Es muss schon irgendwie geordnet gehen.“ Und, nicht zu vergessen: „Das ist ja auch ein Kriegsgebiet.“

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