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Bebauungsplan „Alter Ortskern“: Kreisverkehr und Situation Overbergstraße im Planungsausschuss diskutiert

Zwei Bereiche besonders im Fokus

Everswinkel

Mit zwei Schwerpunktbereichen befasste sich der Planungsausschuss am Donnerstagabend. Im Zuge der angestrebten Änderung des Bebauungsplans „Alter Ortskern“ gab es noch Klärungs- und Diskussionsbedarf beim angepeilten Kreisverkehr an der Bahnhofstraße sowie beim projizierten Neubau-Projekt an der Overbergstraße. Während bei dem einen Thema alles geklärt zu sein scheint, sind bei dem anderen noch Fragezeichen. Der Ausschuss entschied sich aber, im Verfahren voranzukommen.

Nach dem Sicherheitsaudit ist klar: Der Kreisverkehr an der heutigen großen Kreuzung ist machbar. Foto: Klaus Meyer

Eigens für das deutsche WM-Spiel war der Planungsausschuss am Donnerstag um eine Stunde vorverlegt worden. Während die Elite-Kicker allerdings die Erwartungen nicht erfüllten und ausschieden, erzielten die Kommunalpolitiker einen entscheidenden Treffer: Einstimmig wurde der geänderte Bebauungsplan „Alter Ortskern“ festgezurrt und in die erneute Offenlegung geschickt.

Zwei zentrale Punkte standen noch einmal im Fokus: Einerseits der angestrebte Kreisverkehr Bahnhofstraße, andererseits die Entwicklung an der Overbergstraße. Rodegang Elkendorf, Geschäftsführer des Planungsbüros Gnegel, beleuchtete noch einmal die grundsätzlichen Planungsgedanken für den Kreisel, „und zur Planung gehört auch ein Sicherheitsaudit“, das mögliche Schwachstellen und Probleme aufzeigt. Dessen Ergebnisse, die soweit möglich in die Entwurfsplanung eingearbeitet wurden, stellte Elkendorf kompakt vor.

Dirk Folker, CDU-Fraktionsführer

Dabei ging es um Fußwegbreiten, Radverkehrsführung, Sichtfreiheit über den Kreisel oder auch die nicht statthafte Ausfahrt aus dem Eckgebäude Warendorfer Straße 25 in den Kreuzungs- bzw. Kreisverkehrs-Bereich. „Das ist heute im Prinzip auch nicht zulässig.“ Breitere Gehwege an der Hovestraße sind wegen der Bebauung nicht möglich. Am bemängelten „Ablenkungsmaß“ – sprich der Fahrbahnverschwenkung für Autofahrer von der Bahnhofstraße in die Warendorfer Straße – „können wir auch nichts ändern. Wir haben das Maximale gemacht.“ Und das liegt bei vier Metern.

„Durch das Sicherheitsaudit hat man in meinen Augen eine der letzten Hürden genommen“, signalisierte CDU-Fraktionschef Dirk Folker Zustimmung. Man wolle bauen. „Durch den fließenden Verkehr wird mehr Ruhe einkehren. Ich glaube auch, dass wir dort einen Sicherheitsgewinn bekommen.“

Planerische Baustelle Nummer zwei das von Architekt Jörgen Dreher auf dem Parkplatz Overbergstraße geplante Wohn- und Ärztehaus. „Es bleibt schwierig“, leitete Bau- und Planungsamtsleiter Norbert Reher in eine Neuauflage der Parkplatz-Diskussion ein. Erst ein konkreter Bauantrag werde die Stellplatzfrage letztendlich beantworten. „Für den Bebauungsplan ist das irrelevant“, machte er klar. 17 Parkplätze sind es derzeit in dem Bereich. Dreher reichte inzwischen eine modifizierte Grundriss-Zeichnung ein, die neben zwölf Tiefgaragen-Parkplätzen um das Gebäude herum 17 Parkplätze umfasst – dank einer Queraufstellung an der Overbergstraße und Plätzen hinter dem Gebäude.

„Mir gefällt der Entwurf schon deutlich besser. Es ist nicht mehr die Riesenzahl an Stellplätzen, die fehlt“, sagte Ausschussvorsitzender Lars Thiemann (CDU). „Was mir gut gefällt, ist, dass sich der Architekt doch etwas bewegt hat“, ergänzte Folker, der aber auch Skepsis äußerte. „Es ist ja nicht wirklich sicher, dass wir da ein Ärztehaus bekommen. Da muss ja auch jemand reingehen wollen.“ Ähnlich positiv sah es FDP-Fraktionsführerin Kirsten Heumann im Hinblick auf die weiteren Gedanken des Architekten. „Wir möchten den Anwohnern die Chance geben, sich hier noch mal zu äußern“, sprach sie sich für einen Beschluss zur erneuten Offenlegung aus. „Wenn wir das Ärztehaus wollen, macht es auch Sinn, dass wir uns bewegen. Wir können uns mit einer Ablösung der Stellplätze abfinden“, gab es grünes Licht von Grünen-Ortssprecherin Marion Schniggendiller. Eine Meinung, die der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Wilfried Hamann überhaupt nicht teilte. „Dass wir uns jetzt auf den Weg machen wollen – d‘accord“, aber mit einer Ablösung der Stellplätze könne sich die SPD nicht anfreunden. Für die fälligen 6800 Euro pro Platz könne man an keiner Stelle Ersatz schaffen.

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