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Lage auf Intensivstationen ist angespannt

Am 30. April ging nichts mehr

Kreis Warendorf

Wie dramatisch die Lage in den Kliniken ist, machte am Freitag Ordnungsdezernentin Petra Schreier im Kreistag deutlich.

Von Dierk Hartleb

Die Kapazitäten der Krankenhäuser an Intensivbetten mit Beatmungsgeräten sind begrenzt. Ein schwerer Unfall mit mehreren Schwerverletzten und die derzeit sieben freien Plätze sind belegt. Foto: dpa

Am 30. April war Alarmstufe Rot: Am Vorabend zum Maifeiertag hatten sich alle Krankenhäuser im Kreis aus der intensivmedizinischen Versorgung abgemeldet. Und weil auch die umliegenden Kliniken über keine freien Kapazitäten mehr verfügten, sei man gezwungen gewesen, Patienten in weiter entfernte Hospitäler zu verlegen.

Ordnungsdezernentin Petra Schreier versuchte am Freitag in der Sitzung des Kreistags, in ihrer Beschreibung der Situation überflüssige Dramatik zu vermeiden. Aber das Geschilderte reichte aus, um den Kreistagsmitgliedern den Ernst der Lage im Krankenhausbereich vor Augen zu führen. Auch zurzeit sind nur sieben der insgesamt 48 Intensivbetten in den vier Krankenhäusern nicht belegt, führte Schreier weiter aus.

Landrat Dr. Olaf Gericke platzte in der Debatte mehrmals der Kragen und er verwahrte sich „gegen den ständigen Versuch, die Pandemie zu verharmlosen“. Dr. Christian Blex (AfD) hatte in der Aussprache behauptet, die Zahl der Intensivbettbelegungen sei während der Corona-Krise stabil geblieben und die Bettenzahl sei sogar reduziert worden, so dass es zu keinem Anstieg der Covid-19-Patienten gekommen sei. Im Übrigen seien auch jüngere Menschen nach Impfungen gegen Corona gestorben. Blex meinte sogar, Hinweise auf eine Untersterblichkeit zu haben.

Landrat Dr. Olaf Gericke

Zuvor hatte Schreier darauf verwiesen, dass die Covid-Patienten in der jetzigen dritten Welle deutlich jünger würden und die Verweildauer aufgrund der Schwere der Erkrankung zunehme. Wie schon in der ersten Phase müssten wieder planbare Operationen verschoben werden.

„Was wäre hier los, wenn wir die Regeln nicht hätten?“ hielt der Landrat Blex entgegen, der von einer „künstlich geschaffenen Hysterie“ sprach. Die Maßnahmen seien notwendig, erklärte Gericke bestimmt, damit das Gesundheitssystem nicht wie in anderen Ländern zusammenbreche.

Unterstützung für den Landrat kam auch von den anderen Fraktionen. SPD-Fraktionschef Dennis Kocker, an Blex gewandt: „Ich bin es leid, Ihnen zuzuhören.“ Widerspruch auch vom FDP-Fraktionsvorsitzenden Markus Diekhoff: „In der Pandemie sind keine Intensivkapazitäten abgebaut worden.“

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