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Gemeindliche Zuschüsse für Kindergärten

Zuschuss erreicht auch „Hollerbusch“

Everswinkel

285.000 Euro – so viel lässt sich die Gemeinde im neuen Jahr 2022 die Unterstützung für die Träger der Kindergärten kosten. Das sind umgerechnet mehr als 670 Euro für jeden der 423 Kita-Plätze im Jahr. Ein Kindergarten allerdings ist in den vergangenen Jahren unberücksichtigt geblieben: der Waldorf-Kindergarten „Hollerbusch“. Das wird sich nun ändern.

Von Klaus Meyer

Der Waldorf-Kindergarten „Hollerbusch“ neben der Waldorfschule erhält nun erstmalig Zuschüsse der Gemeinde. Foto: Klaus Meyer

Bis zum Jahr 2025 wird die Summe gemäß Finanzplanung auf 315.000 Euro steigen. Eine Menge Geld und ein zählbarer Beleg für die Kinder- und Familienfreundlichkeit der Vitus-Gemeinde.

Der Anstoß, eine Bezuschussung des Waldorf-Kindergartens im Fachausschuss „Familien und Soziales“ zu beraten, erfolgte schon vor einem Jahr im Zuge der Haushaltsberatungen. Die Gemeinde holte dazu Informationen vom Kreis-Jugendamt ein. Demnach besuchen im laufenden Jahr 21 Kinder den „Hollerbusch“; zwei davon wohnen nicht innerhalb des Kreises Warendorf. Ein Zuschuss zu den Betriebskosten des Kindergartens sei gerechtfertigt, lautete das Resümee, mit dem der Antrag in den Familien- und Sozialausschuss sowie nachfolgend in den Hauptausschuss ging.

Der Waldorf-Kindergarten sei in der Vergangenheit nicht berücksichtigt worden, auch weil er von vielen ortsfremden Kindern besucht worden sei, erläuterte Jens Linnemann, Leiter des Amtes für Ordnung, Schule, Soziales und Wahlen, die Situation. Inzwischen seien mehr örtliche Kinder und Kinder aus Nachbarkommunen dort untergebracht. Gemäß der Berechnung für die Kita Weidenkorb wurde auch der Zuschuss für den „Hollerbusch“ festgesetzt. 7127 Euro soll es fürs laufende Kindergartenjahr geben. Der Zuschuss wird weiterhin gewährt, so lange der Anteil der kreisfremden Kinder nicht 25 Prozent an der Gesamtkinderzahl übersteigt. Das wäre aktuell der Fall, wenn es sechs Kinder würden, die nicht innerhalb des Kreises Warendorf wohnen.

Jürgen Günther

Jürgen Günther, Ratsmitglied der Grünen und Geschäftsführer der Waldorfschule, zeigte sich zufrieden. „Ich freue mich, dass Sie meinen Antrag angenommen haben.“ Wolfgang Effing (FDP) nickte zustimmend. „Ich finde es gut, dass wir auch einen Zuschuss an den Kindergarten Hollerbusch ausschütten.“ Die SPD enthielt sich der Stimme beim Beschluss in beiden Ausschüssen. Fraktionsführer Dr. Wilfried Hamann stellte im Hauptausschuss den Antrag, „die Bezuschussung auf die Kinder zu beschränken, die auch tatsächlich aus Everswinkel kommen“.

Damit löste er eine Diskussion ums Prozedere aus. Es gebe immer Kinder, die woanders wohnen als am Ort des Kindergartens oder der Schule, machte Bürgermeister Sebastian Seidel deutlich. Also auch Kinder der Vitus-Gemeinde, die woanders untergebracht sind. „Wenn man das über die Jahre sieht, gleicht sich das aus“, so Seidel, der davon abriet, eine solche Einzelkind-Betrachtung vorzunehmen, die auch mit einem gewissen Verwaltungsaufwand verbunden wäre. CDU-Fraktionschef Dirk Folker konnte den Hamann-Vorstoß indes zum Teil nachvollziehen. Jetzt seien es wenige Kinder und ein geringer Betrag, doch wenn der Kindergarten mal erweitert würde, seien das ganz andere Beträge.

Amtsleiter Linnemann hob den virtuellen Zeigefinger. „Ich möchte warnen. Auch in anderen Kindergärten sind nicht nur Everswinkeler Kinder. Das Fass würde ich nicht aufmachen.“ Günther verwies darauf, dass dem „Hollerbusch“ ja auch vom Kreis Kinder zugewiesen würden. Zum Ende regte Seidel an, die Zahlen kreisfremder Kinder im „Hollerbusch“ weiter zu beobachten und notfalls in dem Haushaltsjahr, in dem sich das Verhältnis deutlich verändere, „nachzujustieren“. Jörg Edelbrock (CDU) konnte dem folgen. „Wir wollen kein bürokratisches Monster schaffen.“ Hamann zog schlussendlich den SPD-Antrag zurück und ließ den Verwaltungsvorschlag als Beschluss passieren.

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