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Ein kleines, dickes Flugzeug und eine noch heute moderne Wort-Bild-Marke

FMO macht den Kreis „international“

Kreis Warendorf.

André Heinemann (50) ist Presse-, Marketing- und Kommunikationschef am FMO. Gefühlt seit Ewigkeiten: 26-Berufsjahre hat er im voll-verglasten, sonnigen Verwaltungsetage-Eckbüro mit Blick auf den Fiege-Tower verbracht. Wenn einer weiß, wie der FMO Werbung macht, dann er.

Von Peter Henrichmann-Roock

Andrés Heinemann managt Werbung, Marketing und Kommunikation am FMO. Foto: Peter Henrichmann-Roock

Zuhause. Manchmal kramt man rum. Räumt auf. Schätze werden entdeckt. Diesmal ein echtes Kleinod. Ein Relikt vergangener Werbestrategien: Simpel, rund, sympathisch – so ist er, der Aufkleber. 25, ach was, 30 oder noch mehr Jahre hat er rumgelegen. Vergraben. Jetzt wieder ans Tageslicht befördert. Netter Anlass für eine kleine „Wie das früher so war Abhandlung“. Über den FMO. Es soll mal nicht um Passagierzahlen, Reiseziele, Finanzen oder Chef-Personalien gehen. Sondern um Werbung, um Marketing. Ein bisschen Geschichte, ein bisschen Heute.

Andrés Heinemann (50) ist Presse-, Marketing- und Kommunikationschef am FMO. 26 Berufsjahre hat er im voll-verglasten, sonnigen Verwaltungsetage-Eckbüro verbracht. Wenn einer weiß, wie der FMO Werbung macht, dann er. Er lächelt, als er den kleinen Aufkleber in Händen hält: Himmelblau der Hintergrund. Was bestens zum Thema „Fliegen“ passt. Dickbauchig-gemütlich die stilisierte Flugzeug-Abbildung. Natürlich mit Gesicht, natürlich mit Kulleraugen und einem Lächeln. Werbung braucht Sympathie. Die Daumen-Rauf-Geste komplettiert die positive Optik.

FMO ist vor der Haustür

Der knallrote FMO-Schriftzug wird ergänzt durch den Sinnspruch: „Ich starte vor der Haustür“ – was wohl das Top-Argument für alle Nutzer der Region war, ist und sein wird: Der FMO, das ist Zuhause, ist vor der Haustür. Nahe dran. Wer will schon nach Düsseldorf?

„Der Aufkleber ist von vor meiner Zeit“, sagt Heinemann „er muss aus den 80er Jahren sein.“ Damals waren solche Autoaufkleber als Werbemittel extrem beliebt. „Man hat sich gerne mit etwas identifiziert“, sagt Heinemann. Fliegen, das war damals was Tolles, Gutes, Erstrebenswertes. War für viele Menschen erstmals finanziell erschwinglich, was man prestigeträchtig auf der Heckscheibe mitgeteilt hat.

Starten vor der Haustür, los ging es am Flughafen in Greven im Jahr 1972. Natürlich Mallorca für Sonnenhungrige und natürlich Frankfurt für Geschäftsleute, das waren die ersten Flugziele.

Drei-Letter-Code mit Charme

Seit 1996 ist Heinemann am FMO aktiv. 1997 wagte man eine – optisch winzige – Überarbeitung des FMO-Logos: Die Buchstaben stehen nun einzeln, etwas Luft ist im Schriftzug. Der hier abgebildete, flache Kofferaufkleber zeugt davon. „Das stilisierte Flugzeug haben wir natürlich gelassen, der Schriftzug ist insgesamt nur etwas filigraner geworden“, erinnert sich Heinemann. Und ergänzt fachsprachlich: „Dieser Drei-Letter-Code für den FMO hat ja auch einen Riesencharme.“ Muss wohl so sein: Waren es Anfang der 90er Jahre noch 0,3 Millionen, starteten Mitte der 90er Jahre schon eine Million Passagiere ab Greven.

Wenig später im ausgehenden Jahrtausend stellte sich die Frage, ob Bekanntheit nur in der näheren Region ausreicht für den heimischen Flughafen. „Lufthansa und LTU kannte damals jeder. Aber südlich von Münster wusste doch keiner, was der FMO ist. Und keiner wusste, dass die drei Buchstaben für einen Flughafen stehen“, sagt Heinemann.

Wachstum erzeugte Handlungsbedarf, auch bei Werbung und Marketing war es so. Was Neues musste her. Das rote FMO-Logo im 80er-Jahre-Stil verschwand tief unten im Archivschrank. „Natürlich wollten wir uns nie vom Buchstabenkürzel FMO verabschieden. Aber mit einem neuen Logo und einer neuen Wortmarke wollten wir die Marke FMO verändern und uns als moderner Flughafen mit moderner Infrastruktur präsentieren“, sagt Heinemann. „Münster Osnabrück International Airport“ – die neue Wortmarke erklärte fortan selbstbewusst und weltweit verständlich, was der FMO ist. Als „dicketun“ oder „Überheblichkeit“ kann und will Heinemann die gefühlt etwas hochtrabende Wortmarke mit dem International Airport nicht sehen: „Solche Bezeichnungen findet man überall auf der Welt. Das ist so, wenn ab Flughäfen eben international geflogen wird.“

Werbemittel auf FMO abgestimmt

Optisch präsentierte man sich ab dem Millennium in edlem Silbergrau und schickem Überall am und im Flughafen fand sich das wieder. Alle Werbemittel wurden darauf abgestimmt: „Natürlich ist eine Markenveränderung immer ein Risiko“, sagt Heinemann, „aber wir haben zur Jahrtausendwende etwas geschaffen, das auch heute designtechnisch noch hochaktuell und überhaupt nicht antiquiert ist. Und das Kürzel FMO haben wir ja gehegt und gepflegt!“

Finanziell jedoch, hält sich die Werbung am und für den FMO im Rahmen: „Es gibt keinen Riesen-Werbeetat“, sagt Heinemann, „aber immer, wenn was Besonderes los war am FMO, haben wir auch in Sachen Werbung viel gemacht.“ Heinemann betont, dass oft die FMO-Fluggesellschaften als Partner mit dabei waren.

Heutzutage scheint der Gedanke an – nötige und passende – Werbung für den Flughafen schon fast wie aus der Zeit gefallen. Der Klimawandel überschattet das, was einstmals auch eine Art von Statussymbol war: Touristischen wie auch Geschäftsreise-Flügen wird eher Scham-Potenzial zugeordnet. Und in Zeiten der vermaledeit unbesiegbaren Dauer-Pandemie scheint Flughafen-Werbung per se sinnlos. Hoffen wir auf bessere Zeiten . . .

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