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Jahreshauptversammlung der Landwirte aus Everswinkel und Alverskirchen

Wertvolle Tipps von der Feuerwehr

Everswinkel/Alverskirchen

Über mangelndes Interesse konnten Martin Gerdemann und Christoph Gerd-Holling nicht klagen. Die Vorsitzenden der Landwirschaftlichen Ortsverbände Everswinkel und Alverskirchen begrüßten am Donnerstagabend mehr als 60 Teilnehmer zur Jahreshauptversammlung im Gasthof Strietholt.

Von Christopher Irmler

Auf großes Interesse stieß die Versammlung der Landwirte aus beiden Ortsteilen im Gasthof Strietholt.  Foto: Christopher Irmler

Fabian Menkhaus, seit wenigen Monaten für die Landwirtschaftskammer tätig, nutzte die Präsenzveranstaltung, um sich den Mitgliedern vorzustellen. Auch Johannes Bühlmeyer und Michael Klein informierten über aktuelle Entwicklungen im WLV. In Pandemiezeiten sei ein persönliches Gespräch nicht möglich gewesen; telefonische Beratung blieb der Ausweg. Thematisiert wurden etwa Corona-Hilfen, die Nitratbelastung der Böden, die Grundsteuer oder die Initiative Tierwohl, wie auch Fragen rund um Windkraft und Photovoltaik.

Löschzugführer Markus Averbeck

Einen Fragebogen unter Alverskirchenern hatte Leonard Schulze Hockenbeck vorbereitet. Die Antworten zu Blühstreifen, dem Tag der Milch und dem öffentlichen Bild der Landwirtschaft variierten dabei stark, regten zugleich zum Austausch und Perspektivwechsel an. So sorge mitunter ein Landwirt, der mit hoher Geschwindigkeit durch den Ort fahre, für ein schlechtes Image seines Berufsstandes. Dieser Wahrnehmung durch Dritte müsse man sich bewusst sein, so die Schlussfolgerung.

Michael Klein und Johannes Bühlmeyer berichteten über Aktuelles rund um den WLV.  Foto: Christopher Irmler

Diesen Perspektivwechsel hatte auch Bernhard Rotthege in seinem Grußwort vorgenommen. Jedem sei klar, dass 25 000 Euro für die Sanierung der Wirtschaftswege zu wenig seien. Der grundsätzliche Zustand sei allerdings in Ordnung. Als großes Sorgenkind der Gemeinde bezeichnete er den Zustand der Brücken. Freuen dürfe man sich über den fortschreitenden Glasfaserausbau in den Außenbereichen. „Wir fordern keine großen Neubauten, wir wollen den jetzigen Stand in Ordnung halten“, so Gerd-Holling mit Verweis auf seines Wissens nach mitunter nicht gefräste Banketten. Gerdemann verwies auf die Nutzung der Wirtschaftswege durch PKW-Fahrer. Gute Wirtschaftswege dienten allen Bürgern.

Als besondere Gäste der themenreichen Versammlung begrüßten die Landwirte Martin Hülsmann, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Everswinkel, und Markus Averbeck, Zugführer des Löschzugs Everswinkel. Hintergrund ihres Beitrags war ein Flächenbrand im Juli 2022 in der Bauerschaft Püning. Gerade im ländlichen Außenbereich komme es auf jede Minute an, unterstrich Averbeck. Er erläuterte das korrekte Verhalten beim Absetzen eines Notrufs, gefolgt von der Verständigung weiterer Landwirte. Entscheidend sei zunächst die korrekte Beschreibung der Örtlichkeiten. Nicht jede Einsatzkraft in der Warendorfer Leitstelle kenne die Bauerschaften im Detail.

Freuten sich über die Möglichkeit, direkt mit den Landwirten in Kontakt tvon der Feuerwehr Everswinkel. Text: -cirm- Everswinkel.  Foto: Christopher Irmler

„Sagt bitte nicht ,nach der Senke zweimal links', nennt denen klare Flurmarkierungen.“ Auch sei in der Nähe mancher Funkmasten die Durchstellung zur Leitstelle Münster denkbar; umso wichtiger seien klare Angaben und vor Ort Ortskundige, die die Einsatzkräfte einwiesen. „Wir kommen nicht wie die Berufsfeuerwehr mit Fahrzeug an Fahrzeug. Weil wir regulär von unserer Arbeit kommen, fahren die Fahrzeuge erst ab, sobald sie voll besetzt sind.“ Gerade im Gelände sei die Unterstützung durch Landwirte von enormer Bedeutung, da Feuerwehrfahrzeuge fürs Befahren von Feldern eher ungeeignet seien. Averbeck rechnete vor, dass mitunter durchaus zehn Minuten zwischen der Alarmierung und den ersten Kräften am Einsatzort vergehen könnten. „Da kann ein Feldbrand schonmal weglaufen.“

Doch Landwirte, die zügig Teile des Feldes umgraben, könnten einen wichtigen Beitrag bei der Eindämmung leisten. „Wir haben lieber drei Trecker vor Ort, als gar keinen.“ Bei allem Tatendrang stehe die Eigensicherung an erster Stelle. Daher gelte es, umgehend den Einsatzleiter aufzusuchen, um die angebotene Hilfe sinnvoll leisten zu können. Dies habe auch versicherungstechnische Gründe. Die Feuerwehr Everswinkel halte mit dem TEO-Löschtankfahrzeug und einigen gefüllten Güllefässern gewisse Mengen an Löschwasser vor. „Wir freuen uns auf Eure Unterstützung und brauchen sie auch wirklich“, unterstrich Averbeck.

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