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Sassenberg bereitet sich auf Ankunft von Kriegsflüchtlingen vor

Gemeinsam Lebensraum schaffen

Sassenberg

Die Herausforderung, Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine unterzubringen, trifft vor allem die Kommunen. Denn grundsätzlich werden Asylsuchende nur zunächst in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes untergebracht. Anschließend werden die Flüchtlinge von dort – gemäß einem Schlüssel – auf die Kreise und dann durch den Kreis Warendorf auf die Kommunen verteilt. Diese müssen also letztendlich für den Wohnraum sorgen. Kommunen wie die Stadt Sassenberg kümmern sich daher derzeit mit Hochdruck darum.

Von Peter Sauer

Helmut Helfers, Leiter des Amtes für Soziale Angelegenheiten und Bürgermeister Josef Uphoff (r.) bereiten sich darauf vor, nicht nur Wohnraum für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine bereit zu stellen. Das Bild im Hintergrund hat übrigens ein Flüchtling aus Syrien gemalt. Foto: Peter Sauer

Viele Menschen in Sassenberg zeigen großes Verständnis für die Not der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. „Etliche Bürger bieten uns zur Unterbringung der Geflüchteten Wohnungen und manchmal auch leerstehende Häuser an“, freut sich Bürgermeister Josef Uphoff.

Wohnraum wird immer gesucht

Ganz allgemein sei die Stadt immer auf der Suche nach Wohnraum. „Unser Aufruf auch in den Westfälischen Nachrichten zeigt Früchte.“ Der Stadt würden jetzt auch jene nicht genutzte Wohnungen angeboten, die zuvor nicht für Flüchtlinge oder Asylbewerber zur Verfügung standen.

Bund und Land teilen die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine nach dem sogenannten Königsberger (Verteil-)Schlüssel auf die einzelnen Kommunen auf. Bislang wurden der Stadt Sassenberg noch keine Flüchtlinge zugeteilt. Im Gegensatz zur Flüchtlingswelle 2015/2016 sei es aktuell förderlich, dass die Stadt genügend Zeit hat, sich ausführlich vorzubereiten.

Bei Verwandten und Freunden

„Die ersten geflohenen Ukrainer, die sich auf eigene Faust auf den beschwerlichen Weg in die Freiheit gemacht haben, sind in Sassenberg bislang alle in Privatwohnungen bei gut einer Handvoll Verwandten und Freunden untergekommen“, sagt Helmut Helfers, Leiter des Amtes für Soziale Angelegenheiten.

Sie erhalten automatisch Aufenthaltsrecht. „Es ist von Seiten der Politik in Planung, das bisherige 90-tägige Visumsrecht auf 180 Tage zu verlängern“, sagt Helmut Helfers.

Er bittet alle bisher in Sassenberg lebenden ukrainischen Flüchtlinge, sich offiziell bei der Stadt zu melden, damit sie sich anmelden können, eine Krankenversicherung erhalten und damit ihr Corona-Status überprüft werden kann. „Dabei geht es auch um die Frage, inwieweit der russische Impfstoff Sputnik V anerkannt, beziehungsweise den bei uns bekannten und bewährten Impfstoffen gleichgestellt werden kann. Wir müssen uns dabei mit den Helfern eng abstimmen.“

Land weist noch zu

Wann die vom Land zugewiesenen ukrainischen Flüchtlinge ganz offiziell nach Sassenberg kommen, ist ungewiss. Es werde wohl noch etwas dauern, vermutet Bürgermeister Uphoff. Bislang habe sich noch niemand bei ihm gemeldet. „So haben wir gut Zeit, auch ansprechenden Wohnraum bereithalten zu können, der auf die besonderen familiären und freundschaftlichen Verhältnisse der Geflüchteten und vor allem auf ihre gesundheitliche Situation einzugehen vermag“, sagt Bürgermeister Uphoff. Viele sind durch die Kriegs- und Fluchterlebnisse traumatisiert. „Gerade Familien brauchen einen abgeschlossenen Rückzugsraum, in dem sie zur Ruhe kommen können“, sagt Helmut Helfers.

Adäquater Wohnraum wird benötigt

Auch ist es der Stadt Sassenberg wichtig, Möglichkeiten aufzutun, damit die Geflüchteten mittel- und langfristig arbeiten können, um ihren Lebensunterhalt selbst sichern zu können.

In der ehemalige Kita am Herxfeld hinter der Schulsporthalle lebt noch eine afghanische Familie. Foto: Peter Sauer

Inzwischen gibt es auch Neues aus der ehemaligen Kita am Herxfeld (wir berichteten). „Für eine Familie der dort unterbrachten afghanischen Ortskräfte konnte die Stadt eine Wohnung anmieten“, sagt Josef Uphoff.

Die noch verbliebene vierköpfige afghanische Familie soll schon bald ein neues Zuhause bekommen. Denn ab Mitte April ist geplant, dass die Bagger die alte Drei-Gruppen-Kita abreißen und Platz machen: für den Bau der neuen Vier-Gruppen-Kita für 70 Kinder, die dann auch Kinder ab einem Lebensjahr aufnehmen kann.

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