1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Kreisseite-warendorf
  6. >
  7. 1500 Euro für den falschen Notdienst

  8. >

Polizei warnt vor Abzocke

1500 Euro für den falschen Notdienst

Kreis Warendorf

Gerade in einer Notsituation nimmt jeder dankbar schnell Hilfe an. Das wurde nun einem Ehepaar aus Beckum zum Verhängnis. Sie wurden zwei Männern abgezockt, die sich als Notdienst für den Fall eines Rohrbruchs ausgaben. Die Polizei warnt vor dieser Abzocke.

Am Dienstagabend ist ein Ehepaar aus Beckum Opfer eines falschen Notdienstes geworden. Das teilt die Polizei in einer Pressenotiz mit. Wegen eines verstopften Rohres orderte der 25-jährige Sohn des Ehepaars über eine Hotline einen Notdienst und bekam eine Rückrufzusage. Der Mann, der dann anrief, gab weder seinen Namen an noch war eine Telefonnummer im Display zu sehen. Der 25-Jährige schilderte die Situation und bekam die Zusage, dass Mitarbeiter kämen. Gegen 17.45 Uhr standen zwei Männer vor der Tür in Beckum, die sich als Mitarbeiter einer Hausmeister Servicefirma vorstellten. Bereits vor Arbeitsbeginn wurde der 25-Jährige aufgefordert, ein Auftragsprotokoll zu unterschreiben. Auf die Frage nach den Kosten bekamen die drei keine Antwort.

Auftragsprotokoll unterschrieben

Gegen 19.50 Uhr waren die angeblichen Arbeiten abgeschlossen und dem Sohn wurde eine Rechnung von über 1500 Euro vorgelegt. Der Aufforderung, sofort zu bezahlen, kam der junge Mann nach.

Später stellte sich heraus, dass die IBAN Nummer auf der Rechnung eine andere war als die, auf die das Geld überwiesen wurde. Außerdem war das Rohr nach wie vor verstopft und die Reparaturarbeiten gar nicht ausgeführt. Ein Ermittlungsverfahren ist nun eingeleitet. Die beiden Männer werden wie folgt beschrieben: Der eine Mann ist circa 30 Jahre alt, ungefähr 1,70 Meter groß, südländischen Typs, kräftige Statur, er trug einen schwarzen Overall mit schwarzer Strickjacke und einer schwarzen Mund-Nasen-Bedeckung. Er sprach akzentfreies Deutsch. Der zweite Mann ist circa 20 bis 25 Jahre alt, ungefähr 1,80 Meter groß, er hat eine sportlich kräftige Figur, trug einen blauen Overall und eine blaue Strickarbeitsjacke von Engelbert und Strauß. Am Auto der beiden war ein Kennzeichen mit Essener Stadtkennung angebracht.

Keinen Pauschalbetrag

Die Polizei rät: Wer in eine ähnliche Situation gerät, sollte keinen Pauschalbetrag vor Beginn der Arbeiten zahlen und auch vorab keine Verträge mit Zahlungszusage unterzeichnen.

Weiterhin der Rat: „Erfragen Sie bereits am Telefon die Kosten.“ Ein Notfall könne immer passieren, es sollte Ruhe bewahrt werden und nach seriösen und bekannten Firmen aus der Gegend gesucht werden. Auch könnten schon vorab ein paar Nummern aufgeschrieben werden. Seriöse Firmen können grundsätzlich bei Innungen oder Berufsverbänden erfragt werden. Auch Nachbarn, Freunde oder bekannte Firmen könnten einen guten Tipp haben für ein seriöses Unternehmen, das helfen kann.

Weitere Tipps zum Thema Notdienste finden sich auf den Seiten der Verbraucherzentrale NRW: