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Achim Göbel kandidiert für „Die Partei“

Auf dem Weg zur Kanzlerin

Westkirchen

So `ne gute Kanzlerin wie jetzt gab‘s noch nie. Das steht für Achim Göbel fest. An diese Größe will der Mann, der am liebsten Popstar ist und die Band „Soulfood Selection“ gegründet hat, anknüpfen. Warum? Das hat viele Gründe. Einer lautet: Göbel ist Direktkandidat von „Die Partei“.

Von Beate Kopmann

Achim Göbel aus Westkirchen ist der Direktkandidat von „Die Partei“ bei der bevorstehenden Bundestagswahl am 26. September. Foto: Beate Kopmann

Sein Ziel ist klar: „Ich will Kanzlerin werden“, sagt Achim Göbel. Er ist der Direktkandidat von „Die Partei“ – angetreten, um etwas Satire in die politische Diskussion zu bringen. „Es gab noch nie so eine gute Kanzlerin wie jetzt“, unterstreicht der Mann und fügt hinzu: „Daran will ich anknüpfen.“

Der gebürtige Hammer und gelernte Bergmann ist „am liebsten Popstar“. Kein Wunder: Göbel gründete die Band „Soulfood Selection“. Weil Musik in seinem Leben dazu gehört, stehen im Geschäftsraum des Unternehmens, das Göbel mit seiner Frau betreibt, auch gleich Klavier und Kontrabass. Und ganz nebenbei ist hier noch der Sitz der Post in Westkirchen, eine Art Logistik-Zentrale und die Schaltstelle für Druck- und Werbetechnik.

Achim Göbel

Achim Göbel ist eben vielseitig – und seit jeher ein politischer Mensch. „Ich war sogar 30 Jahre in der SPD“, erzählt er. „Aber seit es keine halbe Million Bergleute mehr gibt und auch keine Stahlkocher mehr hat sich die SPD erübrigt“, findet Göbel. Dabei hält er Gerhard Schröder für den letzten großen Visionär in der Politik. Selbst das Grundkonzept von „Hartz IV“ sei richtig gewesen: nämlich die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe. Leider sei dann die Umsetzung komplett misslungen.

Der letzte große Visionär in der Politik

Dass er jetzt bei „Die Partei“ mitmacht, habe vor allem damit zu tun, „dass ich lieber mit Leuten Politik mache, die mich zum Lachen bringen als mit Leuten, die mir Angst machen.“ Aber der Westkirchener hat noch einen anderen Grund: „Man muss den Protestwählern die Möglichkeit geben, irgendwie zu wählen ohne bei etwas tiefgründig Braunem das Kreuz zu machen.“

Widersprüche gebe es in der Politik viele. Die Grünen seien nichts anderes als „die Vollkorn-CDU“, meint er. „Das war mal eine Friedenspartei, aber als sie in der Regierung waren, haben sie Soldaten losgeschickt.“ Politik sei eben nicht mehr ehrlich, sondern eine Lobby-Geschichte geworden. Folgerichtig will er als Kanzlerin aus der Arbeitsagentur die Bundesagentur für Lobbyismus machen. Alle Lobbyisten müssten dann ihre Konten offenlegen. „Natürlich auf Papier, und sie sollen vorher eine Nummer ziehen – eben wie es alle Hartz-IV-Menschen machen müssen.“

Politik ist zur Lobby-Geschichte geworden

Weil der Staat sparen muss, soll es außerdem nur noch fünf Bundesministerien geben. Darunter ist das „Ministerium für Brot, Spiele und all die Sachen, die dem Volke Freude machen“. Ein verkapptes Kulturministerium also. Wen wundert‘s? Schließlich ist Göbel „am liebsten Popstar“. Und sollte er es nicht zur „Kanzlerin“ bringen, bleibt ihm immer noch die Bühne: Richtig gut singen kann er jedenfalls.

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