Arbeitslosenquote liegt bei 4,6 Prozent

1500 Firmen melden Kurzarbeit an

Kreis Warendorf

Die Zahlen täuschen: Noch ist die Arbeitslosenquote sogar um 0,1 Prozentpunkte gesunken. Aber inzwischen haben 1500 Unternehmen im Agenturbezirk Kurzarbeit angemeldet.

pd/bk

Joachim Fahnemann: „Im gesamten Jahr 2009, der Spitze der Finanzkrise, haben in unserem Agenturbezirk 710 Unternehmen Kurzarbeit angezeigt. Aktuell haben wir bereits allein innerhalb des letzten Monats mehr als doppelt so viele Anzeigen entgegengenommen“. Foto: Beate Kopmann

Wohl zum vorerst letzten Mal nannte die Arbeitsagentur positive Daten, als sie die Arbeitslosenzahlen bekannt gab. Danach gab es im März 7301 Arbeitslose im Kreis Warendorf – vor dem eigentlichen Ausbruch der Corona-Krise.

Verglichen mit Februar sank die Zahl der Arbeitslosen um 130 Personen. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent. Deutlich rückläufig war die Personalnachfrage. Die Betriebe meldeten 569 neue freie Stellen, 252 weniger als im Februar.

Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster erklärt, dass noch keine Schlüsse darauf möglich sind, welchen Einfluss die Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt haben wird. „Die aktuellen Daten wurden mit Stichtag 12. März erhoben. Zu dem Zeitpunkt hatte sich das Corona-Virus kaum ausgebreitet und die Politik keine einschneidenden wirtschaftlichen Beschränkungen beschlossen. “

Die Corona-Pandemie habe aber enorme Auswirkungen auf die Wirtschaft. In dieser Situation könne Kurzarbeitergeld Betriebe entlasten und Beschäftigung sichern. Allein im März gingen mehr als 1500 Anzeigen von Kurzarbeit bei der Arbeitsagentur Ahlen-Münster ein. „Von den rund 14 600 Betrieben mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Münster und im Kreis Warendorf haben aktuell mehr als 1500 Unternehmen Kurzarbeit angemeldet. Das sind rund zehn Prozent. Es ist damit zu rechnen, dass sich weitere Betriebe zu Kurzarbeit entschließen müssen“, so Fahnemann. Welche wirtschaftliche Dimension die Corona-Krise bereits jetzt hat, zeige sich im Vergleich zur Banken- und Finanzkrise, so Fahnemann: „Im gesamten Jahr 2009, der Spitze der Finanzkrise, haben in unserem Agenturbezirk 710 Unternehmen Kurzarbeit angezeigt. Aktuell haben wir bereits allein innerhalb des letzten Monats mehr als doppelt so viele Anzeigen entgegengenommen“.

Wie sich die Schließung von Gastronomie- oder Handelsunternehmen und die Auswirkung der Pandemie auf Lieferketten oder den Warenexport langfristig auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen, dazu könne es keine zuverlässige Prognose geben- „Wir setzen alles daran, den Betrieben und Beschäftigten schnell zu helfen“. Ein Großteil des Personals in den Arbeitsagenturen berate derzeit zu Kurzarbeitergeld und nimmt die Anzeigen von Kurzarbeit entgegen. „Danach wechseln die Mitarbeiter in die Abteilungen, die das Geld auszahlen.“

Aufgrund der Pandemie gebe es in manchen Unternehmen aber auch erhöhten Personalbedarf: „Im Einzelhandel, bei Sicherheitsdiensten, in Laboren und Kliniken und in der Landwirtschaft suchen Betriebe dringend neue Mitarbeiter.“

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