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Prostituiertenschutzgesetz

Bislang keine Notlage

Kreis Warendorf

Das Prostituiertenschutzgesetz soll unter anderem vor Ausbeutung und Zuhälterei schützen. Seitdem es Mitte 2017 in Kraft getreten ist, gibt es aber weit weniger Beratungen der Prostituierten durch das Kreisgesundheitsamt als erwartet.

Nur wenige Foto: dpa

Das Gesetz soll Prostituierte vor Ausbeutung und Zuhälterei schützen. Seit Juli 2017 ist das so genannte Prostituiertenschutzgesetz in Kraft. Manuela Knipping vom Gesundheitsamt berichtete im Sozialausschuss darüber, wie die Umsetzung im Kreis Warendorf bislang gelaufen ist.

Laut Gesetz müssen sich Prostituierte bei der Behörde melden und erhalten dort eine gesundheitliche Beratung. Dieses Gespräch soll den Prostituierten unter anderem Gelegenheit geben, eine mögliche Not- oder Zwangslage zu offenbaren. „Manchmal kommen die Frauen aber nicht allein, sondern werden von einem Mann begleitet, den sie als ihren Freund bezeichnen“, berichtete Knipping. Ob dies der Wahrheit entspreche oder ob es sich um einen Zuhälter handele, sei in der Situation nicht erkennbar. Bislang habe es aber keinen Hinweis auf eine wirkliche Notlage gegeben.

Im gesamten Jahr 2018 wurden 34 Beratungen von Prostituierten durchgeführt, 2019 waren es 20 und im vergangenen Jahr Corona-bedingt nur sieben.

Bislang hätten sich ausschließlich Frauen gemeldet. Oft stammen sie aus Rumänien, Bulgarien, der Ukraine oder den Baltischen Staaten. Wegen der sprachlichen Probleme sei die Kommunikation oft erschwert. Die Behörde verweise dann auf Info-Portale in der Muttersprache der Klientinnen.

„Insgesamt ist die Zahl der Beratungen deutlich niedriger als erwartet“, sagte Knipping. Das liege daran, dass im Prinzip nur Frauen kämen, die im Bordell arbeiten. Prostituierte, die in Clubs und Wohnungen tätig sind, meldeten sich nicht. Im Übrigen würden sie die Arbeitsstätten häufig wechseln. Derzeit gibt es sieben Prostitutionsbetriebe im Kreis.

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