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Verkehrsunfallstatistik für 2021

Weniger Unfälle und Verunglückte

Everswinkel

Auf den Straßen der Vitus-Gemeinde ist es im vergangenen Jahr etwas sicherer zugegangen als im Vorjahr. Die von Landrat Dr. Olaf Gericke am Montag präsentierte Verkehrsunfallstatistik zeigt einen Rückgang bei der Zahl der Verkehrsunfälle als auch bei der der Unfallopfer. Zum Glück gab es wie auch schon im Vorjahr keinen Verkehrstoten zu beklagen. Gestiegen ist dagegen die Zahl der verunglückten Kinder.

Von Klaus Meyer

Einer der schweren Unfälle des vergangenen Jahres, bei dem es zwei Schwerverletzte und zwei Leichtverletzte gab. Ursache war das Missachten der Vorfahrt beim Abbiegen von der L793 Foto: Feuerwehr

Seit nunmehr 60 Jahren gibt es schon die jährliche Verkehrsunfallstatistik. Zahlen, Daten und Fakten über die Sicherheit oder Unsicherheit auf den bundesdeutschen Straßen. Das vergangene Jahr ragt dabei heraus. Wie das Statistische Bundesamt bereits jüngst verkündete, ist Zahl der Verkehrstoten auf den niedrigsten Stand seit Beginn der statistischen Erhebungen gesunken. Sechs Prozent weniger als 2020 und gar 16 Prozent weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019. Eine gute Nachricht. Auch wenn bundesweit 2569 Verkehrstote immer noch 2569 Opfer zu viel sind. Auch die Zahl der Schwerverletzten sank (um 5,5 Prozent), während die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle um drei Prozent zunahm. Trends, die sich in der am Montag vorgestellten Verkehrsunfallstatistik des Kreises Warendorf flächendeckend nicht so bestätigten, für die Vitus-Gemeinde dagegen schon.

Kreisweit, so stellte Landrat Dr. Olaf Gericke gestern fest, gab es mehr Verkehrsunfälle, mehr Verkehrstote und mehr Schwerverletzte. Die Gemeinde Everswinkel fällt aus dieser Entwicklung heraus. So ist die Verunglückten-Häufigkeitszahl (Verunglückte pro 100 000 Einwohner) von 520,13 im Jahr 2020 auf 384,90 im vergangenen Jahr gesunken. 22,2 Prozent weniger Verkehrsunfälle und 26 Prozent weniger Verunglückte mit leichten oder schweren Verletzungen standen am Ende des Jahres zu Buche. 22 Unfälle mit Personenschäden waren es summa summarum – weniger gab es nur in Beelen (14) und Ostbevern (19). 49 Verkehrsunfälle hatte die Kreispolizei für 2021 auf dem Gemeindegebiet protokolliert (Vorjahr: 63). Verkehrstote gab‘s zum Glück nicht, zudem mussten weniger Schwerverletzte (elf statt 18) und weniger Leichtverletzte (26 statt 32) in Krankenhäuser gebracht werden. Mit einer Unfallhäufigkeitszahl (hochgerechnet auf 100 000 Einwohner) von 229 lag Everswinkel deutlich unter dem gesamten Kreisgebiet (295). Besser schnitten nur Ostbevern (171) und Beelen (213) ab.

Getrübt wird die Statistik von einem Ausreißer: Die Zahl der verunglückten Kinder im Altersspektrum bis 14 Jahre hat sich verdoppelt von drei auf sechs Kinder. Dagegen waren keine Jugendlichen (15 bis 17 Jahre), weniger junge Erwachsene (18 bis 24 Jahre: acht Personen nach zuvor elf) und deutlich weniger Erwachsene (25 bis 64 Jahre; 18 nach zuvor 30 Personen) betroffen. Hinzu kamen fünf Senioren. Es überrascht nicht, dass sich die meisten Verkehrsunfälle mit dem Pkw ereigneten (29 – aber damit 23,7 Prozent weniger als 2020), dazu kamen sieben Radfahrer und ein Fußgänger.

Es lohnt ein Blick zurück zum Vergleich. Vor zehn Jahren ereigneten sich 72 Verkehrsunfälle auf den Straßen der Gemeinde, 37 davon mit Personenschäden. Traurige 17 Schwerverletzte wurden binnen des Jahres 2011 gezählt. 2017 waren es gar 22, und hinzu kamen zwei Todesopfer.

Wie die Kreispolizei analysierte, ist die überwiegende Zahl der Verkehrsunfälle auf ein Fehlverhalten im Begegnungsverkehr zurückzuführen. Kreisweit resultierten 441 Unfälle aus einem Abbiege- oder Wendemanöver und 227 weitere nach Missachtung einer Vorfahrtsregelung. Auf dem dritten Platz mit 85 Unfällen wurde eine unangepasste Geschwindigkeit als Ursache ermittelt. „Je höher die Ausgangsgeschwindigkeit bei einem Unfallgeschehen ist, desto schwerer sind die Folgen. Unabhängig von der Frage, wer den Unfall verursacht hat, entscheidet die Geschwindigkeit über Leben und Tod“, heißt es in dem Bericht. Über 122 000 Geschwindigkeitsverstöße wurden im vergangenen Jahr durch Kreis und Polizei festgestellt.

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