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Zielgerichtete Hilfsaktion läuft an

Pfarrgemeinde sammelt Spenden: Medikamente und medizinische Artikel für Ukraine

Everswinkel

In Europa ist Krieg. Der Überfall Russlands auf die Ukraine erschüttert auch die Pfarrgemeinde St. Magnus/St. Agatha in Everswinkel. In der Kriegsregion fehlt es am Nötigsten, daher wird nun eine Spendenaktion gestartet, mit deren Erlös Medikamente und medizinisches Material für die Menschen in der Ukraine gekauft werden. Pfarrer Pawel Czarnecki hat die ersten Hilfsmittel bereits bestellt, abgeholt und für den Transport nach Altenberge gebracht.

Von Klaus Meyer

Pfarrer Pawel Czarnecki und die Pfarreirats-Vorsitzende Agnes Franke machen mit einer Fahne in den ukrainischen Farben und dem farblich angepassten Logo der Kirchengemeinde auf die Spendenaktion zugunsten der Menschen in der Ukraine aufmerksam. Foto: Klaus Meyer

„Es ist eine spontane Aktion von uns. Die Bilder aus der Ukraine lassen niemanden kalt“, sagt Pfarrer Pawel Czarnecki. Über ihm und der Vorsitzenden des Pfarreirates, Agnes Franke, hängt das Symbol der Fastenzeit, das Hungertuch, in den Händen halten sie eine Fahne in den ukrainischen Farben als Symbol der Verbundenheit mit den vom Krieg gebeutelten Menschen in der Ukraine. Beim Symbol wird es nicht bleiben. Konkrete, zielgerichtete Hilfe rückt in den Fokus.

„Ich nutze meine Verbindungen auch außerhalb der Gemeinde.“ Über den aus der Ukraine stammenden Priesterkollegen Stephan Sharko in Altenberge erhielt Czarnecki eine Antwort auf die Frage, „was können wir tun?“. Sharko ist in der West-Ukraine aufgewachsen, war jüngst in seiner Heimat und weiß um das Leid, die Sorgen und Nöte der Ukrainer. Kleidungs- und Sachspenden gibt‘s inzwischen genug, aber es mangelt an Medikamenten und medizinischer Ausrüstung aller Art im Kriegsgebiet. Der Gedanke, die Vitus-Bürger Arzneimittel spenden zu lassen, wurde schnell wieder verworfen, weil nicht so sinnvoll.

„Besser ist es, Geld zu spenden und in den Apotheken sowie im Fachhandel einzukaufen.“ Der Pfarrer ging schon gleich in Vorleistung. „Ich habe gestern spontan Sachen für 3000 Euro bestellt, die ich heute nach Altenberge bringe“, erzählt er am Freitag. Medikamente aus der Apotheke, medizinische Artikel vom Telgter Großhändler Hygi. Zwei Lkw pendeln von Altenberge nach Polen, heute startet der nächste Transport nach Tomaszów Lubelski. Von dort sorgen polnische Helfer für den Weitertransport über die ukrainische Grenze Richtung Lemberg.

Pfarrer Pawel Czarnecki zu den aktuellen kriegerischen Ereignissen in der Ukraine

Ab sofort sammelt die Kirchengemeinde Spenden über die Kollektenkörbchen in den Gottesdiensten sowie in den Pfarrbüros oder per Überweisung aufs Konto der Pfarrgemeinde (Kath. Kirchengemeinde St. Magnus/St. Agatha, IBAN DE02 4006 0265 0040 7775 00, Stichwort „Sonderkollekte Ukraine“). Die ersten 1500 Euro aus dem Dorf seien bereits da.

Hilfe sei in dieser Situation die eine Sache. Die zweite: „Wir sind Christen und können auch beten“. Seit einer Woche geschehe das in den Gottesdiensten und darüber hinaus. „Seit einer Woche läuten bei uns auch um 19.30 Uhr die Kirchenglocken in Verbindung mit der evangelischen Kirchengemeinde.“ Immer montags werde nun wechselweise in St. Magnus- und Johannes-Kirche um 19 Uhr zu Friedensgebeten eingeladen.

„Das ist ein Projekt, das nicht in zwei Tagen zu Ende sein wird“, kündigt Czarnecki an. Der gebürtige Pole hat zwar keine persönlichen Verbindungen in die Ukraine, „aber große Sympathie“ für die „Bruder- oder Schwesternation“. Und er weiß: „Was die russische Armee verursacht, kennen wir aus der Geschichte und können es nachvollziehen. Ich erinnere mich in diesen Tagen, was ich von meinen Großeltern gehört habe. Ich kann nicht glauben, dass sich das wiederholt. Dass Frieden nicht mehr selbstverständlich ist.“

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