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Austausch zwischen Wirtschaft und Politik

Grüner Zement soll schnell zur Marktreife gebracht werden

Beckum

Er ist ein unverzichtbarer Baustoff, seine Herstellung allerdings ist nicht nachhaltig – zumindest noch nicht: Zement. Wie das geändert und „grüner Zement“ rasch zur Marktreife gebracht werden kann, darüber tauschten sich Politiker und Branchenvertreter auf Einladung des heimischen Bundestagsabgeordneten Bernhard Daldrup aus.

Bernhard Daldrup, Bundestagsabgeordneter des Kreises und baupolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. freute sich über einen gelungenen Austausch zwischen Politik und Praxis..

Es gibt wohl kaum eine Veranstaltung in Berlin, in der so häufig der Name der „Zementhochburg“ Beckum fällt, wenn sich die Spitzen der deutschen Zementindustrie mit der Politik austauschen. So geschehen jetzt auf Einladung des heimische Bundestagsabgeordnete Bernhard Daldrup.

„Rund die Hälfte des Rohstoffverbrauchs und mehr als ein Drittel des gesamten Abfalls in der EU entfallen auf den Gebäudesektor“, sagte der parlamentarische Staatssekretär Sören Bartol. Gleichzeitig werde günstiger Wohnraum mehr gebraucht denn je. „Zement löst viele Probleme – aber er ist alles andere als problemfrei“, so Bernhard Daldrup laut einer Pressemitteilung.

Für vier Prozent der Treibhausgase verantwortlich

Vier Prozent der deutschen Treibhausgase entfallen auf die Zementindustrie. Das müsse man ändern, beteuerte der baupolitische Sprecher der SPD-Fraktion und erntet Zustimmung im Saal – von Abgeordneten, Unternehmern, Handwerkern und Werksleitern. Sie alle kennen die Ungewissheit für ihre Branche, ihren Baustoff, ohne den kaum ein Gebäude auskommt. Einige von ihnen bereiten als Pioniere bereits den Weg für eine klimafreundlichere Zement- und Betonherstellung:

Der Verein Deutscher Zementwerke bietet mit seiner Roadmap zur Dekarbonisierung von Zement die Grundlage. Wichtig zu wissen: Im Herstellungsprozess entfällt ein Drittel der Emissionen auf die Verbrennung. Hier setzen einige Konzerne bereits an und verwenden Biomasse als Brennmaterial. Auch die dabei entstehende Abwärme kann gespeichert und genutzt werden, für Nah- oder Fernwärme, wie es in anderen Industriebereichen bereits der Fall ist. Erste Vorzeigeprojekte gibt es bereits: Die Firma Cemex will bis 2030 ein klimaneutrales Zementwerk fertigstellen.

Unternehmen Holcim setzt auf Regionalität

Holcim, mit einem Standort in Beckum auch im Kreis vertreten, setzt auf Regionalität: Kurze Transportwege zwischen Steinbrüchen und Zementwerken sollen für eine effiziente und ökologische Logistik sorgen. In Kombination mit der Weiterverwendung des ausgestoßenen CO2 und dem Betreiben von Kreislaufwirtschaft sei man so in der Lage, 70 Prozent gegenüber herkömmlichem Zement einzusparen, berichtete Geschäftsführer Thorsten Hahn.

Noch einen Schritt weiter geht der Initiator des 3D-Druck-Hauses aus Beckum, Georgios Staikos. Neben der vermehrten Verwendung von Robotik setzt sein Erfindergeist in der Zukunft auf Hanf als klimafreundlichen Bestandteil von Beton.

„Es ist das erste Mal, dass es in unserer Industrie ein Thema gibt, das wir nicht alleine lösen können, sondern nur Hand in Hand mit Politik und Gesellschaft“, fasste Dr. Martin Schneider zusammen, Hauptgeschäftsführer des Vereins Deutscher Zementwerke.

Anforderungen an Politik und Unternehmen

Bernhard Daldrup bilanzierte: „Uns ging es darum, wie wir das Bauen zukunftsfähig gestalten können. Zement und Beton sind dafür weiterhin unverzichtbar. Die vorgestellten Projekte haben uns gezeigt, dass wir der Zukunft schon sehr nah sind.“ Es bedürfe aber noch vieler Anforderungen an Politik und die Unternehmen. „Wir müssen jetzt schnell die notwendigen Grundvoraussetzungen für die Marktfähigkeit von grünem Zement auf allen Ebenen schaffen.“

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