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Heidi Rutsch sichert sich nach 2006 erneut die Regentschaft

Willkommen im neuen Kaiserreich

Everswinkel

Heidi Rutsch ist die erste Kaiserin in der 100-jährigen Geschichte des Bürgerschützen- und Heimatvereins St. Hubertus Everswinkel. Bereits vor 16 Jahren hatte sie den hölzernen Adler fliegen lassen und wiederholte dieses Kunststück am Sonntagabend um 18.46 Uhr mit dem 386. Schuss.

Von Stephan Ohlmeierund

Heidi Rutsch ist die erste Kaiserin in der Geschichte des BSHV. Michael Wessel-Terharn (l.) und Heiner Roggenland (r.) trugen sie nach dem Kaiserschuss zur Theke. Foto: Stephan Ohlmeier

Überglücklich wurde die neue Regentin zur Theke getragen, wo Ehemann Franz-Josef zu den ersten Gratulanten gehörte. Das Nachsehen hatten Michael Wessel-Terharn, Martin Suttorp und Christoph Vienenkötter an der Vogelstange. Das Trio hatte es ebenfalls auf die Königswürde abgesehen und lieferte sich mit Rutsch einen spannenden Wettstreit. Zuvor war der Adler seiner Insignien beraubt worden. Friederike Buntenkötter schoss die Krone ab, Raphael Wierbrügge den Apfel, Steffen Serries das Zepter und André Roggenland das Fättken.

„Ich wollte heute unbedingt Kaiserin werden“, verriet Heidi Rutsch. Während es andernorts nach wie vor keine Frauen im Schützenverein gebe, seien diese im BSHV fester Bestandteil. Die 57-jährige Hotelfachfrau ist eine Schützenschwester aus vollem Herzen und hat noch gut in Erinnerung, wie sich 2006 ein eigener Fanclub bildete, um die damals erste Königin der Vereinsgeschichte zu feiern – jetzt ist sie Kaiserin. Auch in den Adern von Ehemann Franz-Josef, der 2012 den Vogel abschoss und lange Jahre den BSHV als Vorsitzender führte, fließt grün-weißes Blut. Beide eint weiterhin die Leidenschaft für die Jagd und die Dackelzucht.

Bereits bei der Thronbesprechung kündigten sie an: „Jetzt geben wir richtig Gas.“ Begleitet wird das neue Kaiserpaar während seiner Regentschaft von Martina und Josef Thiemann, Gaby und Theo Kortmann, Hanni Büscher und Werner Brinkmann, Teresa und Dieter Meyering, Heike und Reinhard Berens sowie Monika und Manfred Schlarmann.

Aber nicht nur Heidi Rutsch hatte Sonntag etwas zu feiern. Neuer Kinderkönig wurde Ole Auffarth, der sich Karla Bischofs zur Kinderkönigin erkor. Julius Beuck war bei den Jugendlichen am treffsichersten und schoss einen Tag nach Vater Benedikt, der Hampelmannkönig wurde, den Vogel ab.

Begonnen hatte ein langer Schützenfesttag mit dem Antreten auf dem Magnusplatz, bei dem Major Stephan Schulze Zurmussen aufs Pferd kam. Schon immer wollte er die Formationen hoch zu Ross abnehmen – allerdings reichte es nur zu einem Holzpferd. Derweil hob Oberst Walter Buntenkötter den am Vortag mit zahlreichen Gastvereinen gefeierten 100. Geburtstag des BSHV hervor: „Es war eine super imposante Sache, die wir erleben durften und es hat richtig Spaß gemacht.“

Weiter ging‘s zur Gedenkfeier an der Marienkapelle. „Wir müssen mit allen Mitteln darum kämpfen, einen möglichen Dritten Weltkrieg zu vermeiden und versuchen, die Ukraine und Russland zu Friedensgesprächen zu führen, damit der Krieg endlich aufhört“, appellierte Alverskirchens König und Oberst Marco Leivermann in seiner Ansprache für weltweiten Frieden und ein Miteinander. Zudem hob er die seit Jahren innerhalb der Gemeinde gelebte Gemeinschaft und Unterstützung der Vereine hervor. Der Gedanke der Nächstenliebe sei immer noch „up to date“. Nach der Kranzniederlegung zog das Bataillon zum scheidenden Königspaar Dirk und Anne Folker und zum Haus St. Magnus. Auf dem Schützenplatz begann ein buntes Treiben mit Vogel-, Preis- und Pokalschießen, Kinderbelustigung und Tombola. Für die passende Schützenfestmusik sorgten im Wechsel das Blasorchester Everswinkel und der Spielmannszug Alverskirchen. Zudem trafen sich die ehemaligen Majestäten zum Kaffeetrinken in der Scheune.

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