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Pläne des Kreises Warendorf

Radwege-Ausbau ist Langstreckenlauf

Kreis Warendorf

Der Kreis Warendorf will verstärkt Radwege bauen. Das scheitert oft daran, dass die dafür notwendigen Flächen nicht zur Verfügung stehen. Kreative Konzepte sollen jetzt Abhilfe schaffen.

Von Dierk Hartleb

So wünschen sich Radfahrer die Kreisstraßen: Separate Radwege, wo sie ohne Gefährdung durch den Autoverkehr zum Arbeitsplatz oder in ihrer Freizeit unterwegs sein können. Foto: Klaus Meyer

André Hackelbusch weiß es genau: Der Kreis verfügt über 363 Kilometer Straßen ins seiner Trägerschaft. Davon sind 165 Kilometer mit einem Radweg ausgestattet. Auch die Prozentzahl liefert der Leiter des Umweltamtes beim Kreis: „Das sind 47 Prozent.“ Da ist noch für die nächsten Jahre viel Luft nach oben.

Das vom Kreistag um das Kapitel Ausbauprogramm erweiterte Radverkehrskonzept verzichtet für 2022 auf eine Priorisierung. Aus gutem Grund, wie Hackelbusch den Mitgliedern des Kreisbauausschusses kürzlich erläuterte, denn von der Planung über den Grunderwerbe bis zur Ausschreibung und baulichen Umsetzung gehen nicht selten Jahre ins Land. Selbst wenn der Bedarf an einer Kreisstraße als vordringlich eingestuft wird, „der Grunderwerb gestaltet sich oft äußerst schwierig“, führt Hackelbusch aus. Weil der Druck auf landwirtschaftliche Flächen in den vergangenen Jahren enorm zugenommen hat, tun sich viele Landwirte schwer, etwas abzugeben.

Grunderwerb gestaltet sich oft äußerst schwierig

„Deshalb muss man im Gespräch andere kreative Möglichkeiten suchen“, beschreibt der Amtsleiter diese Aufgabe. Wie eine solche Lösung aussehen kann, verrät er im Nachsatz. So ist auch denkbar, eine Fläche auf Zeit zu verpachten. Damit hält sich der Verpächter die Option offen, nach 20 oder 30 Jahren die für den Radweg zur Verfügung gestellte Fläche zurückzubekommen. „Dann muss der Radweg schlimmstenfalls wieder eingeebnet werden“, sagt Hackelbusch.

Flächen für Radwege demnächst pachten?

In der Praxis erweist sich auch die Tatsache, dass Förderprogramme nach kurzer Zeit wieder überholt sind, als hinderlich für eine weitsichtige Planung. Die weiter auf Höhenflug befindlichen Bau- und Materialpreise tun ein Übriges, um solide Planungen zu erschweren. Nicht zuletzt erweisen sich fehlende Personalressourcen als Hemmnis.

Immer häufiger sind es auch bürgerschaftliche Initiativen, die an den Kreis mit dem Ansinnen herantreten, einen Bürgerradweg bauen zu wollen. Aktuell gibt es solche Initiativen in Beelen, Ennigerloh, Wadersloh, Hoetmar und Albersloh. Die Kosten für die Vorhaben belaufen sich auf 4,7 Millionen Euro. Der Kreis fördert den Bau von Bürgerradwegen mit Beträgen zwischen 7,50 bis 10 Euro.

Alle Fäden laufen beim Umweltamtsleiter zusammen. Der muss den Überblick über den jeweiligen Projektstand haben und wo Verhandlungen anstehen und dabei noch die verschiedenen Förderprogramme im Blick haben. 

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