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Kreisheimatverein Beckum-Warendorf stellt das neue Jahrbuch vor

Kirchenfenster als Anti-Nazi-Protest

Kreis Warendorf

Heimatfreunde wissen um den Wert der Heimat – und können besonders gut nachvollziehen, wie schwer ihr Verlust ist. Insofern wunderte wohl niemanden das leidenschaftliche Plädoyer zur Flüchtlingshilfe, mit dem Dr. Hermann Mesch, Vorsitzender des Kreisheimatvereins, seine Rede zur Vorstellung des neuen Jahrbuches des Kreises Warendorf begann.

Beate Kopmann

Präsentierten das Jahrbuch (v. l.): Dr. Hermann Mensch (Vorsitzender Kreisheimatverein), Rolf Hartmann (Schriftleiter), Dr. Thomas Ostendorf (Museum Religio), Maria Hagedorn (Kreisheimatverein) und Franz-Ludwig Blömker (stellv. Landrat). Foto: Kopmann

Die Heimatfreunde, die zur Vorstellung des Jahrbuchs ins Telgter Museum Religio gekommen waren, erinnerte Mesch daran, dass nach dem Zweiten Weltkrieg etwa 11 000 Flüchtlinge in der Region eine neue Heimat fanden. „Warum soll uns das jetzt nicht gelingen?“, fragte Mesch und appellierte an alle, erneut Zusammenhalt herzustellen.

Schriftleiter Rolf Hartmann präsentierte im Anschluss das Jahrbuch, in dem es nicht nur darum gehe, möglichst viele der über 30 Gemeinden im Kreis Warendorf vorzustellen. „Die Vielfalt gilt auch für die Themen“, sagte Hartmann.

Dr. Hermann Mesch

Einen besonderen Schwerpunkt setzt das Jahrbuch allerdings bei der Stadt Telgte. So ist beispielsweise von der Hanse, mehreren königlichen Besuchen und von einer Dankwallfahrt des Katholikentages 1930 die Rede.

Auf 288 Seien und in mehr als 40 Beiträgen widmet sich das Buch auch den beiden Weltkriegen sowie bemerkenswerten Bauwerken im Kreis. Und weil Geschichte von Menschen geprägt wird, wie der stellvertretende Landrat Franz-Ludwig Blömker hervorhob, finden sich allerlei Dönekes – kleine Facetten der Alltagsgeschichte. Dazu zählen kriminelle Delikte in Milte Anfang der 1820er-Jahre oder die ersten Automobile im Kreis, die 1902 den Fabrikanten Heinrich Frede (Westkirchen) und Bernhard Brinkhaus (Warendorf) gehörten.

Rolf Hartmann

Auch die Geschichte der Klostergründung Liesborn und die Erinnerungen an den Aufenthalt von Bundeskanzler Konrad Adenauer in Beckum, der damals auf dem Luster-Haggeney übernachtete, sind im Jahrbuch nachzulesen. Mit vielen Abbildungen wird dem Leser ferner erklärt, warum die Fenster der Laurentiuskirche in Westkirchen ein Anti-Nazi-Protest waren.

Das Buch biete jedenfalls viel Lesestoff, wie Mesch sagte. Der Vertrieb (Ladenverkaufspreis 13 Euro, zehn Euro für Mitglieder der Heimatvereine) erfolgt über den Kreisheimatverein oder den örtlichen Buchhandel.

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