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Neubau Overbergstraße und das Problem der Parkplätze

Was ist die Lösung?

Everswinkel

Die Änderung des Bebauungsplans „Alter Ortskern“ kommt etwas ins Stocken. Zumindest an einer Stelle. Während viele Planänderungen inzwischen abgehakt sind, stellt die beabsichtigte Neubebauung an der Overbergstraße die Kommunalpolitiker und die Gemeindeverwaltung vor Probleme. Wohin mit den wegfallenden Parkplätzen?

Wo bleiben die Autos, wenn dieser Parkplatz durchs angedachte Wohn- und Ärztehaus bebaut ist? Foto: Klaus Meyer

Es ist eigentlich ein ganz simples physikalisches Prinzip: Wo ein Körper ist, kann kein zweiter sein. Auf die Örtlichkeit an der Overbergstraße bezogen: Wo ein neues Haus errichtet wird, können keine Autos mehr parken. Das von Investor Jörgen Dreher beabsichtigte Wohn- und Ärztehaus im Anschluss ans bestehende Mehrfamilienhaus mit gleicher First- und Traufhöhe (16,20 bzw. 10,50 Meter) bereitet den Kommunalpolitikern Kopfzerbrechen. Und nicht nur ihnen. Auch Gemeindeverwaltung und Architekt stehen vor einem großen gordischen Knoten.

Die Planungsausschusssitzung, in der eigentlich die Bebauungsplan-Änderung abgesegnet werden sollte, brachte keine Fortschritte in der Hinsicht. Die von Planer Joachim Sterl vorgestellte geringfügige Vergrößerung des Baufeldes für den geplanten Neubau am geplanten Kreisverkehr Bahnhofstraße zur Unterbringung zweier kleiner Gerätehäuser und die Anpassung auf zwei Vollgeschosse für die beiden Baukörper mit jeweils sechs Wohneinheiten löste keinen Diskussionsbedarf aus. Allerdings wartet man noch auf die Auswertung des Sicherheitsaudits, ob der Kreisverkehr überhaupt möglich ist.

Bei den Planungen für die Overbergstraße war die Stimmungslage ganz anders. Im Vorfeld hatten schon 37 Anwohner auf einer Unterschriftenliste deutlich gemacht, dass sie mit dem als Idee in den Raum geworfenen Bau einer zweiten Parkebene an der Ecke Overberg-/Dr.-Pöllmann-Straße nicht einverstanden wären.

Während sich die Grünen offen zeigten, „wir können uns mit der Stellplatzablösung durchaus anfreunden“ (Ortssprecherin Marion Schniggendiller), beklagte CDU-Fraktionschef Dirk Folker fehlende Zahlen der benötigten PKW-Stellplätze für die vorhandene Altbebauung und die geplante Neubebauung. Er schätzte die Zahl der Alt-Plätze auf etwa 15 und signalisierte klar: „Wir können uns nicht vorstellen, dass alle 15 Parkplätze abgelöst werden – das ist eine Menge.“ Der Architekt solle sich Gedanken machen, wie er noch ein paar Stellflächen mehr auf seinem Grundstück unterbringt. „Ich erwarte da eine überarbeitete Planung.“ Auch SPD-Fraktionssprecher Dr. Wilfried Hamann bemängelte dies sowie die fehlende Zahl der künftigen Wohneinheiten.

Architekt Dreher verstand die ganze Aufregung nicht. „Wie viele Stellplätze nachzuweisen sind, hat ja nichts mit dem Bebauungsplan zu tun“, das sei Sache des späteren Bau-Genehmigungsverfahrens. „Die Stellplätze für die Gastronomie kann ich nicht nachweisen. Die Stellplätze, die ich für den Neubau nachweisen muss, bekomme ich auch nachgewiesen“, betonte er. Kurz durften sich auch anwesende Zuhörer äußern. Annegret Stadtmann machte dabei eine Rechnung auf: „Wir haben den Gasthof, das Hotel, den Verkehrsverein, die Post, das Mehrfamilienhaus und dazu dann den neuen großen Komplex – das kann nicht funktionieren“, hielt sie die Parkplatzfrage an der Stelle für unlösbar. Man müsse erst wissen, wie viele Parkplätze man überhaupt benötige, so Folker. Die Bebauungsplan-Änderung sei so nicht zu beschließen. Am 2. Dezember soll das Thema wieder auf den Tisch kommen.

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