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Warum ehrenamtliche Paten Familien unterstützen

Anderen Gutes tun macht Spaß

Kreis Warendorf

In der Freizeit jungen Familien helfen – das machen viele so genannte „Paten“ ehrenamtlich. Unter ihnen sind Gabriele Mefus und Norbert Alberternst.

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Junge Familien entlasten – das können ehrenamtlich tätige Paten, indem sie Zeit mit den Kindern verbringen. Foto: SkF

Im Rahmen des Projektes „Patenzeit“ vermittelt der SkF im Kreis Warendorf seit zehn Jahren ehrenamtliche Paten in Familien mit Kindern. Um der Nachfrage gerecht zu werden, wurde gemeinsam mit dem Kreis ein weiteres Patenprogramm ins Leben gerufen: „Mit Paten ins Leben starten“, das sich speziell an Familien mit Säuglingen im ersten Lebensjahr richtet. Um tiefere Einblicke in die Tätigkeit zu geben, lässt der SkF zwei ehrenamtliche Familienpaten zu Wort kommen.

Seit wann sind Sie Familienpate? Und warum genau haben Sie sich für das Programm „Patenzeit“ entschieden?

Gabriele Mefus: 59, aus Enningerloh. Seit 2012. Ich wollte gerne etwas mit Kindern machen und bin durch einen Artikel im Pfarrbrief auf die Patenzeit aufmerksam geworden. Meine berufliche Erfahrung als Erzieherin kommt mir dabei in vielen Bereichen zu Gute.

Norbert Alberternst: 61, aus Oelde: Ich bin noch ganz frisch dabei, gerade am Anfang meiner „Patenzeit“. Bei mir stellte sich die Frage jetzt am Ende meiner Berufstätigkeit: Wie gestaltest du deinen Alltag weiter? Ich habe in jungen Jahren Jugendarbeit gemacht und Ferienlager als Gruppenleiter mitgestaltet. Mir war immer klar, wenn ich aufhöre zu arbeiten, dass ich dieses Mehr an Zeit sinnvoll nutzen möchte.

Wie gestalten Sie denn die gemeinsame Zeit mit den Kindern?

Norbert Alberternst Foto:

Mefus: Das ist unterschiedlich. Manchmal begleite ich die Kinder beim Spielen oder wir machen Ausflüge, ich lese ihnen vor oder wir basteln – je nach Alter der Kinder.

Alberternst: Wir fahren mit dem Fahrrad, gehen auf den Spielplatz und spielen im Garten Fußball.

Wie viele Familien haben Sie bislang begleitet? Und fällt Ihnen ein besonderes Ereignis mit „Ihren“ Familien ein?

Mefus: Ich habe eine Familie über viele Jahre begleitet, das waren, glaube ich, sechs Jahre; zurzeit bin ich in zwei Familien. Besonders gut ist mir ein Tag mit den drei Kindern einer Familie in Erinnerung geblieben, an dem ich mit ihnen in den Zoo gefahren bin. Die Kinder waren total begeistert von den Tieren.

Alberternst: Bislang habe ich eine Familie betreut. Für mich war es einfach toll, die Unbefangenheit des Jungen zu erleben – beim Sport, beim Fahrradfahren – und dass innerhalb von kurzer Zeit eine Vertrautheit entsteht, wo ich einfach sagen muss: Das ist schön.

Was gefällt Ihnen besonders gut an der Patenzeit?

Mefus: Mir gefällt die Vielfältigkeit. Ich kann mich noch an meine erste Familie erinnern. Mich hat damals besonders beeindruckt, als die Kinder das erste Mal mit mir allein blieben in ihrem Kinderzimmer. Ich habe nachher die Mutter gefragt, was sie denn in der Zeit gemacht hat. Sie war selig und glücklich, dass sie in der Zeit alleine bügeln konnte! Da habe ich mich gewundert, aber gedacht: Toll, mit kleinen Dingen kann man die Eltern glücklich machen.

Gabriele Mefus Foto:

Alberternst: Mir gefällt besonders gut, mit Kindern Zeit zu verbringen. Mit dem Gefühl, eine Familie an einem bestimmten Punkt zu entlasten. Besonders, weil es wie in dem Fall der Familie, die ich momentan betreue, vor Ort keine Verwandtschaft gibt, die mal einspringen kann, wenn es eng wird.

Wo wir gerade über Zeit sprechen: Wie viel Zeit wenden Sie für Ihr Engagement auf?

Mefus: In der Woche sind es bei mir sechs bis sieben Stunden. Nicht, dass ich in der Zeit nur bei den Kindern bin, ich schau auch öfter mal nach Büchern oder bastele etwas. Mit den Kindern zusammen bin ich zweimal die Woche.

Alberternst: Bei mir sind es fünf bis sechs Stunden in der Woche. Ich bin zweimal pro Woche in der Familie und hole den Jungen vom Kindergarten ab. Angefangen hat es mit einem Termin in der Woche.

Was würden Sie jemandem raten, der sich ehrenamtlich engagieren möchte?

„Mit Paten ins Leben starten“

Mefus: Bezogen auf die „Patenzeit“ würde ich Interessierten raten, sich Zeit zu lassen, besonders am Anfang. Man sollte genau gucken, was man selbst leisten kann.

Alberternst: Ich glaube, das Wichtigste ist es, für sich selber zu wissen: Was bereitet mir Freude? Woran habe ich Spaß? Was tut mir gut? Als zweites würde ich empfehlen, sich beraten zu lassen und nicht für sich allein zu entscheiden. Als Ehrenamtlicher muss man bereit sein, sich auf Neues einzustellen. Das gilt vor allem als Pate: Auf der einen Seite die Nähe zuzulassen und sich auf eine Familie einzulassen, aber im Zweifelsfall auch die Familie wieder gehen zu lassen und zu sagen: Es war eine schöne Zeit mit euch, aber ihr braucht mich jetzt nicht mehr.

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